Gastbeitrag: Backup eines TrueCrypt-verschlüsselten Systems

29. Mai 2010 Kategorie: Backup & Security, Windows, geschrieben von:

Benötigt wird:

  • EASEUS Disk Copy (verwendete Version 2.3)
    Die zip-Datei herunterladen, entpacken und die enthaltene .iso mit dem Brennprogramm eurer Wahl brennen.
  • Ein mit TrueCrypt verschlüsseltes Betriebssystem.
    Zwei schöne (bebilderte) Anleitungen dazu finden sich bei Caschy und fixmbr.
  • Eine zweite Festplatte, die mindestens so groß ist wie die Quell-Festplatte.
    Wenn man so will der Haken an der Sache. Bei kleinen Systemplatten, wie einer SSD, kein Problem. Bei einer Terabyte-Platte sieht das schon ganz anders aus.


Hintergrundwissen:

Das Backup einer verschlüsselten Partition muss gemacht werden, wenn die jeweilige Partition nicht aktiv genutzt wird. Denn sobald das Betriebssystem läuft, liegen die Daten unverschlüsselt vor. Backup-Programme wie Macrium Reflect FREE Edition oder EASEUS Todo Backup, die innerhalb des Betriebssystems ausgeführt werden, sichern die Daten also unverschlüsselt! (Für normale Backups kann ich Macrium Reflect übrigens weiterempfehlen.)

Ist die verschlüsselte Partition nicht aktiv, sieht jede Software, TrueCrypt ausgenommen, nur Datenmüll. Eine solche TrueCrypt-Partition lässt sich beispielsweise mit GParted (Linux Partitionsprogramm) nicht verändern bzw. kopieren. Die meisten Partitions- und Backup-Programme arbeiten auf diese Weise: Unbekannte Dateisysteme/Partitionen können “bestenfalls” neu formatiert werden.

Bei TrueCrypt kann man zwischen Verschlüsselung der ganzen System-Festplatte oder Verschlüsselung der System-Partition wählen.
GParted-Ansicht, wenn nur die System-Partition verschlüsselt wird:

TrueCrypt verschlüsselte Partition in GParted Ansicht

  • unallocated
    1 MiB frei, was bei einer SSD für richtiges Alignment sorgt und bei einer HDD (anscheinend) keine Nachteile hat.
  • /dev/sda1 ntfs
    100 MiB für die Boot-Informationen von Windows 7. Diese Partition ist bei laufendem Windows nicht sichtbar.
  • /dev/sda2 unknown
    Der Rest, in unserem Fall 9,90 GiB, für Windows 7. Unverschlüsselt würde hier als Dateisystem (File System) ntfs stehen. GParted sieht aber nur den oben erwähnten Datenmüll.

GParted-Ansicht, wenn die gesamte System-Festplatte verschlüsselt ist:

TrueCrypt verschlüsselte Festplatte in GParted Ansicht

Einziger Unterschied: Auch die kleine 100 MiB Partition mit den Boot-Informationen ist hier verschlüsselt. Hätte man noch zusätzliche Daten-Partitionen wären diese wahrscheinlich (nicht getestet!) auch einzeln verschlüsselt worden.

Noch mehr Hintergrundwissen:

Um solche unbekannten Partitionen sichern zu können braucht es ein Programm, das das Backup nicht Dateisystem-basierend sondern Sektor-für-Sektor durchführt. Bisher habe ich nur zwei kostenlose Programme gefunden, die das können: Das eingangs erwähnte EASEUS Disk Copy und G4L (Ghost for Linux). G4L findet man im Parted Magic-Paket, ist aber etwas komplizierter als EASEUS Disk Copy.

Die Backup-Festplatte muss mindestens so groß wie die Quell-Festplatte sein, da bei einer Sektor-Kopie keine Kompression stattfinden kann. Es entsteht ein absolut identischer Klon.
Durchführung des Backups:
Screenshots bei denen man nur “Next” oder ähnliches auswählen muss, habe ich ausgelassen! Mit grundlegenden Englisch-Kenntnissen sind das Programm bzw. die Screenshots selbsterklärend.

  1. Nach dem Klick auf Proceed läuft das Klonen. Danach das Programm beenden, den PC herunterfahren und die Backup-Festplatte sicher verwahren: Ausbauen oder zumindest den Stromstecker heraus ziehen :)
  2. Zum Testen des Klons am Besten den Stromstecker des Originals entfernen und den Rechner mit dem Klon booten.
  3. Beide Systeme sollten nicht unverschlüsselt nebeneinander laufen, da ich ehrlich gesagt nicht weiß, wie sie aufeinander reagieren. Ausprobieren auf eigene Gefahr.
Vorteil des Ganzen:

Man hat immer einen Klon zur Hand und muss nur die Festplatte austauschen.

Nachteil:

Die Backup-Platte ist für sonst nichts zu gebrauchen.

Abschließend noch der Screenshot einer etwas größeren Klon-Festplatte. Wie ihr seht, bleibt am Ende noch etwas freier Speicher, da das Original eben nur 10 GiB hatte.

Extrem wichtig dabei ist, dass die Positionen der einzelnen Partitionen erhalten bleiben!

Feedback, Anmerkungen, etc. sehr erwünscht. Auch Hinweise auf eventuelle (Rechtschreib-)Fehler ;)

Gastbeitrag von Volker


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Über den Autor:

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