Fußball-Bundesliga: Zahlen wir bald an mehrere Anbieter?

11. April 2016 Kategorie: Internet, Streaming, geschrieben von: caschy

sky artikelInteressante Nachricht des Bundeskartellamt, welche für alle Abonnenten von Sky mit Fußball-Interesse vielleicht Deftiges mitbringt. So liest es sich, dass wir eventuell bald nicht mehr nur an einem zentralen Ort sehen und zahlen, sondern stattdessen bei mehreren Anbietern unser Abo latzen müssen, wenn wir alle Spiele sehen wollen: „Um kartellrechtliche Bedenken der Behörde auszuräumen, hatten Ligaverband und DFL verschiedene Selbstverpflichtungen, insbesondere ein sogenanntes Alleinerwerbsverbot, vorgelegt. Es wird einem Bieter damit zukünftig nicht mehr möglich sein, alleiniger Rechteinhaber für alle Live-Spiele der Bundesliga zu werden.„. Angestoßen wurde der Spaß bereits im Januar dieses Jahres.

Man schließt sich also dem an, was beispielsweise in anderen großen europäischen Ligen – Italien oder auch England – Usus ist. Dort gibt es eine „No-Single-Buyer-Rule“, die ein strenges Alleinerwerbsverbot bei der Vermarktung der Fußball-Fernsehrechte vorsieht. Das Aufsplitten auf mehrere Anbieter ab 2017/2018 wird spannend zu beobachten sein – bezüglich des Ausstrahlens der Spiele hierzulande. So ganz neu ist ein Split ja nicht, schon 2013 haben Deutsche Telekom und Sky ja bereits einen ähnlichen Pakt geschlossen. Telekom-Kunden konnten hier Liga Total buchen, um Spiele zu schauen.

Was natürlich weiterhin funktioniert: Rechteinhaber dürfen sich Unterlizenzen erteilen, sodass der Kunde vielleicht ein möglichst umfassendes Paket bei einem Anbieter bekommt.

Das Bundeskartellamt sieht es angesichts der von Ligaverband und DFL vorgeschlagenen Paketstruktur als ausreichend an, wenn künftig – je nachdem, ob alle Verbreitungswege oder nur die Internet- und Mobilfunkverbreitung umfasst sind – zwischen 30 und 102 attraktive Bundesligaspiele (von insgesamt 306 Spielen) zusammen mit umfassenden Möglichkeiten zur Highlight-Berichterstattung von einem alternativen Bieter erworben werden.

Warum das in Deutschland erst jetzt zur Sprache kommt? Weil unsere Live-Berichterstattung hierzulande nach Aussage des Bundeskartellamt noch in den Kinderschuhen steckt und bislang kein großes Publikum erreicht:

Für die Tatsache, dass das Bundeskartellamt kein noch weitergehendes Alleinerwerbsverbot gefordert hat, spielte insbesondere auch die relativ starke Stellung des frei empfangbaren Fernsehens in Deutschland und des dort etablierten frühen Sendeplatzes der zeitnahen Highlight-Berichterstattung (derzeit ARD Sportschau) eine Rolle, den das Vermarktungsmodell der DFL weiterhin in dem bekannten Format vorsieht. Außerdem war zu berücksichtigen, dass sich Sport-Live-Berichterstattung im Internet derzeit noch in der Entwicklung befindet und bislang noch kein großes Publikum erreicht.

Mehrere Abos für den Kunden? Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sieht das nicht so. Er meint, dass die Erfahrungen in England zeigen, dass der Kunde nicht mehr als ein Abo braucht – hier kommen die weiter oben erwähnten Unterlizenzen zur Sprache und die Tatsache, dass es auch Angebote geben darf, die nur einen Teil der Live-Spiele umfassen.

Da bin ich persönlich mal gespannt, was das wird. Nur Konferenz günstig für alle. Das wäre ja mal was.


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Über den Autor: caschy

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