Finden Google Reader-Funktionen im Netzwerk Google+ Platz?

16. März 2013 Kategorie: Google, geschrieben von: caschy

Die Frage eines Google-Mitarbeiters bei Google+ gibt allerlei Raum für Spekulationen. So fragte er, welche konkreten Funktionen die Menschen denn am Reader schätzen würden. Er wolle sich wichtiges Feedback einholen, damit man vielleicht einige der wichtigsten Punkte in zukünftigen Google-Produkten verarbeiten kann. Was sich für mich zeigt: Google weiss wohl, dass viele, viele Menschen den Google Reader lieben.

Reader

Dennoch wird er abgestellt, weil der Google Reader Google beim Sammeln von Daten vielleicht nur wenig nutzt, zudem agieren die Menschen dann eben nicht in Googles Netzwerk Google+. Für mich zeigt sich mal wieder, dass Googles Motto “Don’t be evil” durchaus kritisch zu sehen ist. Man nimmt den Menschen Dienste, damit man sie in andere Dienste hineinpressen kann, die Google mehr Nutzen bringen. Aus geschäftlichen Blickpunkten nachvollziehbar – doch ich als Benutzer fühle mich dadurch von Google nicht wirklich wertgeschätzt.

Neueste Beiträge im Blog

Gefällt dir der Artikel?
Dann teile ihn mit deinen Freunden.
Nutze dafür einfach unsere Links:
Über den Autor: caschy

Hallo, ich bin Carsten! Dortmunder im Norden, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING, Linkedin und YouTube.

Carsten hat bereits 16481 Artikel geschrieben.


30 Kommentare

rudiralala 16. März 2013 um 11:35 Uhr

nächste Google-Maßnahme:
Abschalten Gmail, kann man ja vielleicht auch irgendwie nach Google+ verbiegen zum Wohle des Aktienkurses.

Vielleicht bieten bis dahin Amazon oder ebay was Passendes an :-)

Selber schuld Google!

CU 16. März 2013 um 11:37 Uhr

So langsam regt mich Googles Politik wirklich auf, ich bin ernsthaft am überlegen, mein komplettes Profil zu anderen Diensten zu verlegen. Auch Gmail, Picasa und Drive.
Erst wollen sie IGoogle dicht machen, dann auch noch den Reader, und die Picasa-Funktionen kriegen sie auch nicht nach Plus umgezogen.
Momentan hab ich fast den Eindruck, sie wollen den gesamten Dienst mit Gewalt in Plus reinpressen, aber kriegens nicht hin. Nervt echt. Hatten ursprünglich einige Dinge, die mich damals zu Google statt Yahoo gebracht haben, machen aber eins nach dem anderen kaputt…

Golex 16. März 2013 um 11:42 Uhr

Das sehe ich anders. Nur weil ein Dienst kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, heißt das noch nicht das man einen Anspruch darauf hat. Man sollte da Motto “Don’t be evil” nicht mit “gebt und weiterhin was wir wollen, aber bitte umsonst” verwechseln.

Würde in den nächsten Wochen / Monaten eine Alternative von Google aufkommen (z. B. besser Feed-Darstellung in G+), etwas das sicherlich passieren wird (hoffe ich zumindest), währe meiner Meinung nach alles in Butter. Und selbst wenn nicht, man kann doch nicht erwarten das ewig Ressourcen für einen Dienst aufgebracht werden der den entsprechenden Mehrwert nicht liefert.

Wer weiß was noch kommt. Ich sehe die Abschaltung als ersten Schritt einer möglichen
Weiterentwicklung an (auch wenn ich den Reader sehr vermissen werde – nutze ich jeden Tag dutzende Male…)

actro 16. März 2013 um 11:44 Uhr

Ich hab den Reader zwar nie benutzt, aber gefallen tut mir das auch nicht. G+ nutze ich unterwegs nur sehr eingeschränkt, weil der Stream halt alles in allem viel Datemvolumen frisst und bei dem Ausbau unserer Handynetze auch nicht immer einwandfrei funktioniert. Noch mehr Daten brauche ich da ganz und gar nicht.

Ich bin eher dafür zu haben, für jedes Aufgabengebiet eine spezialisierte Software zu nutzen, statt eine eierlegende Wollmilchsau, die dann doch wieder nur ein Kompromiss ist.

Als Reader nutze ich übrigens den NewsDJ von Taptu, der entspricht am ehesten meinen Bedürfnissen..

cokkii 16. März 2013 um 11:45 Uhr

Na, da bin ich ja froh vom den Google Diensten überhaupt nicht abhängig zu sein. Google ist eine Firma die nur Kohle machen will und deshalb jeden Dienst der kein Gewinn (und kein Daten von Dritten) erwirtschaftet eingestampft wird.

Joe 16. März 2013 um 11:47 Uhr

Verstehe ich nicht, wie man mit so einer Maßnahme Nutzer in google+ reinpressen will? Ich hab einfach zu feedly gewechselt.. Lassen sich denn überhaupt in google+ RSS Feeds ordentlich verwalten? .

Hensman 16. März 2013 um 12:00 Uhr

Wer ist eigentich dieser Google, der uns nicht wertschätzt?

Sind das die Mitarbeiter? Ist das der Konzern? Aber der Konzern gehört den Aktionären. Schätzen die uns nicht? Und wenn ich mir eine Aktie kaufe? Schätze ich mich dann selbst nicht wert, weil ich den Reader gerne benutze?

Ich glaube es wird alles zu emotional. Der Reader lohnt sich nicht für Google und wird eingestellt. Er passt nicht in deren Strategie. Wenn der Reader wichtig genug ist, wird es Alternativen geben, denn dann lohnt es sich für eine andere Firma mit anderen Zielen.

Und wenn es keine Alternativen gibt und wir überzeugt sind, dass es genügend Leute gibt, die etwas damit anfangen könnten, dann ist es doch eine prima Geschäftsidee…

Vladimir 16. März 2013 um 12:08 Uhr

Sofort nach der Bekanntgabe das Reader eingestellt wird habe ich mein G+ Profil gelöscht. Als nächstes räum ich Drive auf und wechsle da den Anbieter. Für eMail wird es wohl Outlook werden. Ich bin stinksauer auf google, war doch Reader der Dienst welchen ich tagtäglich verwendet habe.

Basti 16. März 2013 um 12:08 Uhr

Krass was für ein Weltbild manche zu haben scheinen.
@cokkii: welche Firma will denn keinen Gewinn machen?! Und welche Firma vertreibt Produkte weiter, von denen klar ist, dass die in keiner Weise zum Gewinn beitragen?
Vermutlich keine, oder welche die dem sicheren Ruin entgegensteuern.

Bin auch der Ansicht, das wir einfach keinen Anspruch auf die Fortsetzung eines Produktes haben, sei es von Google oder sonst wem. Woher denn auch?

Andy 16. März 2013 um 12:36 Uhr

Eine Firma die Gewinn machen will? -Sowas hab ich ja noch nie gehört :-)
Finde auch schade das der Reader eingestellt wird, gerade auch weil so viele Reader-Apps (@Joe: auch Feedly wenn ich nicht irre :-) darauf aufsetzen. Ist ja auch ungemein Praktisch den Dienst von jedem Gerät zu nutzen und alles zentral zu verwalten.
Wenn es aber mal eine ähnlich Funktionalität in G+ geben sollte …. kann ich evtl. damit leben?

Nik 16. März 2013 um 12:36 Uhr

Freue mich auf den Anbeginn einer Zeit da wir die Dinge die wir wirklich wollen auch bewusst gestalten und finanzieren.

Jürgen 16. März 2013 um 13:01 Uhr

Das portieren auf G+ ist ja auch keine Lösung…

Joe 16. März 2013 um 13:09 Uhr

@Andy – Ja, feedly basiert auf dem google reader, aber wird nach der Schließung vom Google Reader die Google Reader API klonen und dann auch ohne ihn funktionieren (wenn das Sinn macht)…

wirpo032 16. März 2013 um 13:21 Uhr

De angesprochene fehlende Inteaktion zum Googlenetzwerk kann ich nicht nachvollziehen! Durch abonnierte Feeds kann man doch so einiges an Interessen eines Nutzers herausfinden, durch das Anklicken eines gewissen feeds und nicht eines anderen sogar noch viel mehr.

Etwas anderes für mich unverständliches: Ich habe die Geschäftszahlen von Google zwar nicht durchgelesen, kann mir aber nicht vorstellen dass die se Abteilung keinen Gewinn einbringt. Warum sollte man einen Selbstläufer schließen *grml*

glimm 16. März 2013 um 13:43 Uhr

Man kann nicht generell sagen, dass es sinnvoll ist, Dienste zu schließen, weil sie keinen direkten Gewinn bringen. Es geht darum, Dinge zu haben, die den Kunden an die eigene Marke binden.
Der Reader war für mich neben Gmail mit ein Grund, überhaupt ein Google-Konto zu erstellen. Wenn man dann erst einmal den ein oder anderen Dienst nutzt, probiert man auch die restlichen Services aus.

Malibu 16. März 2013 um 14:32 Uhr

Naja, wer sich in einen Dienst reinpressen lässt…
Mein Google-Konto ist auch nur für Reader und GMail da.
Wenn der Reader jetzt wegfällt, sehe ich mich auch mal nach einem Ersatz für GMail um.

Outlook.com kann scheinbar kein IMAP und auf dem eigenen Server sind die Mail-Konten unter der eigenen Domain auch schon alle voll :-/

BING sucht seit gestern schon für mich, manchmal ist so ein Wechsel gar nicht mal so übel…

coriandreas 16. März 2013 um 15:11 Uhr

Hat denn einer der Google-Gründer nicht letztens gesagt: Für Google besteht keine Gefahr von außen, also durch andere Unternehmen, sonden von innen. Sieht ganz so aus, wenn sie so einen extremen Weg des Kulturkampfes wählen: Google Plus über alles, d.h. Forcierung auf die totale Datenfreigabe aller User – oder nichts, d.h. Google geht unter, ist Geschichte. Mal sehen, ob es eine Trendwende gibt und ob das Kostenlosmodell Daten gegen Dienstleistung bald Geschichte ist…

Tobi 16. März 2013 um 15:54 Uhr

Vor einem halben Jahr erst bin ich von Yahoo Mail zu GMail umgezogen – vorallem wegen funktionierendem Exchange Push auf dem iPhone, Google Drive und Google Reader. Seit ich bei Google bin, kommen nur noch negativ Schlagzeilen: Einstellung von kostenlosem Exchange und jetzt noch die Sauerei mit dem Reader und dem CalDAV.

Wenn sich Google keine Lösungen einfallen lässt, werde ich mittelfristig weg sein. Auf einen erneuten Wechsel hab ich zwar wenig Lust, aber was muss, dass muss. Google muss sich auch klar sein –> Nutzer, mit denen man sich es verscherzt, bleiben langfristig weg. Ein Smartphone mit Android würde ich dann auch nicht mehr kaufen. Windows Phone 8 ist zwar noch nicht optimal, aber könnte in absehbarer Zeit eine gute Alternative zu iOS werden.

Tobbi 16. März 2013 um 16:38 Uhr

Es ist wirklich schade, selbst wenn einige Funktionen in G+ “verbaut” werden, ersetzen wird es den Reader in seiner Grundfunktion kaum. Eine Interaktion hinsichtlich Sharing von Links gibt/gab es ja.

l1wernerL. 16. März 2013 um 18:01 Uhr

http:/von Vladimir: “Sofort nach der Bekanntgabe das Reader eingestellt wird habe ich mein G+ Profil gelöscht. Als nächstes räum ich Drive auf und wechsle da den Anbieter.”
Ich werde mein G+ Profil löschen und Gdrive nicht mehr verwenden, sobald der Reader nicht mehr funktioniert. Es gibt schon Grund auf Google wütend zu sein. Immerhin sind wir gar nicht die Kunden von Google sondern schlicht das Produkt dessen Daten in irgendeiner Weise auch verkauft werden. Dagegen habe ich nichts, denn dafür habe ich bis jetzt – und bei Gmail immer noch – ja geldwerte Leistungen kostenfrei bekommen.

Wenn Google sagt, daß der Reader immer mehr Nutzer verloren hat, dann muß man ja auch sagen, daß sie dafür praktisch keine Werbung gemacht haben. Der Gedankengang von glimm ist doch völlig richtig. Ein Unternehmen wie Google muß doch die volle Palette an Leistungen bringen, damit solche wie wir gar nicht auf die idee kommen, uns umzusehen.
Und auf diese Idee sind seit dieser Entscheidung sehr viel Google Nutzer gekommen. Diese Entscheidung wird Google noch schwer bereuen.

Es gibt Grund wütend zu sein, weil ein Reader- Umzug gar nicht so einfach ist. Selbst wenn ein anderer Reader ein Nachbau mit weitgehend identischer Funktionlität sein sollte und ein´Einlesen per OPML-Datei möglich ist, ist immer noch viel Arbeit verloren.
Beim Google-Reader kann ich per Mail versenden – mit Zugriff auf die Google-Kontakte. Wird zukünftig nicht mehr möglich sein.
Die Tags, die Zusammenarbeit mit IFTT, die Unterscheidung gelesen-nichtgelesen und einiges mehr werden in einem neuen Reader nicht vorhanden sein.

JMK 16. März 2013 um 18:44 Uhr

Das “don’t be evil” war noch nie wahr, zumindest nicht seitdem Google eine Aktiengesellschaft ist. Hat aber auch nie wirklich einer geglaubt?!

Gerade heute war der Reader auch Thema beim online talk bei DRadio Wissen. Die Argumentation war durchaus schlüssig. Da G+ immer noch rumkrebst, dort in der Regel die Nerds und nicht die breite Masse rumhängt will Google mit der Einstellung des Readers die Leute halt zu G+ locken.
Verständlich. Sind die Daten dort doch viel leichter abzuholen und auszuwerten als über eine offene Schnittstelle.

Marco Braun 16. März 2013 um 18:50 Uhr

Ich bin gestern zu Feedly gewechselt und bin begeistert. Ich habe den Google Reader, zumindest die Web-Oberfläche, zuvor auch nur ab und an genutzt. Viel wichtiger ist hingegen die Aggregationsleistung und jene Implementierung in Apps wie Reeder. Hier hoffe ich jetzt einfach mal, dass Reeder in Zukunft auf Feedly zugreifen kann. Und falls nicht, gibt es ja auch noch die iOS-Version von Feedly.

JMK 16. März 2013 um 18:52 Uhr

Vielleicht lernen die Leute jetzt endlich, dass das internet nicht nur aus Google, Amazon, Zalando, ebay besteht. Und dass der meistgenutzte Dienst nicht der beste ist.

dela 16. März 2013 um 20:26 Uhr

Ich habe mich super geärgert, aber ich hoffe und vermute, dass sie den reader irgendwie sinnvoll in g+ integrieren, was ich sogar viel besser als den derzeitigen reader finden würde. So wäre es für den Nutzer viel leichter einen Artikel zu kommentieren und mit anderen drüber zu diskutieren. Absoluter Mehrwert

Talkrabb 16. März 2013 um 20:56 Uhr

Es wird nicht mehr lange dauern bis man außer der Suche alle Google Dienste ausschließlich mit Chrome oder Android nutzen kann. Natürlich ohne Adblocker…
Erinnert mich an AOL.

uniquolol 17. März 2013 um 00:01 Uhr

Ich kann als Ersatz für GR bisher nur NewsBlur(*) PREMIUM empfehlen. Kein unnötiger Schnickschnack, klassisches Design, keine Probleme mit gekürzten Feeds -> eine Webseiten-Ansicht ist wählbar, keine Werbung, keine zweifelhaften Sponsoren/Investoren…

Bisher mein optimaler Ersatz für GR…

(*) http://www.newsblur.com/

Ralph 17. März 2013 um 09:06 Uhr

Google hat bei mir innerhalb kürzester Zeit jegliche Sympathiepunkte verspielt.

Heiko 17. März 2013 um 11:53 Uhr

Ein Dienst geht, 5 neue kommen, Konkurrenz belebt das Geschäft. feedly schaut bisher ganz gut aus, wenn Flipboard später noch die Feeds daher zieht, perfekt.

Bei mir erreicht Google so das Gegenteil, ohne Reader sehe ich keinen Grund mich “einzuloggen” werde also nicht mal mehr alle 5-7 Tage auf G+ schauen, sondern nur noch alle paar Wochen, wenn überhaupt. Kein Mehrwert der Dienst eher Informationsüberfluss, daher liebe ich RSS, dosierte Informationen und nicht soviel gelike, geteile was auch immer.

Thalon 18. März 2013 um 13:38 Uhr

Ich würde für GR sogar zahlen. Ich verstehe nicht weshalb diese Option nicht zur Debatte steht.
Aber ich bin gespannt was die Konkurrenz in den nächsten Monaten noch schafft. Für mich primär wichtig ist eine schnelle Handhabung vieler Feeds (was bei Feedly und Flipboard einfach nicht gegeben ist), markieren von Feeds für später und Sync des Gelesen-Status zwischen mehreren Geräten. Das ist leider wo die meisten Konkurrenten scheitern..

Je mehr Cloud es gibt, desto mehr wird der eigene Webserver mit eigenen Diensten immer interessanter.. Irgendwie witzig..

Thalon


1 Trackback(s)

16. März 2013
R.I.P. Google Reader - Tobbis Blog

Deine Meinung ist uns wichtig...

Kommentar verfassen

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich eine Zusammenstellung.