FBI muss Browserlücke vorerst nicht an Mozilla geben

19. Mai 2016 Kategorie: Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_fbiBehörden in den USA spielen mit den Entwicklern „sicherer“ Netzlösungen ein Katz- und Maus-Spiel. Die einen versuchen Lücken zu verhindern, die anderen wollen genau diese finden – und für Ermittlungen ausnutzen. Mozilla legt mit dem Firefox Browser den Grundstein für das anonyme Tor-Netzwerk, eine Lücke sorgte dafür, dass die Nutzer gar nicht so anonym unterwegs waren und vom FBI letztendlich ermittelt werden konnten. Da es sich hier um eine Sicherheitslücke handelt, die auch Nutzer betrifft, die keinen illegalen Aktivitäten nachgehen, wäre es natürlich toll, wenn diese auch geschlossen werden würde.

Genau das wollte Mozilla vor Gericht auch erreichen, wurde aber abgewiesen. Das FBI muss die genutzte Lücke nicht offenlegen, allerdings ist der entscheidende Richter auch der Meinung, dass sich Mozilla mit den Bedenken an den Staat wenden müsse. Das wird Mozilla auch tun. Ob die Lücke auch den Prozess durchwanderte, der darüber entscheidet, ob diese an das betroffene Unternehmen gegeben werden muss, blieb unbeantwortet.

Nun ist eine Entscheidung gerade in diesem konkreten Fall nicht wirklich einfach. Ähnlich wie im Fall Terrorismus kann man auch mit Kinderpornographie Meinung machen. Die Besuche einer solchen Seite wurden nämlich vom FBI über zwei Wochen durch Ausnutzung der Lücke untersucht und somit zahlreiche Fälle, 137 Nutzer der Seite werden in den USA strafrechtlich verfolgt.

Allerdings bedeutet das Vorhandensein dieser Lücke eben auch, dass diese beliebig verwendet werden kann. Nicht nur um illegale Tätigkeiten aufzudecken. Das ist eben das Dilemma. Entweder man schützt alle oder keinen. Schützt man alle, sollte es auch keine Ausnahmen geben, auch wenn dies durchaus moralisch bedenklich ist. Bei der aktuellen Vorgehensweise sieht es so aus, dass Millionen Nutzer gefährdet sind, nur damit 137 Menschen der Prozess gemacht werden kann. Und die Lücke auch nach der Aktion nicht geschlossen werden kann. Ich weiß nicht, ob ich das für richtig halten soll. Wie sieht es da bei Euch aus?

(Quelle: Reuters)

Über den Autor: Sascha Ostermaier

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