Gardena smartsystem: Jetzt wird auch noch der Garten smart

7. Mai 2016 Kategorie: Smart Home, geschrieben von: caschy

gardenaSchlaue Lautsprecher, smarte Lampen, Cloud-Kameras, Smart Home-Rolladen und Sensoren. Es gibt unfassbar viele Lösungen, die man sich in die eigenen vier Wänden klöppeln kann. Doch die schlauen Helferlein machen natürlich nicht vor anderen Lebensbereichen Halt und so wird die „Vier-Wände-Grenze“ überwunden und über die Terrasse geht es dann direkt in den Garten. Hier gibt es schon seit einiger Zeit Rasenmäher-Roboter, die euch die Arbeit abnehmen sollen, des Weiteren gibt es halbautomatische Bewässerungssysteme, die euren Rasen oder die Beete bewässern. Neu ist nun das Gardena smartsystem Water Control Set, welches bei mir zum Test eintraf.

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Ich habe einen Garten hinter dem Haus, der ist aber in keiner Weise smart, echte Technik ist nur im Garten, wenn ich da irgendwo mit meinen Geräten rumsitze. Gardena will dies ändern, denn das smartsystem ist eine Lösung, die entweder automatisiert oder vom Nutzer mobil gesteuert wird. Der Karton verspricht mir mehr Freizeit. „Nie mehr selbst gießen. Bedarfsgerechte und effiziente Bewässerung von Pflanzen. Steuerung via App von jedem Ort aus. Jederzeit erweiterbar“. Hier muss man erst einmal festhalten oder fragen: Braucht man das? Die Antwort ist, dass es darauf keine Antwort gibt.

Es gibt findige Tüftler, die realisieren solche Lösungen vielleicht günstiger mit einem Raspberry Pi, anderen nimmt so ein System Arbeit ab, da man es an ein Bewässerungssystem anschließen kann – andere brauchen es gar nicht. Kommt also immer drauf an, was man für ein Garten-Typ ist. Wer manuell mit dem Schlauch durch den Garten rennt, der braucht so ein Gardena smartsystem wahrscheinlich nicht, denn das Teil sorgt ja für eine automatische Bewässerung.

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Es hilft also wenig, das Modul „smart Water Control“ an euren Wasserhahn zu hängen, wenn am Ende nur der Schlauch steht, mit dem man manuell durch den Garten rennen muss. Wer also ein Bewässerungssystem hat – ob aus dem Fachmarkt oder ein selbst gefrickeltes mit Schlauch – der kann „smart Water Control“ einsetzen. Drei Module hat das Starterkit, bestehend aus dem smart Gateway, welches die Verbindung zwischen eurem Netzwerk und dem Modul smart Water Control nebst smart Sensor erlaubt.

Das Gateway wird im Wohnbereich platziert – quasi der Hub. Von denen hat man im ungünstigen Fall mehrere, wenn man vielleicht auch noch Lösungen wie Hue und Co einsetzt. „The Internet of diverse Hubs an jeder Steckdose“. Der smart Sensor hingegen ist die Prüfstelle in eurem Garten, misst Bodenfeuchte, Lichtstärke und Temperatur.

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Gardena smartsystem – der Aufbau und die Nutzung

Im Lieferumfang befindet sich der Gardena smart sensor, das smart Gateway und das Modul smart Water Control. Weiterhin dabei ein Netzteil für das Gateway und ein Patchkabel, mit welchem ihr das Gateway mit eurem Router verbinden könnt. Während das Gateway am Strom hängt, müssen Sensor und Water Control mit Batterien bestückt werden, die in meinem Falle nicht im Lieferumfang waren, ihr benötigt also noch einmal fünf AA-Batterien, damit ihr euren Garten unter Wasser setzen könnt.

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Setup-Möglichkeit 1, für Non-Pros, nicht empfohlen

Eine weitere Hürde sollte bedacht werden – euer Wasseranschluss. Dieser muss sich natürlich in Reichweite des Gateways befinden. Ist dies nicht gegeben, so wird ein Repeater für euer WLAN fällig, der über einen Netzwerkanschluss verfügt. Somit könnt ihr das Gateway dann an den Repeater klemmen, letzten Endes ist er dann ja auch in eurem Netz. Das Gateway selber spricht die Komponenten via SRD an, bis zu 100 Meter sind hier an Reichweite drin. Und falls das nicht reicht, können am Gateway Antennen angeschlossen werden – die sind aber nicht im Lieferumfang enthalten.

Setup-Möglichkeit 2, für Fortgeschrittene:

Man muss natürlich nicht zwingend einen Repeater kaufen, denn der Anschluss an den Router mittels Kabel ist nur für das Setup nötig. Das Gateway baut ein eigenes WLAN auf, Einstellungen können im Browser vorgenommen werden. Hier kann man auch festlegen, dass ein WLAN in Reichweite verwendet wird. Hier können eure Zugangsdaten zum WLAN eingetragen werden, sodass man halt das Gateway kabellos irgendwo im WLAN platzieren kann. Fortgeschrittene haben hier auch die Möglichkeit, die IP zu verändern.

Hat man das Gateway angeschlossen, geht es direkt in die Gardena-App, die für Android und iOS zu haben ist. Man muss ein Konto anlegen, bevor es losgehen kann. Hier gibt man die ID des Gateways ein, diese ID befindet sich unter dem Gateway, wie auch ein scannbarer QR-Code, doch bietet die iOS-App nicht das Scannen an. Häh? Genau.

Nun müssen die anderen Geräte mit der App verdrahtet werden, beziehungsweise mit dem Gateway verbunden werden. Batterien rein und abwarten. Das funktionierte in meinem Fall einwandfrei und nach Anbringung von Water Control konnte ich dann direkt per App den Befehl „Wasser Marsch“ geben – was immer auch an Water Control angebunden ist, ob Schlauch, Bewässerungssystem oder Rasensprenger.

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Nun hat man also einen Bodensenor, der diverse Infos über den Zustand draußen abgibt sowie eine smarte Bewässerungsanlage. Was kann ich mit der machen? Nicht viel. Ich kann sie manuell aktivieren oder stoppen, Zeitpläne hinterlegen – aber das war es auch schon. Wirklich, mehr braucht man darüber nicht mehr an Worten verlieren.

Gardena smartsystem – der Ist-Zustand

Ganz ehrlich, das System kostet 500 Euro. Das ist viel Geld. Ich mag mir nicht ausrechnen, wie viel Gartenschlauch, Zeit und Wasser ich dafür eintauschen kann, um das wieder rauszuhaben. Das ist momentan für mich noch feinste Musik aus dem Designer-Garten, wo sich auch die Leute treffen, die mit ihren Jungs aus dem Porsche-Club den Studenten die Fahrradreifen an der Uni aus Spaß plattstechen. Im Hintergrund wird Hugo oder anderer hipper Kram getrunken und man trägt kurze Hosen, Slipper, Hemden und übergeworfene Pullunder. Vielleicht will man bald zum Segeln.

Ich wüsste keinen anderen Grund, diese Investition logisch zu erklären, zumal der Sensor momentan offenbar nicht dafür sorgen kann, dass eine Bewässerung vorgenommen wird. Manuell oder zeitgesteuert, das ist der Ist-Zustand heute.

Positiv zu erwähnen ist sicherlich, dass der ganze Frickelkram wegfällt, den die alten Bewässerungssysteme so mitbrachten. Man hatte zig Rädchen oder ein schlechtes Display, über das man programmieren musste. Das alles fällt weg, dank App für iOS und Android. Sicherlich auch im Preis mit drin: die Cloud. Denn das Gardena smartsystem ist an eine angebunden, lokale Geschichten gibt es nicht, man kommuniziert dauerhaft mit den Gardena-Servern, die wiederum das Go an das Gateway geben. Gardena muss als die nächsten Jahre diese Infrastruktur bereit- und erreichbar halten. Eine Webversion zur Steuerung? Fehlt bislang noch, soll aber wohl kommen. Kommunikation von unterwegs, in fremden Netzwerken oder via Mobilfunk? Machbar.

Letzten Endes muss ich aber tatsächlich sagen – und eigentlich bin ich vernarrt in gute Smart Home-Lösungen: das ist noch etwas dünn. Fühlt sich nicht an wie etwas, was mir persönlich einen Mehrwert bieten würde. Ich gehe lieber am Abend raus, schnappe mir den Gartenschlauch und bewässere von Hand selber. Das kostet ein paar Minuten, hat aber durchaus eine beruhigende Wirkung auf mich. Wer braucht es also? Bereits erwähnte Designer-Garten-Clientel oder Menschen, die weit entfernt vom Garten sind, den es zu bewässern gilt. Gardena smartsystem? Schaue ich mir gerne wieder an, wenn mehr geboten wird.


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