Fernsehen ist (noch) das meistgenutzte Medium Deutschlands

19. September 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von:

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Laut einer Langzeitstudie der öffentlich-rechtlichen ARD und ZDF ist das Fernsehen in Deutschland weiterhin das meistgenutzte Medium. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das Internet das Zepter übernehmen wird. Aktuell verbringt laut der Studie jeder Deutsche ab dem Alter von 14 Jahren im Schnitt ca. 208 Minuten täglich vor dem Fernseher. Eine stolze Nutzungszeit, bei der allerdings viel „Berieselung“ im Spiel sein dürfte, statt nur bewusster Mediennutzung.

So unterscheiden sich Fernseh- und Internetnutzung in diesem Punkt: In der Regel nutzt man das Internet deutlich bewusster, während der TV eher auch im Hintergrund laufen kann. Allerdings ist die Internetnutzung zugleich deutlich vielfältiger, so dass die Grenzen zum traditionellen Fernsehen ohnehin verschwimmen, wie es auch der großartige Kevin Spacey einmal im Bezug auf Kinofilme, TV-Serien und Streaming beschrieben hat. So kann man beispielsweise eine Serie wie „Once Upon a Time“ sowohl im Fernsehen als auch über das Internet bzw. einen Streaming-Anbieter konsumieren. Zusätzlich ergeben sich weitere Nutzungsmöglichkeiten wie das Surfen im WWW, Messenger, Online-Gaming, E-Mail, etc. Rechnet man all diese Optionen zusammen, nutzen Jugendliche laut der ARD- / ZDF-Studie das Internet bereits jetzt stärker als das traditionelle Fernsehen. Der Trend ist also erkennbar.

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Meiner Meinung nach ist das traditionelle Fernsehen schon jetzt ein Medium der Vergangenheit – zumindest gilt das für mich. Ich persönlich konsumiere etwa Filme und Serien aus dem englischsprachigen Raum ausschließlich im O-Ton, so dass das deutsche Fernsehen nur noch wenig Reiz versprüht. Dazu kommt, dass Nachrichten zeitnaher im Internet abrufbar sind. Die journalistische Arbeit der TV-Macher, auch und vor allem der öffentlich-rechtlichen Sender, ist oft kritikwürdig. Zumal es in der heutigen, schnelllebigen Gesellschaft nicht mehr zeitgemäß ist, sich als Zuschauer nach festen Sendezeiten richten zu müssen.

Das haben auch die öffentlich-rechtlichen Programmgestalter erkannt und versuchen sich der jugendlichen Zielgruppe anzunähern. Allerdings sind die Ergebnisse oft…nun ja, sagen wir mal verbesserungswürdig. Zumindest weist die neue Studie nach, dass die Zeit des Fernsehens aber noch nicht gekommen ist. Es ist auch in der Zukunft erstmal nicht zu erwarten, dass das Fernsehen, wie wir es kennen, komplett verschwindet. Eher ist mit einer neuen Aufteilung der Mediennutzung und einer geringeren Bedeutung des TVs zu rechnen. Die komplette Studie von ARD und ZDF ist übrigens hier als PDF herunterladbar.

(via Statista)

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