Facebook wird belgisches Gerichtsurteil zu „datr“-Cookies komplett akzeptieren

3. Dezember 2015 Kategorie: Internet, Social Network, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_facebookAnfang November erhielt Facebook von einem Gericht in Belgien ein für das Social Network hartes Urteil. Nutzer, die nicht bei Facebook angemeldet sind, dürfen nicht mehr getrackt werden. Bisher war es so, dass Facebook die Aktivitäten der Internetnutzer aufzeichnete, sobald ein Like-Button auf einer Webseite eingesetzt wird. Technisch realisiert wurde dies über sogenannte „datr“-Coookies. Diese wird Facebook zukünftig Nichtnutzern nicht mehr unterjubeln. Denn wie Facebook mitteilt, wird man die Forderungen des Gerichts komplett umsetzen, auch wenn Facebook mit der Entscheidung nicht einverstanden ist.

Das Urteil ist generell interessant, nicht nur für Belgien. Denn hier wurde kein belgisches Recht umgesetzt, sondern das Europäische. Angesichts des belgischen Urteils dürften Datenschützer in Europa daher hellhörig werden, immerhin würde sich das Recht auch in anderen Ländern Europas anwenden lassen. Facebook verteidigte seine Vorgehensweise immer mit dem Schutz des Netzwerks, durch die Cookies könnten Angriffe besser erkannt werden.

Facebook_Logo_neu

Facebook kann nun in Belgien nicht mehr alle Inhalte anzeigen, erfordert auf öffentlich zugänglichen Facebook-Seiten nun einen Login oder der Inhalt ist für den Nutzer nicht mehr zu sehen. Das könnte letztendlich auch Facebook zugutekommen, sorgt sicher für ein paar Registrierungen. Nicht ganz so begeistert dürften Unternehmen sein, die Facebook für ihre Außendarstellung nutzen, diese werden mit der neuen Regelung nicht mehr für Nutzer einsehbar sein, die nicht bei Facebook angemeldet sind.

Facebook dazu:

„We continue to have significant concerns that requirements set forth during these proceedings in respect of cookie practices have not been applied fairly and equitably within Belgium to other internet services, as demonstrated in the reports we have submitted in the past.“

Spannende Entscheidung, nicht nur vom Gericht, sondern auch von Facebook. Aber was will man als Unternehmen auch groß machen, wenn einem pro Tag 250.000 Dollar Strafe drohen, wenn man seine bisherige Praxis weiter fortführt.

(Quelle: BBC)

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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