Gastbeitrag: Sony SmartBand SWR10 – Das virtuelle Tagebuch

8. August 2014 Kategorie: Android, Hardware, Mobile, geschrieben von:

Fitnesstracker sind bei vielen heute der letzte Schrei, alle Firmen beschäftigen sich in diesem Bereich und in Monatsrhythmus sehen wir neue Geräte. Ich selber sitze die meiste Zeit am Schreibtisch, hier wäre ein Fitnesstracker also so überflüssig wie ein Kropf.

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Zukünftige Fintesstracker, die die Vitalfunktionen ihres Trägers überwachen, würden sicherlich melden, dass ich bereits tot bin. Nun hatte ich noch ein Sony SmartBand SWR10 bekommen und wollte dieses im echten Einsatz testen. Schwer bei mir. Es traf sich gut, dass mein Kumpel Matze mal zu Besuch war.

Keiner von diesen Bloggern, die nur am Schreibtisch sitzen, sondern jemand aus dem normalen Leben, der zudem noch Sport treibt. Ich drückte Matze also das Sony SmartBand SWR10 in die Hand, sagte: „Viel Spaß – und schreib einfach mal deine Erlebnisse mit der Hardware auf“. Hier also Matzes „Gastbeitrag“ zum Sony SmartBand SWR10 – und es freut mich wirklich, dass mal jemand aus meinem Freundeskreis zu Gast im Blog ist.

Das SmartBand von Sony dient dem Verbraucher als virtuelles Tagebuch. Dafür wird nicht einmal ein Stift und Buch benötigt, sondern lediglich ein SmartBand und ein Smartphone mit Android. Die volle Entfaltung der Funktionen findet allerdings nur mit den Xperia Geräten (mindestens Android 4.4) von Sony statt, bei anderen Smartphones kann es zu nicht optimalen Verhalten des SmartBands kommen.

Die ersten Eindrücke des Bandes waren recht positiv. Das Band selber ist aus einer Art Gummi gefertigt und somit sehr angenehm zu tragen – solange es nicht warm ist. Sobald das Wetter mitspielt, fängt man generell unter dem Armband zu schwitzen an – was aber kein Problem ist, denn das SmartBand ist natürlich wasserdicht. Durch die leichten Riffeln auf dem Armband sammelt sich der Schmutz recht flott im Armband, aber ein Wisch mit einem feuchten Tuch und es sieht aus wie neu. Das SmartBand hat mehrere Einstellungen zum Schließen und passt somit auch an das zarteste Handgelenk. Farblich sieht das schwarze Band am Handgelenk schon sehr edel aus. Armbänder in anderen Farben lassen sich nachkaufen.

Im Armband selber ist der „Core“, das Herzstück des Bandes und dieser ist rundum geschützt. Der Core hat lediglich einen Knopf, mehr Bedienmöglichkeiten benötigt man auch nicht.

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Die Installation ist denkbar einfach. Über die NFC Verbindung wird alles direkt gestartet, weiterhin soll man insgesamt drei Apps installieren: SmartConnect von Sony, Smartband-Plugin und die Lifelog-App. Hat man dieses erledigt, stellt man in der SmartConnect App all das ein, was man benutzen möchte:

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Automatischer Nachtmodus ist ganz praktisch, wenn man an bestimmten Uhrzeiten keine Störung erhalten möchte, sinnvollerweise ist dies in der Nacht. Die Benachrichtigungen kann man alle separat auswählen. Jeder kann frei entscheiden ob und welche App er mit einer Benachrichtigung signalisiert bekommen möchte.

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Der Wecker hat mich neben der Einstellung der benachrichtigten Apps am meisten überzeugt. In ausgewählten Zeitintervallen vibriert das Armband und kann per Knopfdruck in den Snooze-Modus gesetzt werden. Eine sehr sanfte Vibration die am Morgen nicht unangenehm wirkt.

Die Funktion „Vibration außerhalb der Reichweite“ ist nicht unbedingt empfehlenswert für User die in den eigenen Wänden unterwegs sind. Sony gibt zwar eine Reichweite von 10 Metern an, diese ist aber durch Wände, Türen, etc. definitiv nicht erreichbar. So kann es sein, dass das Armband schon im nächsten Raum die Verbindung verliert.

Die Lifelog App ist neben dem Core das Herzstück des SmartBands und sieht auf den ersten Blick aus wie eine Windows 8 Oberfläche – eckig und bunt.

In der Lifelog App kann man seine Aktivität überwachen und der Benutzer kann sich in den einzelnen Rubriken Ziele setzen. Wer also das Sofa am Tage bevorzugt, braucht sich kein Ziel von 7000 Schritten am Tag einstellen. In der Timeline kann man sich im Zeitraffer seinen ganzen Tag abspielen lassen und durch kleine oder größere Markierungen ist schnell einsehbar, zu welcher Uhrzeit man was am meisten genutzt hat. Bei allen weiteren „Kacheln“ kann man selbst entscheiden ob man diese einsehen möchte, oder man es doch lieber verheimlichen möchte.

Am Anfang meiner Aufzeichnungen war ich ein wenig verwirrt, mitten im Lebensmittelmarkt soll ich mit dem Bus bzw. Auto gefahren sein. Herausgefunden habe ich dann allerdings, dass ich den Einkaufswagen geschoben, meinen Arm nicht bewegt habe und das Band trotzdem eine Fortbewegung festgestellt hat. Somit wurde die Informationen in der Kachel „Transport“ gespeichert.

Ansonsten kann das SmartBand relativ genau zwischen Laufen und Transport unterscheiden und hatte wenn nur minimale Abweichungen. Sobald man nämlichen in ländlicheren Gebieten unterwegs ist und das Smartphone keine durchgängige Internetverbindung hat, so zeichnet die Lifelog App auch nicht zu 100% genau auf.

Für die reinen Sportler ist das SmartBand aufgrund von fehlenden Pulsmessern eher weniger geeignet. Die Aufzeichnung im Fitnessstudio kann man ebenfalls getrost vergessen…Bei einer Stunde Schwitzen sollte ich lediglich 450 Kilokalorien verloren haben.

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Man kann neben der Lifelog App noch weitere kleine Apps installieren. Sony lässt scheinbar keinen „Fremdhersteller“ ans Werk, daher gibt es nur wenige und eher weniger brauchbare Apps. Aktiviert wird diese App immer aufs Gleiche: Einmal kurz den Knopf am SmartBand drücken und schon weiß das Armband Bescheid „Hey, ich muss nun mal was tun“.

Am besten funktioniert dabei die Steuerung des Musikplayer von Sony, einmal auf das SmartBand tippen pausiert, zwei Mal tippen spielt den nächsten Titel ab. Durchgefallen sind bei mir die Steuerungen für die Kamera. Die Aktivierungen wirken zäh und funktionieren meistens erst nach mehrfachen „antippen“ des SmartBands.

Das Handy per SmartBand suchen funktioniert natürlich nur soweit das Handy auch damit verbunden ist. Das Ganze gestaltet sich bei 10 Metern Reichweite und in den eigenen Wohnwänden sehr schwierig.

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Der Akkuverbrauch des SmartBands ist kaum spürbar. Der Akku des Cores hält, wenn er voll aufgeladen wurde, ganze fünf Tage. Beim Akkuverbrauch vom Smartphone gibt es dort deutlichere Spuren. Die dauerhaften Verbindungen von Bluetooth und Ortung sind starke Akkufresser. Wer also viel beschäftigt ist mit dem Handy, der sollte am besten immer ein Ladekabel am Mann haben.

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Der Ladevorgang beim Sony Xperia Z1 über das Magnetladekabel stellte die größten Probleme dar. Ich habe es mehrfach versucht über diesen Weg zu Laden. Der Rekord lag bei 68% Ladung über Nacht – alles andere als erfreulich!

Das knapp 60 Euro teure SmartBand kann man haben – muss man aber nicht. Einerseits ist es interessant wie man seinen Tag am Smartphone verfolgen kann, andererseits wirken die Funktionen sehr schwach ausgeführt. Lediglich die Steuerung der Musik hat mich völlig überzeugt. Die Lifelog App ist sehr interessant, aber sicherlich noch ausbaufähig.

Das größte Manko für mich ist die Benachrichtigung am SmartBand – ein kleiner weißer Punkt welcher bei irgendeiner Benachrichtigung in der gleichen Farbe und Rhythmus blinkt. Dort kann man also, ohne auf das Handy zu schauen, nicht erkennen ob es nun was Wichtiges sein kann oder ob man getrost warten kann bis man wieder zum Handy greift. Wünschenswert wäre dort zumindest die Einstellmöglichkeiten der LED Farbe, wie man es schon bei den meisten Smartphones machen kann.


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