FBI warnt vor vernetztem Spielzeug für Kinder

22. Juli 2017 Kategorie: Hardware, Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Etwas kurios mutet es schon an, wenn gerade eine Behörde wie das FBI vor Spielzeug warnt. Das gleiche FBI, das gerne alles und jeden bequem abhören würde, das gleiche FBI, das eine Backdoor für Behörden in Systemen fordert. Und nun kommt eine Warnung vor Kinderspielzeug, weil dieses die Privatsphäre verletzen könnte. Die Warnung erinnert dabei sehr an die Begründung, die auch die Bundesnetzagentur lieferte, als Cayla – eine sprechende und zuhörende Puppe – aus dem Verkehr gezogen wurde.

Aber im Gegensatz zu Cayla handelt es sich hier um eine generelle Warnung vor vernetztem Spielzeug. Es kann Mikrofone oder Kameras enthalten, die unter Umständen private Details aufschnappen könnten, wenn Gespräche in Hörweite stattfinden. Gleichzeitig gibt es für viele Spielzeuge aber auch eine Smartphone-Schnittstelle oder sie sind an einen Nutzer-Account gekoppelt, der wiederum ebenfalls als Angriffspunkt dienen kann.

Es wird sowohl vor dem direkten Weg der Verbringen des Spielzeugs mit dem Internet gewarnt als auch vor dem indirektem über Smartphone-Apps. Das FBI ist so freundlich und gibt auch gleich ein paar Tipps mit auf den Weg, wie man besser dafür sorgen kann, dass vernetztes Spielzeug sicherer ist.

Auf Verschlüsselung solle man bei der Übertragung von Daten achten, Bluetooth-Pairing nur mit PIN bewerkstelligen und die Geräte eben komplett ausschalten, wenn sie nicht verwendet werden. Letzteres gilt vor allem für Spielzeug, das mit Kamera und/oder Mikrofon ausgestattet ist. Außerdem soll man bei der Erstellung von Accounts nur so viele Daten preisgeben, wie unbedingt benötigt werden. Und natürlich immer gut beobachten, wie Kinder mit dem Spielzeug umgehen.

Die Warnung an sich ist durchaus okay und es ist auch wichtig, dass Eltern auf so etwas achten, Kinder können das noch nicht selbst. Gegen vernetztes Spielzeug an sich ist ja nichts einzuwenden, schlimm wird es dann, wenn eben durch das Spielzeug Angriffe (auf Daten, nicht auf die Kinder) erfolgen. Ebenso wie es schlimm ist, dass sich die wenigsten Hersteller solches Spielzeugs überhaupt um die Sicherheit scheren, hier sollte mal angesetzt werden und verpflichtende Regeln aufgestellt werden.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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