Europäische Kommission: Akkuhersteller sollen 166 Mio. Euro an Geldbußen zahlen

16. Dezember 2016 Kategorie: Hardware, geschrieben von: André Westphal

eu-kommissionDie Europäische Kommission hat Akkuherstellern im Vergleichsverfahren Geldbußen in Höhe von 166 Mio. Euro aufgebrummt. Betroffen sind die drei Unternehmen Panasonic, Sanyo und Sony sowie Samsung. SDI. Die Hersteller haben laut EU Kommission untereinander Preisabsprachen getroffen und z. B. vertrauliche Daten über verfügbare Mengen von Lithium-Ionen-Akkus für Smartphones und Laptops ausgetauscht. Damit haben die Unternehmen gegen die EU-Kartellvorschriften verstoßen. Samsung hatte Glück: Dem Unternehmen wurde die Geldbuße erlassen, weil Samsung als Kronzeuge fungierte und das Kartell offen legte.

Dabei haben auch Panasonic, Sanyo und Sony dar Kartell offen eingeräumt und dem Vergleich zugestimmt. Durch die Absprachen konnten die Unternehmen ihre Marktmacht ausnutzen und Einfluss auf die Preise nehmen. Betroffen waren von den Absprachen sowohl  zylindrische Lithium-Ionen-Akkus, die ihr z. B. in Notebooks und Elektrowerkzeugen findet als auch prismatische Lithium-Ionen- bzw. Lithium-Polymer-Akkus, die in Smartphones und Tablets für die Stromversorgung sorgen. Ziel der Absprachen der Hersteller war es untereinander einen Preiskampf zu vermeiden, worunter letzten Endes der Wettbewerb litt.

Spannend ist, dass die Kartellkontakte überwiegend in Asien stattfanden – nur gelegentlich in Europa. Trotzdem ging die EU Kommission dagegen vor. Bestand hatte das Kartell von Februar 2004 bis November 2007. Während Samsung die Geldbuße wegen den ausschlaggebenden Hinweisen auf das Kartell erlassen wurde, erhielten aber auch die anderen drei Hersteller Ermäßigungen, da sie mit der EU-Kommission zusammengearbeitet haben und die Ermittlungen nicht behinderten. Deswegen wird die nachträgliche Verantwortungsübernahme der Hersteller zumindest berücksichtigt.

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In der Tabelle könnt ihr die Geldbußen der einzelnen Hersteller erkennen. Die Höhe richtet sich nach dem Umsatz, der mit den Akkus gemacht wurde und auch nach dem Zeitpunkt, an dem die Hersteller voll mit der EU Kommission zusammengearbeitet haben. Theoretisch könnten aber noch weitere Kosten hinzukommen, sollten nun andere Hersteller oder vielleicht größere Kunden auf Schadensersatz klagen. Ob das der Fall sein könnte, lässt sich aktuell aber noch nicht absehen.

(via EU Kommission)

 

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Über den Autor: André Westphal

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