Europäische Kommission pennt, Geräten mit Funkanbindung droht im Sommer das Aus

20. März 2017 Kategorie: Hardware, Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

EU-Richtlinien legen in diversen Bereichen fest, wie Dinge auszusehen habe oder welche technische Eigenschaften sie mitbringen müssen, um in der EU vertrieben werden zu dürfen. Eine nicht rechtzeitig erneuerte EU-Richtlinie sorgt nun dafür, dass Smartphones und Routern im Sommer das Aus für den Verkauf in Europa bevorsteht. Laut einem Bericht in der Welt hat die Europäische Kommission es schlichtweg versäumt, rechtzeitig neue Normen ausarbeiten zu lassen. Betroffen sind Produkte, die Funksignale senden und empfangen können.

Die Kommission hat nach Auffassung der Bundesregierung geschlampt, nämlich bei der Umsetzung der Richtlinie 2014/53/EU, die 2014 verabschiedet wurde und seit 2016 gilt. Diese Richtlinie regelt die Eigenschaften eines Funkwellen sendenden und empfangenden Gerätes. Allerdings ist diese Richtlinie so allgemein formuliert, dass sie den Herstellern von Geräten nicht hilft, sie wissen nicht, ob ein Gerät nun der Norm entspricht oder nicht.

Wie so ein Gerät auszusehen hat, regeln normalerweise die von der europäischen Normungsorganisation ETSI festgelegten „harmonisierte Europäische Normen“ (hEN). Diese hat die Normen aber noch nicht formuliert, hängt dem Zeitplan um Monate hinterher. Deshalb fehlen wichtige Normen, zum Beispiel für Geräte, die im 5GHz-WLAN-Standard funken.

Das hat zur Folge, dass viele relevante Baunormen fehlen, bereits erwähnte 5GHz-WLAN-Norm soll beispielsweise erst im Herbst fertig sein. Die Hersteller müssen dank der fehlenden Normen jedes Gerät einzeln bei einer Prüforganisation (notifizierte Stelle) vorlegen, damit sie es in Europa verkaufen dürfen. Kosten und Aufwand machen dies für eine Vielzahl von Herstellern, vor allem aus dem asiatischen Raum, kaum möglich.

Eine Lösung könnte sein, die Übergangsfrist für die alten Normen noch einmal zu verlängern oder neue Normen befristet in Kraft zu setzen. Ein „Chaos“ könne so vermieden werden. Dass man ab Sommer keine neuen Geräte mehr in den Läden sieht, ist doch eher unwahrscheinlich, zumal es hier ja tatsächlich eine ganze Bandbreite an Geräten betreffen würde.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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