Firefox: weniger Installationen durch Microsoft-Fehler

31. Oktober 2012 Kategorie: Firefox & Thunderbird, Windows, geschrieben von: caschy

Erinnert ihr euch noch an den Fauxpas von Microsoft, dass man den Browser-Auswahlbildschirm nicht angezeigt bekam? Im Juli wurde bekannt, dass durch einen Fehler circa 28 Millionen Installationen diesen Bildschirm nicht bekamen. Microsoft wurde von der EU gezwungen, den Benutzern von Windows 7, XP und Vista einen Auswahlbildschirm zu präsentieren, der auf Alternativen zum Internet Explorer hinweist.

Die EU will damit erreichen, dass Microsoft seine Vormachtstellung dadurch nicht ausnutzt. Altes Thema aus dem Jahre 2010. Nun gibt es aus dem Hause Mozilla Schätzungen, wie viele Firefox-Installationen durch diesen Umstand “verhindert” wurden.

So gingen in dieser Zeit die Downloads um bis zu 63 Prozent zurück – teilweise auf bis zu 20.000 Installationen pro Tag. Nachdem der Fix seitens Microsoft eingespielt wurde und das Auswahlfenster erschien, stiegen die Downloads wieder auf bis zu 50.000 pro Tag. Insgesamt gibt man an, dass man 5 bis 9 Millionen Firefox-Downloads in dieser Zeit verlor.

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15 Kommentare

Ted0 31. Oktober 2012 um 12:20 Uhr

Ich dachte der IE ist sowieso nur dafür da, nach einer Neuinstallation Chrome bzw. Firefox herunterzuladen… nicht? SCNR.
Allerdings dachte ich schon, dass die meisten User, auch die technisch nicht so interessierten, im Normalfall einen alternativen Browser installieren. So kann man sich irren.

Witzig ist aber auch, dass man von Browsern erfährt, von denen man sein Leben noch nicht gehört hat: FlashPeak Slim, SRWare Iron, RockMelt, Lunascape (!?)

MasterPhW 31. Oktober 2012 um 12:25 Uhr

Solche Aussagen halte ich für genauso gehaltvoll, wie alle Downloader von Games als Potenzielle Käufer zu führen und dann die Anzahl von irgendwelchen abgeschlossenen Torrentdownloads als Verlustrechnung zu führen.

Leif 31. Oktober 2012 um 12:30 Uhr

Hiermit macht sich die EU doch lächerlich. Haut sie Apple auf die Finger weil Safari vorinstalliert ist? Schaut sie auf Android weil dort kein Auswahlmenü für Opera, Dolphin und dergleichen existiert? Mein Bäcker bietet mir auch keine Brötchen von der Konkurrenz an..

Julian G. 31. Oktober 2012 um 12:33 Uhr

Ted0, wieso denkst du das, spätestens seit IE8? Ist doch ein guter Browser, vor allem auch für “technisch nicht so interessierte” gut zu benutzen.
Und “Iron” kennt man, das war damals die Chrome-Alternative ohne Spionage-ID.

Mich würde auch mal interessieren, wie viele Leute sich aus diesem Fenster was installieren, was gut klingt, und dann in dem Glauben, das dann drauf zu haben, weiterhin “das Internet” auf ihrem Desktop anklicken?

Chris 31. Oktober 2012 um 13:07 Uhr

Mein Mitleid hält sich in engen Grenzen -.-
Die EU-Regelung ist doch letztlich ohnehin Banane. Und wenn man schon auf Marktanteile abstellt, dann sollte man sich vielleicht auch mal Google und Apple genauer anschauen, oder wie sieht’s da im Bereich der Tablets und Smartphones aus?

ZACK 31. Oktober 2012 um 13:09 Uhr

Oft kommt doch noch dazu, dass viele Benutzer mit diesem Auswahlfenster schon überfordert sind. SIeht man öfters wenn man zum Kundendienst rausgeht, dass mal eben schön brav alle (oder einige) Browser installiert wurden. ;)

Sysadmin Margarethe 31. Oktober 2012 um 13:37 Uhr

Die Leute die den Firefox wollen sind sicher in der Lage ihn einfach selbst runterzuladen. Die Statistik zeigt ja nur, wieviele Downloads nicht über den gesponsorten Auswahlbildschirm passiert sind. Vielleicht sind die Leute auch einfach mal auf die Idee gekommen einen anderen Browser zu verwenden; ich war damals Verfechter von Firefox, aber nach Version 3 und spätestens ab 2010 war Chrome weit im Vorteil; auch sehr gute Plugins, Schnelligkeit, weniger Dialoge und Neustarts. Komfortabel. Und inzwischen kann der IE 10 genauso schnell neue Tabs öffnen und erlaubt sofortiges einfügen von URLs, das war mit Verison 9 noch etwas hakelig. Man fühlte sich unter Win7 mit dem AUswahlbildschirm schon etwas veräppelt, weil man beim klicken auf IE als Standardbrowser nur die Meldung bekam, dass dieser bereits installiert sei. Und der Auswahlbildschirm tauchte immer wieder auf. Man hatte gar nicht die Chance mit einem Klick “Ja” zum IE zu sagen. Inzwischen mit Win8 wurde dieser Bug behoben, danke.

Nico 31. Oktober 2012 um 14:00 Uhr

Gibt es bei Apple sowas auch bzgl. Safarie Vorteil?

lumpi 31. Oktober 2012 um 14:15 Uhr

Ich finde diesen Auswahlbildschirm extrem albern. Microsoft verkauft halt ein Produkt und da gehört der IE dazu, fertig basta.

Andreas 31. Oktober 2012 um 15:32 Uhr

Warum raffen hier mal wieder so viele Kommentatoren nicht, dass man an Microsoft nicht den gleichen Maßstab wie an Markteilnehmer anlegen kann, weil Microsoft eben das Quasi-Monopol hat (auch wenn es sich ein *wenig* entspannt hat)?

Das sieht ja nicht umsonst auch der Gesetzgeber im Kartellrecht so. Für einen (Quasi-)Monopolisten gelten eben *strengere* Regeln um den Wettbewerb nicht noch weiter zu gefährden. Schade ist nur, dass solche Prozesse halt manchmal Stilblüten wie die Browserwahl hervorbringen, aber irgendwo muss man ja anfangen.

Damit macht sich die EU dennoch alles, nur nicht lächerlich. Microsoft ist und war nunmal nachweislich nicht gerade ein Kind von Traurigkeit bzgl. unfairer Praktiken, vorallem in den 90ern Jahren und um die Jahrtausendwende.

Als Analogie: Wenn mein Einkommen höher ist muss ich auch mehr Steuern zahlen und jemand auf Bewährung muss sich auch an Auflagen halten, die andere nicht haben.

Paul Peter 31. Oktober 2012 um 17:23 Uhr

@Andreas: korrekt. bis vor wenigen Jahren war es so. Wenn ich mich aber inzwischen umschaue, dann sehe ich zum großteil iPads, MacBooks und iPhones und Android-Phones. und sollte mal jemand sein Browser auf einem Windows-Rechner starten, dann sehr oft Firefox oder Chrome. Würde man die ganzen Firmen-PCs aus den Statistiken streichen, dann würde niemand mehr ein Monopol für Microsoft im Bereiche Betriebssysteme und Browser finden. Meiner Meinung nach gibt es nurnoch ein Microsoft-Monopol: Microsoft-Office.

NetzBlogR 31. Oktober 2012 um 20:36 Uhr

Mozilla haut alle zwei Wochen eine neue Version raus, die dann natürlich alle runterladen. Den Download-Einbruch erkläre ich mir so, dass sie eine Versionsnummer mal für vier Wochen beibehalten haben … bumms, weniger Downloads.

[/sarkasmus]

Georg S. 1. November 2012 um 08:14 Uhr

@Paul Peter Ich sehe derzeit noch viel mehr Windows PCs als Macs iPads aber darauf Läuft meist Firefox oder Chrome den IE habe ich nur bei meinem Onkel gesehen, bis ich ihm Chrome installiert habe. Aber mein Onkel wäre durch das Auswahlfenster wohl nur soweit verwirrt gewesen das er wieder bei mir angerufen hätte.
PS. Smartphones sehe ich auch immer mehr und die meisten nutzen den Standard Browser.

Sören Hentzschel 3. November 2012 um 16:06 Uhr

Kleine Korrektur zum Artikel: Die Statistik bezieht sich auf die Downloads, nicht auf die Installationen. Das ist ein ziemlich großer Unterschied, Stichwort Funnelcake-Faktor. Ich habe nur eine ältere Zahl von 2007 parat, aber für die Zeit damals geht man davon aus, dass lediglich 57% der Firefox-Downloads überhaupt zu Installationen geführt haben. Die Zahl mag heute anders sein, vielleicht kleiner, ich denke aber, dass dieser Funnelcake-Faktor nach wie vor eine nicht zu verachtende Dimension hat.

Sören Hentzschel 3. November 2012 um 16:14 Uhr

Ich meinte natürlich den Funnel-Faktor, Funnelcake ist das dazugehörige Experiment von Mozilla. Ich vermisse die Editieren-Funktion von früher. ;)


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