FlexBright verspricht Blaulichtfilter ab iOS 7, verpackt in eine magere App

8. März 2016 Kategorie: iOS, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_flexbrightBlaues Licht leuchtet nicht nur blau, es soll uns auch an einem gesunden Schlaf hindern, wenn wir diesem abseits des natürlichen Lichtkreislaufs begegnen. Während es für Desktop-Monitore seit langer Zeit eine Lösung von f.lux gibt, sieht es mobil – zumindest unter iOS – weiterhin blau aus. F.lux musste sogar eine iOS-App von der eigenen Seite nehmen, da Apple die Distribution auf diese Weise nicht unterstützt (aber auch keine App Store kompatible Version ermöglicht). Mit iOS 9.3 wird es dann mit Night Shift einen solchen Blaulichtfilter für iPhone und iPad geben. FlexBright möchte dies bereits jetzt anbieten und kann sogar im App Store gekauft werden.

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Den Kauf habe ich für Euch übernommen, so könnt Ihr Euch die 2,99 Euro vermutlich sparen. Die App bietet nicht nur einen Blaulichtfilter, sie kann auch zur Helligkeitsregulierung generell eingesetzt werden. Altbacken ist dabei nicht nur das Design der App, auch die umständliche (systembedingte) Handhabung macht keinen Spaß. Ab iOS 7 kann die App verwendet werden, auf den neueren iPhone-Modellen wird auch 3D Touch unterstützt.

Aber gehen wir die App einmal der Reihe nach durch, damit Ihr auch seht, was Euch entgeht. Die app bietet 4 Menüpunkte. Auf dem Startbildschirm kann die Helligkeit für tagsüber und abends geregelt werden, hier lassen sich auch mehrere „Helligkeitsfenster“ einrichten. Das hat noch nichts mit Blaulicht zu tun, hier geht es nur um die Helligkeit. Ist der Zeitpunkt zum Wechsel gekommen, gibt es eine Pushmitteilung und man kann die Änderung in der App vornehmen. Automatisch geht das nämlich nicht.

Der nächste Menüpunkt ist dann bereits der Blaulichtfilter. Dieser kann seine Zeiten automatisch anhand von Sonnenaufgang und -untergang errechnen, wie stark gefiltert werden soll, muss der Nutzer selbst festlegen. Gleiches Spiel wie bei der Helligkeit, ist der Zeitpunkt zum Wechsel gekommen, gibt es eine Benachrichtigung. Die Intensität des gelben Schleiers kann dabei gewählt werden, macht aber in allen Einstellungen einen furchtbaren Eindruck. Mag sein, dass so weniger blau auf meine Augen trifft, wenn ich den Blick auf das Display allerdings schon als unangenehm empfinde, kann es so prickelnd nicht sein (siehe Video).

Die Zeiten zur Aktivierung können vom Nutzer auch manuell festgelegt werden, falls er sich nicht an der Sonne orientieren möchte. Etwas praktischer erscheint da schon der Dunkelmodus, der sich ebenfalls bei den Blaulichteinstellungen befindet (warum auch immer). Es handelt sich dabei um einen invertierten Schwarz-Weiß-Modus. Das kann in dunkler Umgebung den Unterschied zwischen angenehmer und unangenehmer Wahrnehmung machen.

Der dritte Menüpunkt der App hat irgendetwas mit Augenemfpindlichkeit zu tun. Hier kann man seine Augenempfindlichkeit festlegen (?????), die Anzahl von Augenübungen festlegen (?????), den Anstrengungsrechner betrachten (?????) und seine Bettzeit festlegen. Sinn dieses Menüpunktes? Ja, da bin ich auch noch auf der Suche, vielleicht sollte es auch einfach keine App mit nur 3 Tabs werden, wer weiß.

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Auch der vierte Menüpunkt macht einen gewissen Filler-Eindruck. In diesem prominenten Abschnitt der App könnt Ihr die aktuelle Helligkeit ändern. Wow. Ja, könnt Ihr natürlich auch über das Kontrollzentrum oder über die Einstellungen, aber hey, there is an app for that!

Vielleicht mag die App interessant für Menschen sein, die mit ihrem iOS-Device nicht mehr in den Genuss des iOS 9.3-Updates kommen oder die Funktion vom Gerät nicht unterstützt wird. Aber empfehlen kann ich die App nicht, weder zum Preis von 2,99 Euro, noch zu einem anderen Preis. Sie ist einfach schlecht gemacht. Sieht für mich aus als wolle der Entwickler eine schnelle Mark damit machen.

Wer sich selbst überzeugen möchte (man kann ja von seinem Rückgaberecht Gebrauch) machen, findet die App im App Store.


Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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