Fitness-Tracker: Hersteller legen wenig Wert auf Sicherheit

22. Juni 2015 Kategorie: Wearables, geschrieben von:

Neulich gab es schon einen Bericht, dass Smartwatches Daten nicht ordentlich verschlüsseln und somit relativ einfach persönliche Daten des Nutzer preisgeben. Nun hat AV Test Fitness-Tracker untersucht und diese nach ihrem Sicherheitsrisiko eingeordnet. Dabei wurde nicht nur überprüft, ob die Armbänder die Daten verschlüsseln, sondern auch die Verbindung an sich. Das Ergebnis überrascht nicht wirklich, die meisten Armbänder haben Defizite, was die Sicherheit anbelangt.

Fitness-Tracker_AVTest

Getestet wurden neun Armbänder, die aktuell in Deutschland verfügbar sind, außerdem waren die Testkandidaten mit mehreren Smartphones kompatibel, sind also nicht an ein spezielles Gerät gebunden. Welche das waren, seht Ihr in der oberen Grafik. Einzig das Sony Smartband Talk schneidet nahezu makellos ab. Hier wird bemängelt, dass sich die Bluetooth-Verbindung nicht direkt am Armband deaktivieren lässt.

Wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verliere, in diesem Fall trifft es das Acer Liquid Leap Fitness-Armband, das auch unter anderen Namen von anderen Herstellern verkauft wird. In 9 von 11 Testkriterien versagte das Modell von Acer, allerdings ist nicht klar, ob die gleichen Armbänder unter anderem Namen auch die gleichen Mängel zeigen. Sollte eine andere Software verwendet werden, kann das Ergebnis nämlich schon wieder ganz anders aussehen.

Interessant ist, dass das Armband von Acer sich anscheinend auch einfach manipulieren lässt. Im Test wurde eine App erstellt, die Teile der Original-App beinhaltete und dadurch auch als Original vom Armband erkannt wurde. Ein Datenaustausch war problemlos möglich und man konnte die Daten sogar manipulieren und an das Armband zurückschicken.

Allzu sicher sind die Fitness-Gadgets also nicht, obwohl sie relativ sensible Daten aufzeichnen und an das Smartphone weitergeben. Aktuell mag das Auslesen von Fitness-Daten Fremder zumindest hierzulande noch keine Bedrohung sein, das kann sich aber schnell ändern, wenn die Fitness-Daten für den Nutzer Vor- oder Nachteile bringen. Krankenkassen, die Tarife von der persönlichen Fitness abhängig machen, speziell auf den Fitness-Stand zugeschnittene Werbung und so weiter.

Die Hersteller sind dennoch gut beraten, das Thema Sicherheit und Privatsphäre bei Fitness-Gadgets nicht zu vernachlässigen. Immerhin wollen sie dem Nutzer die Gadgets als unverzichtbar anpreisen. Wenn diese jedoch in Sachen Sicherheit löchrig wie ein schweizer Käse sind, klappt das mit Sicherheit nicht so gut.


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Über den Autor:

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