Erstmals mehr Chat-App Nachrichten als SMS verschickt

29. April 2013 Kategorie: Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Die gute, alte SMS, jahrelang Cash-Cow der Netzbetreiber wurde im Gesamtnachrichtenaufkommen 2012 erstmals von Chat-App-Nachrichten überholt. Pro Tag wurden demnach laut Informa 17,6 Milliarden SMS verschickt. Dem stehen 19 Milliarden Nachrichten via Apps wie WhatsApp gegenüber. Es gibt sogar Netzbetreiber, die bereits einen Rückgang der SMS Gewinne verbuchen, so Pamela Clark-Dickson von Informa.

WhatsApp


Schätzungen von Ovum ergeben, dass die Netzbetreiber 2012 durch die Chat-Apps 23 Milliarden Dollar eingebüßt haben. Diese Schätzungen erinnern aber irgendwie an die gleichen Schätzungen, die immer über Verluste durch Raubkopien abgegeben werden. Man kann es halt einfach nicht wissen. Dass sich Chat-Apps mehr und mehr durchsetzen, ist nicht verwunderlich. Schließlich haben viele Nutzer eine Datenflat und somit keine Zusatzkosten. 2014 sollen bereits 50 Milliarden Nachrichten pro Tag über WhatsApp und Co verschickt werden, während die SMS nur auf 21 Milliarden kommen soll.

Das heißt aber nicht, dass die SMS schon vom Aussterben bedroht ist. In Entwicklungsländern spielt die SMS als Kommunikationsmittel eine große Rolle. Menschen dort haben selten Smartphones und auch mobile Datenflats sind eher Mangelware. Außerdem entdecken immer mehr Firmen die SMS für sich. Unabhängig vom mobilen Endgerät lässt sich so kommunizieren. Betteln gehen müssen die Netzbetreiber voraussichtlich auch in den nächsten Jahren nicht. Informa prophezeit einen Anstieg der SMS Gewinne auf 127 Milliarden Dollar in 2016, 2012 waren es 115 Milliarden. (via)

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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9 Kommentare

Sepp 29. April 2013 um 14:30 Uhr

“Außerdem entdecken immer mehr Firmen die SMS für sich. Unabhängig vom mobilen Endgerät lässt sich so kommunizieren.”
Wie soll man das denn auffassen? Was für Firmen entdecken denn jetzt so ganz plötzlich die SMS und in welchen Szenarien setzen sie die ein?

Albert 29. April 2013 um 14:32 Uhr

Wundert mich nicht und war eigentlich auch nur eine Frage der Zeit. Ich persönlich schreibe im Monat vielleicht 1 oder 2 SMS und das auch nur wenn es wichtig ist und derjenige schwer telefonisch erreichbar ist ansonsten ist WhatsApp (wie sicher für viele andere auch) mein Nr. 1 Kommunikationsmittel dicht gefolgt von “einfach Anrufen” ;)

elknipso 29. April 2013 um 14:33 Uhr

Die Netzbetreiber hatten sich hier auch wenig clever verhalten, als absehbar war dass sich Messenger immer weiter verbreiten hätte man sofort (!) mit attraktiven Preisen gegensteuern müssen also eine SMS-Flatrate für ganz kleines Geld zusätzlich (von mir aus 2 – 4 Euro pro Monat) anbieten. Das wäre durchaus dankend angenommen und genutzt worden.
Da die Netzbetreiber aber weiter den Hals nicht voll bekamen und SMS weiter für 19 Cent anboten haben sie das ganze selbst versiebt. Die weitgehend verfügbaren SMS Flatrates kamen erst zu einem Zeitpunkt als sie eigentlich schon nicht mehr benötigt wurden.

Jakub 29. April 2013 um 15:30 Uhr

Man muss aber bitte auch bedenken, dass man eine SMS nicht direkt mit einer WhatsApp Nachricht vergleichen kann, wenn man Statistiken macht, wie viel versendet wurden.

Eine SMS kostet Geld. Da versucht man idR. die 150 Zeichen voll zu bekommen. Bei Kostenlosen Diensten wie WhatsApp, schreibt man auch gerne mal 1 Wort pro Nachricht und versendet automatisch mehr. Was früher in 1 SMS gepackt wurde, wird jetzt in 10 WhatsApp Nachrichten gepackt.

Ronny 29. April 2013 um 15:37 Uhr

Und bei den Mindereinnahmen darf man natürlich auch nicht vergessen, dass bei den meisten Anbietern die SMS auf 0,09€ gesunken ist und es ja nun e n d l i c h SMS-Flats gibt. Allerdings, wenn die SMS die Hälfte kostet schicke ich natürlich mehr SMS. Bin aber auch schon vorher von SMS auf Email umgestiegen- war zwar nicht so komfortabel wie Chat oder SMS, aber dafür billiger und konnte das Geld statt für teure Handykarten für Blumen und Konfekt für die Liebste verwenden :)

Benni 29. April 2013 um 16:15 Uhr

Hätte das früher erwartet trotz den ganzen SMS-Flats etc. Aber auf so vielen Smartphones gehört Whats App zur Pflicht zum günstigen kommunizieren. Ich bin gespannt wie lange es dauert bis wirklich ernsthafter Konkurrent kommt

Tonymann 29. April 2013 um 16:22 Uhr

Kann jakub nur zustimmen, ich schreibe dadurch viel viel mehr….

Es stand den anbietern ja frei ne Alternative raus zu hauen, aber sowas wie Joyn kommt einfach zu spät….

kOOk 29. April 2013 um 16:52 Uhr

Hm, wenn im Jahr 2012 ca. 365 x 19 x 10^9 Nachrichten per Messenger verschickt wurden und die Einbußen bei ca. 23 x 10^9 Dollar lagen, dann kostet die SMS im Durchschnitt ca. 1/3 Cent. Wieso zahle ich in meinem billigen Prepaid-Tarif dann immer noch fast 30 x so viel dafür?

ichnicht 29. April 2013 um 21:26 Uhr

Ich gehöre zu den letzten Whats App Verweigerern. Schreibe immer noch SMS oder eben gleich anrufen (lieber ne Minute telefoniert als 10 SMS).


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