Facebook reagiert auf Kritik an Klarnamen-Politik

31. Oktober 2015 Kategorie: Internet, Social Network, geschrieben von:

artikel_facebookFacebooks Klarnamen-Pflicht sorgt seit Monaten für Kontroversen im sozialen Netzwerk selbst sowie in anderen Communities. Jetzt geht das Unternehmen wieder ein wenig auf seine Nutzer zu: In einem offenen Brief verspricht Facebooks Vizepräsident für Wachstum, Alex Schultz: „Wir wollen die Anzahl derjenigen reduzieren, die bei uns ihren Namen verifizieren sollen, obwohl sie bereits den Namen verwenden, unter dem ihre Freunde sie kennen.“

So müssen nun Anwender, die andere Facebook-Nutzer verpetzen, mehr Informationen zur Verletzung der Klarnamen-Bestimmung angeben. Umgekehrt haben herausgepickte Pseudonym-Menschen mehr Optionen sich zu ihrem Namen zu äußern. Trotzdem bleibt die Kritik bestehen, dass Facebooks Klarnamen-Strategie die Nutzer zu sehr unter Druck setze. Besonders Datenschützer in Deutschland sind von der Regelung seit jeher wenig angetan.

Immerhin haben gemeldete Nutzer nun mehr Spielraum, um sich zu erklären und so möglicherweise zumindest Spitznamen als Vornamen durchzuboxen. Schultz ergänzt: „Das neue Procedere wird uns auch helfen die Gründe besser nachzuvollziehen, aus denen manche Menschen ihren richtigen Namen möglicherweise aktuell nicht bestätigen können.“ Wiederum sorgen die höheren Anforderungen an „Petzen“ dafür, dass weniger Racheakte entstehen sollen. So melden einige Facebook-Nutzer wahllos andere Personen, weil ihnen deren Profile nicht passen.
Facebook_Logo_neu

In Kraft treten sollen die Veränderung für die Klarnamen-Überprüfungen aber erst ab Dezember 2015. Generell bleibt Facebook somit dieser Politik treu, will aber den potentiellen Ärger in seiner Nutzerbasis etwas dämpfen. Schultz begründet die Regelung abermals: „Wenn Menschen ihren echten Namen benutzen, unter dem sie bei anderen Personen bekannt sind, fühlen sie sich verantwortlicher für das, was sie tun und sagen. Das erschwert es, sich hinter Anonymität zu verstecken und andere Leute zu bedrohen, zu schikanieren oder zu betrügen.“

Auch in meiner eigenen Freundesliste befinden sich zahlreiche Personen, die sich für Pseudonyme entschieden haben und diese teilweise seit Jahren benutzen – allzu streng setzt Facebook seine Klarnamen-Politik nach meinem Eindruck also ohnehin nicht durch. Trotzdem ist die Kritik für mich verständlich, da auch ich in den meisten Communities lieber unter einem Pseudonym unterwegs bin – es muss einfach nicht jeder direkt meinen Realname erfahren. Umgekehrt verstehe ich auch Facebooks Argumente. Nun darf man gespannt sein, ob die kleinen Veränderungen die Community zumindest ein wenig versöhnen oder eher als Tropfen auf den heißen Stein wahrgenommen werden.

(via Buzzfeed)

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Über den Autor:

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