Facebook entschuldigt sich öffentlich für Newsfeed-Experimente

3. Oktober 2014 Kategorie: Social Network, geschrieben von: Pascal Wuttke

Ihr erinnert euch sicherlich an den Aufstand im Internet vor einigen Wochen, als bekannt wurde, dass Facebook eure Newsfeeds für psychologische Tests ein wenig verdreht hat. Damals hat Facebook mit den Newsfeeds experimentiert und die Posts nach unterschiedlichen Emotionen gefiltert, um zu sehen, wie ihr mit diesen Posts interagiert. Dies löste eine Welle der Empörung aus. Heute reagiert Facebook endlich auf die schweren Manipulationsvorwürfe und entschuldigt sich offiziell.

Facebook-Logo

Eine Studie der Stanford University aus dem Jahr 2011 hatte damals die These aufgestellt, dass positive Facebook-Posts von Freunden den Lesern schlechte Laune bereiten. Die Studie ging soweit, dass man Facebook als „Anti-Social Network“ bezeichnete. Dies nahm man sich bei Facebook offenbar zu Herzen und wollte es besser machen, doch das ging gehörig nach hinten los.

In einem offiziellen Statement beteuert Facebook zwar, dass man die eigene Studie betrieben habe, um den Newsfeed-Algorithmus und das Gesamtprodukt zu verbessern, gibt gleichzeitig aber auch zu, dass man vieles anders hätte machen sollen. Facebook sagt hierzu:

„Although this subject matter was important to research, we were unprepared for the reaction the paper received when it was published and have taken to heart the comments and criticism. It is clear now that there are things we should have done differently. For example, we should have considered other non-experimental ways to do this research. The research would also have benefited from more extensive review by a wider and more senior group of people. Last, in releasing the study, we failed to communicate clearly why and how we did it.“

Im gleichen Atemzug gibt Facebook bekannt, dass man von heute an sowohl für die interne Forschung als auch für die Kommunikation nach außen einige Sachen ändern wird:

  • Richtlinien: Die Richtlinien für externe Forscher wurden verschärft. Wenn künftig Userdaten zu Forschungszwecken von externen Forschungsinstituten oder Universitäten bei Facebook angefordert werden, wird das Anliegen einer strikten Überprüfung unterzogen.
  • Überprüfung: Die jeweilige Anfrage wird von Facebooks erfahrensten Mitarbeitern der jeweiligen Zielgruppen-Fachgebiete geprüft. Zusätzlich wird die Anfrage von Facebooks internen Technikern, Forschern, Juristen und Privatsphäre-Spezialisten überprüft.
  • Ausbildung: Facebooks neue Techniker werden während ihrer sechswöchigen Schulung im sogenannten „Bootcamp“ mit den neuen Richtlinien vertraut gemacht. Gleiches gilt für bestehende interne Forscher im Facebook-Team. Außerdem wurde ein spezielles Programm in Facebooks jährliches Privatsphäre und Sicherheitstraining eingebaut, welches jeder Mitarbeiter durchlaufen muss.
  • Forschungs-Website: Die Forschungsarbeiten von Facebook selbst werden ab sofort auf einer zentralen Website veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert.

Wie steht ihr zu dem psychologischen Experiment von Facebook? Findet ihr es gut, dass eure Daten zu internen Forschungszwecken benutzt werden, um euch ein verbessertes Nutzererlebnis zu bieten, oder seid ihr immer noch sauer auf Facebook?



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Über den Autor: Pascal Wuttke

Nerdlicht in einer dieser hippen Startup-Städte vor Anker. Macht was mit Medien... Auch bei den üblichen Kandidaten des sozialen Interwebs auffindbar: Google+, Twitter, Xing, LinkedIn und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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