Erster Eindruck: Huawei nova Plus

8. Oktober 2016 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von: caschy

huawei-nova-plus3Huawei ist äußerst emsig. Man besetzt mittlerweile alle Preisklassen, hat zudem mit der Untermarke Honor weitere Marktbereiche für sich erschlossen. In relativ kurzen Abständen bringt der Anbieter neue Geräte auf den Markt, eines davon ist das Huawei nova Plus. Dieses wurde im Rahmen der IFA 2016 am 1. September vorgestellt und sollte erst einmal nicht nach Deutschland kommen. Stattdessen war geplant, dass der deutsche Markt nur das kleinere Gerät, das Huawei nova zu sehen bekommt. Das ändert sich, ab Mitte Oktober wird das Gerät für eine unverbindliche Preisempfehlung von 429 Euro bei Media Markt und Saturn angeboten.

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Huawei hat hier eine extrem schwierige Aufgabe, versucht man es doch in der dicht besiedelten „349 bis 449 Euro-Preisklasse“. Hier gibt es zahlreiche Geräte, die sich oftmals nur in Nuancen unterscheiden, weiterhin gibt es top ausgestattete Flaggschiffe, die erst ein paar Monate alt sind, dem Preisdruck aber unterlagen und vom vormals hohen Einstiegspreis auf das Mittelklasse-Segment degradiert wurden.

Auszug Technische Daten Huawei nova Plus
Display 5,5 Zoll, IPS, 1920 x 1080 Pixel, 401 ppi, 1500:1 Kontrast, Leuchtdichte: 450 cd/m2
Abmessungen und Gewicht 151,8 mm hoch, 75,7 mm breit, 7,3 mm dick, 160 Gramm
Speicher: 32 GB, 22 GB verfügbar, erweiterbar
Prozessor: Qualcomm Snapdragon 625 ((4 xA53 à 2.0 GHz + 4 x A53 à 2.0 GHz))
Arbeitsspeicher 3 GB
Kamera: Hauptkamera: 16 MP, AF, optische Bildstabilisierung (OIS), Frontkamera: 8 MP, FF
Sensoren und Co HALL, Fingerabdrucksensor, Näherungssensor, Umgebungslichtsensor, Kompass, G-Sensor, Gyroskop, Wi-Fi: IEEE 802.11 b/g/n, 2.4 GHz, Bluetooth 4.1, USB-Typ-C
Akku: 3.340 mAh
Betriebssystem: Android 6.0 (Marshmallow) mit EMUI 4.1
SIM-Karte Nano-SIM
Lieferumfang: Gerät, Ladegerät, USB-C-Kabel, Kurzanleitung, Headset, Auswerf-Werkzeug für die SIM

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Der erste Eindruck nach dem Auspacken war schon einmal gut. Das Huawei nova Plus macht keine Gefangenen mit einem unnötig dickem Gerät, es ist bei gleicher Display-Größe so dick wie das iPhone 7, aber gesamt etwas kompakter und mit weniger Rahmen seitlich versorgt. Dennoch muss man sehen, dass etwas Platz nach unten verloren geht, da hier die Bedienelemente für das Android-System residieren. In Sachen Verarbeitungsqualität stelle ich Huawei gute Noten aus, das Gerät ist sehr wertig mit einem Aluminium-Unibody verarbeitet.

In Sachen Performance entscheidet sich Huawei im nova Plus für einen im Februar 2016 vorgestellten Qualcomm Snapdragon 625, ein Quadcore-Prozessor. Nicht der stärkste, aber durchaus effizient. Die Adreno 506-GPU ist sicherlich nichts für Hardcore-Spieler, für die gängige Casual-Games aber definitiv ausreichend. Mit der Ausstattung kommt das Huawei nova Plus gut weg im System, nichts ruckelt oder lädt zu Wartezeiten ein.

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Für Fans von Benchmarks habe ich mal etwas vorbereitet, so habe ich den Geekbench 4 und den Antutu Benchmark über das Smartphone gejagt, welches ich seit der letzten Woche im Einsatz habe. Ergebnis: Nix für Zocker oder Menschen, die Hardcore-Anwendungen auf ihrem Smartphone nutzen wollen.

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Die Akkulaufzeit anhand meines normalen Berufslebens zu bewerten wäre Blödsinn – denn ich kann ja in meinem Büro jederzeit an die Steckdose gehen. Entscheidend ist unterwegs, das bedeutet: wenn ich meine Bude verlasse, dann möchte ich möglichst lange mit dem Akku haushalten können, ohne irgendwelchen Zusatz-Akkus anzuschließen. Hier kann man festhalten: Mit dem Huawei nova Plus muss man eigentlich locker durch den Tag kommen – eher sogar 1,5+ Tage, zumindest bei normaler Nutzung.

Ich hatte das Gerät unterwegs mit in Berlin, hier bin ich mit dem Zug hingefahren. Wieder einmal bestätigte sich meine Aussage, dass Bahnfahren besondere Anforderungen an ein Smartphone stellt, wenn man es in der Bahn häufig nutzt und wirklich oft Netz gesucht wird. Da bekommt man den Akku halt in weniger Zeit klein als es im echten Leben der Fall wäre.

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Auch sonst ist eine genaue Angabe eigentlich unmöglich, da so unfassbar viele Szenarien wie WLAN oder mobiler Netzzugang, Signalstärke, automatische Displayhelligkeit, Außenbedingungen, Art der Anwendung und ähnliches mit in die Laufzeit des Akkus fallen. Ich kann euch einfach nicht sagen: „Ich habe das Smartphone aufgedreht und x Stunden Video geschaut“. Ist Blödsinn. Stattdessen habe ich mal wieder den PC Mark angeworfen. Hierbei wurde die Helligkeit manuell auf 50 Prozent eingestellt, WLAN war die ganze Zeit über an und die Benachrichtigungen des Smartphones waren aktiviert.

Daraufhin durchläuft der Benchmark verschiedene Alltags-Nutzungsszenarien wie das Betrachten von Bildern und Videos, das Surfen um Web und vieles mehr. Dies spielt der Benchmark-Test so lange durch, bis der vorher vollgeladene Akku auf 20 Prozent runtergefahren ist.

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Hier ergab sich der Wert von 9 Stunden und 49 Minuten – 589 Minuten. Kramt man sein Schul-Mathe raus auf und rechnet die restlichen 20 Prozent drauf, kommt das Huawei nova Plus auf eine ungefähre Akkulaufzeit 736 Minuten – oder aber auch rund 12 Stunden und 16 Minuten. Das ist ein sehr guter Wert, der die Effizienz des Prozessors abseits des Gamings beweist. Hier einmal im Vergleich andere Geräte, die wir synthetisch getestet haben.

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Hierbei ist zu bedenken: Displayhelligkeit wurde out of the box auf 50 Prozent geregelt, nicht in nits ausgemessen. Des Weiteren ist Huawei dafür bekannt, extrem Strom zu sparen und Apps in die Schranken zu weisen. Wie so oft sollte der Nutzer deshalb einen Blick in die Energieeinstellungen werfen, damit nicht die falsche App ausgebremst wird.

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Weiteres: Das Display macht auf mich einen sehr guten Eindruck, die Farben sind ausgeglichen, es hat einen guten Blickwinkel und ist ausreichend hell, hier auch mal im Vergleich zum AMOLED-Display des Huawei Nexus 6P. Alternativ, falls es euch nicht passt: Die Farbtemperatur lässt sich anpassen. In Sachen WLAN hat man gespart, wie damals beim Mate S. Man setzt leider nur auf das 2,4 GHz-Band. Lautsprecher: Sind nur mono, strahlen nach unten ab und hören sich mittelmäßig an. In Sachen Software kommt Android 6.0 Marshmallow zum Einsatz, Huawei setzt noch EMUI 4.1 drauf.

Die EMUI-Oberfläche habe ich in meinen diversen Testberichten schon ausführlich vorgestellt, sodass ich hier nicht auf Einzelheiten eingehe, sondern auf die unten aufgeführten Testberichte verweise. Die zeigen dann auch noch einmal die Selfie-Funktionen, die auch beim nova Plus mit an Bord sind. Die Hauptkamera ist gut, das behaupten jedenfalls meine Augen. 16 Megapixel kann die Kamera auflösen, nicht überraschend sind vor allem bei guten Lichtverhältnissen die Fotos sehr farbgetreu und optisch ansprechend. Ein Album findet ihr hier.

In sehr dunklen Umgebungen passiert das, was vielen Geräten passiert: Es rauscht in den Bildern. Hier sollte man das Huwei nova Plus ruhig halten, denn auf Wunsch kann die Kamera mit einer längeren Verschlusszeit automatisiert mehr aus dem Bild holen, alternativ steht ein Blitz zur Seite, der meines Erachtens recht gut und nicht zu punktuell arbeitet.

Alternativ kann dieser dauerhaft geschaltet werden, hierbei wird noch „vorsichtiger“ die Umgebung aufgehellt, sodass man nicht das Grelle eines Blitzes hat. Ergibt natürlich nur Sinn, wenn man Objekte in unmittelbarer Umgebung fotografieren will. In ungünstigen Situationen bietet der Quick’n’Shot-Modus leider nur mittelmäßige Fotos, die nachträgliche Autofokussierung bei aktiviertem Blitz war leider auch nur Mittelmaß. Von daher sei von meiner Seite angeraten: Die Kamera-Möglichkeiten werden mit Nutzung der mitgelieferten Software wesentlich größer.

Schaut unbedingt rein, gerade, wenn ihr in Schummerlicht fotografiert. HDR kann noch mehr herausholen – oder das Einstellen einer längeren Belichtungszeit usw.. Huawei bietet eine – in meinen Augen – tolle Kamera-Software, die es auch Neueinsteigern erlaubt, tolle Fotos zu machen. Selbst ohne nachträgliche Fokussierung bei Einsatz von HDR ist eine spürbare Verbesserung zu sehen.

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Ein abschließendes Urteil? Schwer, dafür habe ich das Gerät zu kurz im Einsatz. Dennoch kann man diverse Dinge schon herauspicken, die für oder gegen das Gerät sprechen. Gemessen am Wettbewerb (auch dem aus eigenem Hause) und der Ausstattung muss man sagen: Das Huawei nova Plus sollte und wird wahrscheinlich auch flott im Preis sinken.

In Sachen Performance gibt es Geräte, die eindeutig mehr Leistung abliefern (OnePlus 3 beispielsweise). Für das Huawei nova Plus spricht die gute Akkulaufzeit, die ist ja vielen Menschen wichtig. Auch die gute Alltags-Performance abseits des Gamings und die wirklich gute Verarbeitung sprechen für das Gerät. Auf der Negativ-Seite führe ich noch einmal das fehlende 5GHz-Band in Sachen WLAN auf, dafür hat das Huawei nova Plus aber einen Erweiterungs-Sot für eine microSD-Karte, alternativ findet eine weitere SIM-Karte Platz.

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