EU-Kommission überprüft Rechtmäßigkeit des Geoblockings bei Steam

3. Februar 2017 Kategorie: Games, Internet, geschrieben von: André Westphal

Die EU-Kommission geht aktuell gegen mehrere, potentielle Verletzungen des Wettbewerbsrechts in der Europäischen Union vor. Drei neue Fälle werden überprüft, von denen besonders einer für die Leser unseres Blog interessant sein dürfte. Dabei geht es nämlich um das Geoblocking bei Valves Spiele-Vertriebsplattform Steam. So könnt ihr in Deutschland bestimmte Spiele nicht aktivieren, wenn die Keys aus einem anderen Land stammen. Ein Spiel von Capcom z. B. im polnischen Steam Store zu kaufen oder einen Key für ein Capcom-Spiel aus Polen in Deutschland zu aktivieren, funktioniert aktuell nicht. Dieses Geoblocking könnte aber das Wettbewerbsrecht verletzen.

So hat Valve Abkommen mit fünf Publishern abgeschlossen: Bandai Namco, Capcom, Focus Home, Koch Media und ZeniMax. Betroffen sind somit speziell die Titel dieser Publisher. Vor wenigen Jahren ging es da bei Steam freizügiger zu: Viele User haben in jener Zeit Keys aus z. B. Russland oder Asien in den üblichen Keyshops gekauft und in ihrem deutschem Konto aktiviert. So zahlte man teilweise für ganz frisch erschienene Triple-A-Blockbuster unter 20 Euro. Klar, dass Valve und den Publishern das aber irgendwann ein Dorn im Auge war. Zunächst klappte die Aktivierung nur noch via VPN und später musste man die VPN-Verbindung sogar bestehen lassen, wenn man spielte. Den meisten Gamern wurde das alles irgendwann zu bunt.

Derlei Käufe aus Osteuropa, Asien und Co. interessieren die EU-Kommission allerdings im aktuellen Verfahren nicht. In jenem Bezug steht es Valve und den Publishern frei, Geoblocking zu nutzen. Innerhalb der EU sind solche Maßnahmen laut der EU-Kommission aber eigentlich unzulässig. So sollten etwa in Mitgliedsstaaten wie Polen oder Tschechien gekaufte Steam-Keys auch in anderen EU-Mitgliedsstaaten aktivierbar bzw. nutzbar sein und umgekehrt. Hier will die EU-Kommission nun eine Untersuchung bezüglich der Abkommen zwischen Valve und den genannten Publishern starten. Auf die Ergebnisse dürfen wir gespannt sein.

Während sich eine weitere Untersuchung der EU-Kommission um Hotelpreise dreht, ist die dritte Überprüfung durchaus abermals für Techies relevant: Asus, Denon & Marantz, Philips und Pioneer sollen das Wettbewerbsrecht verletzt haben, indem sie Online-Händler Preise für bestimmte Haushaltsgeräte, Notebooks und Hi-Fi-Geräte diktiert hätten. Auch hier steht nun eine umfangreiche Untersuchung an.

(via EU-Kommission)

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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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