Foscam: IP-Kameras sollen Sicherheitslücken haben

7. Juni 2017 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von: caschy

Wieder einmal kommt Foscam in die Negativ-Schlagzeilen. Der chinesische Hersteller von IP-Kameras, die man auch in Deutschland erwerben kann, soll nicht auf Hinweise zu Sicherheitslücken reagieren. Sicherheitsforscher Harri Sintonen von F-Secure hat 18 Schwachstellen in den zwei Modellen Opticam i5 HD und Foscam C2 gefunden, letztere wird auch bei uns in Deutschland angeboten. Die Schwachstellen sollen seit Monaten bekannt sein, laut F-Secure reagiere Foscam nicht auf den Vorfall.

Angreifer können – so F-Secure –  aufgrund der Schwachstellen die Kontrolle über die Kameras übernehmen, auf den Video-Feed zugreifen und Daten auf den integrierten Web-Server hoch- oder von diesem herunterladen. Zusätzlich lässt sich eine verwundbare IP-Kamera für DDoS-Attacken auf andere Geräte oder als Ausgangspunkt für weitere Attacken nutzen.

„Die gefundenen Schwachstellen erlauben Angreifern so ziemlich jede Aktion“, sagt der Entdecker der Sicherheitslücken, Harry Sintonen, Senior Security Consultant bei F-Secure. „Schlimmer geht es nicht. Ein Angreifer kann eine Schwachstelle nach der anderen ausnutzen oder verschiedene Lücken kombinieren um sich weitreichende Rechte im Netzwerk und auf dem Gerät zu verschaffen.“

Insgesamt wurden 18 Schwachstellen in den untersuchten Kameras gefunden, sie bieten Angreifern mehre Zugriffsmöglichkeiten. So erlauben etwa unsichere, fest hinterlegte Zugangsdaten einen einfachen administrativen Zugriff. Die Software auf den Geräten erlaubt den Zugriff auf kritische Daten und Verzeichnisse ohne Überprüfung der Nutzerberechtigungen.

Dadurch können Angreifer Kommandos einspeisen, Passwörter per Brute-Force-Angriff knacken oder Attacken wie Cross-Site- Scripting und Buffer Overflow durchführen. Können sie sich einen Root-Zugriff verschaffen, haben sie die volle Kontrolle über das Gerät und können es als Ausganspunkt für Attacken auf andere Netzwerkkomponenten nutzen.

„Die Sicherheit wurde bei diesen Produkten komplett ignoriert“, so Sintonen. „Augenscheinlich ging es dem Hersteller nur darum, das Gerät schnell fertigzustellen und auf den Markt zu werfen. Gängige Sicherheitspraktiken wurden links liegen gelassen, das gefährdet Nutzer und Netzwerke. Ironischerweise sollen diese Kameras mehr Sicherheit zu Hause bieten – während sie gleichzeitig das virtuelle Heim unsicherer machen.“

Sintonen empfiehlt, die Geräte in einem separaten Netzwerksegment zu betreiben um die Auswirkungen bei einem erfolgreichen Angriff so gering wie möglich zu halten.

Einen genauen Report zu den Sicherheitslücken wird F-Secure heute veröffentlichen.


Über den Autor: caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING, Linkedin, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Carsten hat bereits 25089 Artikel geschrieben.