ExoLens mit Zeiss Weitwinkelobjektiv ausprobiert: Für mehr Bild auf iPhone-Fotos

20. August 2016 Kategorie: Apple, Hardware, iOS, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_exolensSmartphones haben heute brauchbare Kameras. Die Smartphone-Hersteller selbst scheuen sich auch nicht, ihre Neuerungen einmal mit DSLRs zu vergleichen, was natürlich in der Praxis quatsch ist. Natürlich kann man mit einem Smartphone tolle Fotos machen, ebenso wie man mit einer tollen Kamera bescheidene Fotos fabrizieren kann. Die Technik ist nur ein Teil des Ganzen. Um noch mehr aus den Smartphone-Kameras herauszuholen, gibt es diverses Zubehör, zum Beispiel verschiedene Linsen, die sich am Smartphone befestigen lassen, um spezielle Effekte zu erzielen. Olloclip dürfte in dieser Richtung recht bekannt sein, ExoLens ist ein weiterer Anbieter solcher Zusatzlinsen, unter anderem mit einem Weitwinkelobjektiv von Zeiss.

ExoLens fasst eine Reihe an Linsen zusammen, zum Test hatte ich bereits erwähntes Weitwinkelobjektiv. Nun bin ich nicht das, was man allgemein als Fotograf bezeichnet, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass ich dennoch tausende Bilder im Jahr mache. Ab und an halte ich meine Aufnahmen sogar für so gelungen, dass ich sie mit anderen teile, an dieser Stelle ist es mir aber auch egal, ob das Bild „gut“ ist oder nicht. Gefällt es mir, ist es für mich gut, das ist die Hauptsache.

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Insofern bin ich vielleicht auch nicht die richtige Zielgruppe für Gadgets wie ExoLens, alleine preislich richtet sich das Angebot an den professionelleren Einsatz. Stolze 250 Euro werden für Rahmen plus Objektiv fällig. Ich würde das – nach dem Test – nicht einmal als „zu teuer“ einstufen, aber man muss für sich erst einmal einen Nutzen dafür finden.

Für seine Investition erhält man nicht nur das Objektiv mit Schutzdeckel und abnehmbarer Gegenlichtblende, sondern auch eine entsprechende Halterung. Diese ist aus Aluminium gefertigt und kann am iPhone verweilen, auch wenn keine Linse genutzt wird. Bereits der Rahmen zeigt sich allerdings als recht sperrig. Es ist nicht so, dass man das iPhone mit ExoLens-Rahmen noch problemlos in die Hosentasche bekommt. Mit Linse sowieso nicht.

Dafür ist der Rahmen aber stabil und nicht nur für die Aufnahme der Linse verantwortlich. Er bietet auch einen integrierten Zubehörschuh (für Blitz, Audiozubehör, etc.) und kann auf ein herkömmliches 1/4″-20-Stativ geschraubt werden. Da das iPhone nur in den Rahmen geschoben wird, können Linsen und Zubehör auch am Rahmen verbleiben, auch wenn das iPhone anderweitig genutzt wird. iPhone einfach einschieben und schon steht das komplette Setup. Durchaus praktisch.

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Man läuft auch nicht Gefahr, dass man mit ExoLens sein iPhone beschädigt, der Rahmen wird durch eine relativ dicke Einlage aus Gummi vom iPhone getrennt. Obwohl das iPhone nur eingeschoben wird, hat man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, es könnte sich vom Zubehör trennen, wenn man dies nicht möchte. Das ist schon super gemacht.

Das ZEISS Mutar 0,6x Asph T* Weitwinkelobjektiv (entspricht 18 mm) selbst ist vergleichsweise groß und schwer, ist also ebenfalls nichts, was man einfach so dabei hat. Ich frage mich an dieser Stelle halt, ob es tatsächlich Fotografen gibt, die Zubehör wie ExoLens mitschleppen, in diesem Moment aber auf eine „richtige“ Kamera verzichten. Sicher, die Kombi aus ExoLens und Anschraubobjektiv ist immer noch viel kompakter als eine Kamera, aber eben auch nicht so kompakt, dass man sie stets mit sich führt.

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Die Leistung des Objektivs ist aber auch für mich als Laien (oder gerade deshalb?) beeindruckend. Durch das Weitwinkelobjektiv wird ein viel größerer Bildausschnitt mit dem iPhone aufgenommen, es gibt aber kaum auffällige Verzerrungen, wie man sie von Fisheye & Co. kennt. Fast gerade Linien bis zum Rand, meines Erachtens sogar weniger Verzerrung als mit normaler iPhone-Cam.

Am Sensor ändert aber auch das Objektiv nichts. In meinem Fall (iPhone 6 Plus) bleibt es bei 8 Megapixeln, nur dass diese eben mit mehr Bild gefüllt sind. Hier mal ein Beispiel, oben die Aufnahme mit Weitwinkelobjektiv, unten ohne, beide aus gleicher Aufnahmeposition, logischerweise ohne Zoom oder andere Veränderungen (die Originale der Bilder findet Ihr an dieser Stelle zusammen mit anderen, sie sind für den Beitrag verkleinert und komprimiert).

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Durch dieses Mehr an Bild im Bild entstehen natürlich ganz neue Möglichkeiten für Bilder, da sie ein weiteres Erfassen der Situation erlauben. Gefällt mir echt gut, würde ich mir von der normalen Cam so wünschen (beeindruckte mich schon beim LG G5), aber ich bin nicht bereit, dafür das Extra an Gewicht und Größe mitzuschleppen. Was aber auch an dem eingangs schon erwähnten „nicht Fotograf sein“ liegen kann.

Bilder sagen mehr als Worte, deshalb hier noch ein paar Beispielbilder, die mit dem Objektiv erstellt wurden. Im Google Drive-Ordner findet Ihr die gleichen Aufnahmen im Original, auch an dieser Stelle wurden sie verkleinert und komprimiert.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Mein Fazit fällt sehr gemischt aus. Technisch ist ExoLens mit dem Zeiss Weitwinkelobjektiv top. Die Verarbeitung ist so, wie man sie zu diesem Preis erwarten würde, im Lieferumfang sind auch Schutzkappen für das Objektiv und ein Aufbewahrungsbeutel enthalten. Die Ergebnisse gefallen mir ebenfalls sehr gut, ich würde die Linse sogar dauerhaft nutzen, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre.

Für mein Nutzungsverhalten ist nicht allein der Preis das KO für das Objektiv, vielmehr ist es Gewicht und Sperrigkeit. Meine Kamera ist ein Smartphone. Immer dabei, immer bereit für Fotos. Dieses immer bereit für Fotos gibt man mit ExoLens aber ein Stück weit auf. Entweder muss man ein voll ausgestattetes Smartphone transportieren oder man fängt das Umbauen an, wenn man fotografieren möchte. Für geplante Trips ist das ok, wobei ich mich da dann wieder frage, ob man mit einer normalen Kamera nicht besser dran wäre.

Wer mit dem iPhone gute Weitwinkelaufnahmen anfertigen möchte, liegt mit der ExoLens-Zeiss-Kombination nicht falsch, das kann das iPhone ohne Hilfe nun einmal nicht. Ob einem das jedoch die geforderten 250 Euro wert ist, muss man selbst entscheiden. Für Laien und „aus der Hüfte“-Knipser ist das sicher übertrieben, wer damit aber ernsthaft arbeiten möchte, wird wohl schwer einen passenderen Aufsatz für das iPhone finden. Zu haben ist das Gadget im Apple Store.

Haben wir denn unter den Lesern, die auf professionellerer Schiene mit dem iPhone fotografieren? Wie beurteilt Ihr solche Angebote? Kann da auch eine Investition in dieser Höhe Sinn ergeben oder ist das so ein Gadget, das „nice to have“ ist, mehr aber auch nicht?



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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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