Firefox benutzt Video-Codec H.264 dank Cisco-Initiative

31. Oktober 2013 Kategorie: Firefox & Thunderbird, Internet, Software & Co, geschrieben von:

H.264 ist ein weit verbreiteter Video-Codec im Internet, der effizient bei der Videokompression ist und wird daher in vielen Videoangeboten, wie Blu-ray, QuickTime, Videokonferenzsoftware oder natürlich auch u.a. bei YouTube, verwendet. Allerdings ist der Codec durch verschiedene Patente und daraus resultierende Lizenzabgaben von der MPEG LA geschützt, welches eine direkte Integration für Open-Source Projekte, z.B. Firefox, bisher verhinderte.

Mozilla Firefox H.264

Image by Placeit

Cisco wird zunächst Binärpakete für verschiedene Plattformen (zu Beginn x86 und ARM) anbieten und auf ihrer Webseite hosten, die dann kostenfrei von anderen in ihre Lösungen integriert werden können. Cisco wird zudem die anfallenden pauschalen Lizenzgebühren bezahlen.

Dies setzt natürlich die Barriere für Firefox deutlich nach unten und sie danken zunächst einmal Cisco für ihr Engagement für ein offeneres Web (beide arbeiten auch eng beim Thema WebRTC zusammen) und verkünden folgerichtig die zukünftige Nutzung von H.264 in Firefox voraussichtlich Anfang 2014. Der Codec wird zwar nicht direkt mit ausgeliefert, sobald er aber benötigt wird soll er automatisch im Hintergrund von den Cisco-Servern heruntergeladen werden, außer der Benutzer deaktiviert es explizit in den Einstellungen.

Zwar kann Firefox seit den letzten Versionen ebenfalls H.264 verwenden, allerdings geschieht dies nicht direkt, sondern durch die Nutzung von unterschiedlichen Multimedia-Frameworks (z.B. GStreamer unter Linux). Die Initiative von Cisco ist daher zu begrüßen, auch wenn dies natürlich keineswegs aus reiner Nächstenliebe passiert, denn derzeit wird über den zukünftigen Standard Video-Codec für die Echtzeitkommunikation im Internet entschieden, wo Cisco natürlich eigene Interessen hat.

Brendan Eich, CTO von Mozilla, betont aber ebenso nachdrücklich, dass man weiterhin an VP8 und an Daala, der nächsten Generation der Video-Codecs, welcher besser als H.265 werden soll, festhalten und weiterentwickeln wird. Für den normalen Nutzer wohl die sinnvollste Entscheidung, um eine hohe Kompatibilität in freier Software zu fördern.


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