Facebook macht Nutzer zu Versuchskaninchen in psychologischer Studie

29. Juni 2014 Kategorie: Social Network, geschrieben von:

Eine jüngst veröffentlichte Studie auf Basis von Facebook-Teilnehmern geht gerade durch die Medien und sorgt für Aufregung. 689.003 Teilnehmer wurden hierzu unwissentlich ausgewählt, sie wurden Teil der bereits 2012 durchgeführten Studie. Worum ging es? Grob heruntergebrochen sollte ermittelt werden, ob das Lesen bestimmter Status-Mitteilungen sich auch auf das eigene Gemüt überträgt. Über den Zeitraum von gut einer Woche bekamen die Probanden von Gruppe A gute Nachrichten, die von Gruppe B schlechte Nachrichten zu sehen.Facebook-Logo

Diese schlechten oder guten Nachrichten ließen sich in gewisser Weise auf die mitlesenden Probanden übertragen, sodass Freunde theoretisch beeinflusst werden könnten:

In these conditions, when a person loaded their News Feed, posts that contained emotional content of the relevant emotional valence, each emotional post had between a 10% and 90% chance (based on their User ID) of being omitted from their News Feed for that specific viewing. It is important to note that this content was always available by viewing a friend’s content directly by going to that friend’s “wall” or “timeline,” rather than via the News Feed. Further, the omitted content may have appeared on prior or subsequent views of the News Feed. Finally, the experiment did not affect any direct messages sent from one user to another.

Maschinell wurden hierbei drei Millionen Einträge via Computer ausgewertet und auf Emotionen geprüft – zumindest ich habe hier meine Schwierigkeiten mit der Aussagefähigkeit der Studie, da die Software sicherlich nicht die oftmals kurzen Informationen in Statusmitteilungen korrekt auswerten kann.

Ob die Studie jetzt allerdings auch aussagt, dass ein Sehen häufiger positiver Postings zu Angela Merkel diese sympathischer oder wählbarer macht, dürft ihr für euch entscheiden. Wäre ja mal ein Fallbeispiel, wo man diese Erkenntnisse via Facebook missbrauchen könnte.

In Sachen Facebook heißt das: Ihr seid Kunde und Ware zugleich. Ihr dürft die Plattform kostenlos nutzen, müsst dafür damit leben, dass eure Daten verarbeitet werden. Dingen dieser Art haben Nutzer zugestimmt, als sie das Netzwerk betraten.

In Sachen Newsfeed gab es schon etliche Diskussionen, inwiefern dieser überhaupt noch das widerspiegelt, was ihr sehen wollt – wahrscheinlich ist es das, was Facebook will oder denkt, was ihr sehen wollt. Spricht wieder einmal für eine nette Pflege von Listen von Personen, die man lesen will und für das Ignorieren des Newsfeeds, der in meinen Augen mittlerweile zum letzten Schwachsinn geworden ist, genau wie die Standardansicht in den Facebook-Apps.


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Quelle: The Atlantic |

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