f.lux für iOS: Apple untersagt Bereitstellung der App auf Entwicklerwebseite

13. November 2015 Kategorie: Apple, iOS, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_fluxApple hat nicht nur die absolute Kontrolle im eigenen App Store, auch sonst lässt sich ganz gut Druck auf Entwickler ausüben. Das zeigt zumindest der aktuelle Vorfall mit f.lux für iOS. Die App passt die Farbtemperatur von iOS-Geräten an, das soll nicht nur angenehmer, sondern sogar gesünder sein. Die Software gab es bisher für OS X, Windows und Linux, die iOS-Version hatte aber nur ein kurzes Leben. In den App Store wäre die App mit ihren Funktionen nie gekommen, da sie Dinge im System ändert, für die Apple keine API bereitstellt.

Das macht aber nichts, denn dank Xcode 7 lassen sich Apps auf relativ einfache Weise auf iOS-Geröte bringen, ohne diese jailbreaken oder anderweitig verändern zu müssen. Das heißt, man lädt eine App irgendwo aus dem Netz und kann diese dann via Xcode installieren. Da Xcode mittlerweile frei verfügbar ist und auch keinen bezahlten Entwickler-Account mehr benötigt also eine recht niedrige Hürde.

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Apple trat nun dennoch an die Macher von f.lux für iOS heran und forderte diese auf, den Download der iOS-Version von der Webseite zu entfernen. Apple beruft sich auf die Vereinbarungen mit Entwicklern, die ein solches Anbieten einer App nicht vorsehen. Haben die Macher von f.lux wohl auch so eingesehen, denn die App wird dort nun nicht mehr angeboten.

Allerdings lassen es die beiden Entwickler sich nicht nehmen, auch die Nutzer aufzufordern, sich an Apple zu wenden. Nach eigenen Angaben versucht man bereits seit 5 Jahren einen Weg zu finden, die App Apple-konform anbieten zu können, mehrere Gespräche mit Apple verliefen aber erfolglos. Dass durchaus Interesse an der App besteht, zeigen die zahlreichen Zugriffe nach Erscheinen der iOS-Version. Die f.lux für iOS Webseite konnte in den ersten 24 Stunden 176.000 Aufrufe verzeichnen und auch die Desktop-Version ist mit 15 Millionen Downloads durchaus beliebt.

Da die Funktionsweise der App nicht über die verfügbaren Apple-Schnittstellen ermöglicht werden kann, wird wohl auch großer Protest nicht viel bringen, das sind nun einmal die Regeln, die Apple aufgestellt hat. Muss man nicht akzeptieren, allerdings muss man sich dann auch nicht wundern, wenn Apple gegen solche Apps vorgeht. Man kann sich als Entwickler ja auch anderen Systemen zuwenden. f.lux für Android wäre zum Beispiel eine Idee. Würde sicher auch noch mehr Nutzer erreichen.

Die Stellungnahme von f.lux findet Ihr auf der Seite, auf der vorher die App verfügbar war. Ein schnelles Ende für eine App, die nicht einmal in den App Store wollte und nun dennoch nicht angeboten werden kann.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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