Erneuter Zwischenfall mit iPhone Ladegrät führt zu Koma, Fake-Netzteil im Fall Ma Ailun

19. Juli 2013 Kategorie: Apple, Hardware, iOS, Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Caschy berichtete neulich über den tragischen Fall der jungen Chinesin Ma Ailun, die starb, nachdem sie einen Stromschlag über ihr iPhone bekommen hat. Wie die South China Morning Post nun berichtet, soll ein Nachbau eines Netzteils schuld an dem Unglück sein. Kein offizielles Netzteil von Apple, folglich kein großer Hersteller, dem man dafür die Schuld in die Schuhe schieben könnte.

SkyGo iPhone
In einem weiteren Artikel wird auch ein weiterer Fall bekannt, der zwar nicht tödlich endete, aber für ein 10-tägiges Koma des Betroffenen gesorgt hat. Hier soll ebenfalls ein Nachbau eines iPhone 4 Netzteils verantwortlich sein. In beiden Fällen wurde nicht die Marke des Herstellers genannt, es muss auch nicht der gleiche Hersteller sein.


Da auch hierzulande viele Netzteil-Nachbauten über diverse Wege (eBay, dutzende China-Versender) verfügbar sind, sollte man sich wohl zweimal überlegen, ob die Ersparnis wirklich so wertvoll ist. Man liest ja nicht zum ersten Mal von solchen Zwischenfällen. Mal schmoren die Netzteile einfach durch, im glücklichsten Fall funktionieren sie einfach nicht. Nutzt Ihr nur original Zubehör, oder greift Ihr auch schon mal zum 1-Euro-Produkt des Chinesen Eures Vertrauens?


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35 Kommentare

Rico Weigand 19. Juli 2013 um 13:06 Uhr

Bei Deutschland Importen sollte man aber hinzufügen, dass hier nicht der Hersteller, sondern der Importeur nach Europa haftet. Also in einem Fall über eBay der Verkäufer.

ewe 19. Juli 2013 um 13:06 Uhr

Ich nutze hauptsächlich Nachbauen, allerdings kommt vorher alles einmal auf die Werkbank und wird geprüft. Von so kleinen Mini-Steckern lasse ich allerdings ohnehin wegen fehlender Reparaturmöglichkeiten (meist vergossen) die Finger. Originalteile schmoren zwar seltener durch, aber grobe Schnitzer im Design sind auch dort anzutreffen….

M21 19. Juli 2013 um 13:07 Uhr

Kaufe mir keine China Powerbank aus dem denkbaren Risiko, dass sie evtl mein Handy verschmoren kann.

Daniel 19. Juli 2013 um 13:12 Uhr

Ich besitze nur originale Ladegeräte, aber anderswo wie zum Beispiel bei einer Tablet-Hülle oder bei einem Bluetooth-Headset greife ich auch gerne mal zu einer günstigeren Alternative. Ich sehe es nämlich nicht ein, für eine original Sony Tablet-Schutzhülle 80 Euro zu bezahlen.

Monkeyous 19. Juli 2013 um 13:24 Uhr

In Deutschland gibt es das VDE/GS Zeichen und in Europa das CE-Zeichen. Ohne die darf das Gerät in Deutschland nicht verkauft werden, da sie sicherstellen, dass sowas nicht passiert. Wenn man das weiß, hat sich ein Großteil der Diskussion schon erledigt ;)

In China könnten Sie solche Regelungen auch haben, wenn sie wollten.

Philip 19. Juli 2013 um 13:29 Uhr

Bei meinem Ladekabel von meinem iPhone 4 löst sich die Isolation zwischen Dockconnector und Kabel. Die weiße Außenhülle ist schon ca. 1 cm runtergerutscht und die Metallumhüllung um die inneren Kabel auch. Die inneren Kabel sind verschieden farbig und noch in Plastikumhüllung.

Meine Frage ist ob das jetzt sehr gefährlich ist wenn man einen Stromschlag bekäme (lebensgefährlich) oder ob das nur einen kleinen Schlag gibt. Eigentlich geht ja nicht die ganze Spannung von 230V von der Steckdose bis ins iPhone, also kann es nicht so gefährlich sein, oder?

Bitte klärt mich auf.

John 19. Juli 2013 um 13:30 Uhr

Nur originale oder von großen Drittherstellern, wenn die Amazon-Bewertungen stimmen.

HO 19. Juli 2013 um 13:33 Uhr

@monkeyous
natürlich ist das ungefährlich… hättest du in physik mal aufgepasst. sonst würdest du ja auch einen stromschlag bekommen, wenn du einen usb-port am laptop anfasst.

Baschdi 19. Juli 2013 um 13:34 Uhr

@Philip
Am USB Ausgang vom Netztteil liegen nur 5 Volt an und da kann dir nichts passieren. Ich würde aber trotzdem etwas Tesa oder Isolierband ums Kabel machen, damit sich das Kabel nicht noch weiter auflöst

Mike3k 19. Juli 2013 um 13:45 Uhr

Ich hab mittlerweile soviele Netzteile von diversen Handys, dass ich die bei neuen Handys nicht mal mehr auspacke und einfach die alten weiternutze. Das war schon damals bei Nokia so (bis es einen neuen Anschluss gab) und ist heute dank MicroUSB genauso.

Andreas G. 19. Juli 2013 um 13:45 Uhr

Auch wenn der Deutsche Zoll manchmal nervt aber wenigstens sorgen sie dafür das solche Fehlkonstruktionen in der Regel nicht den Weg zu den Verbrauchern finden.

Das CE Zeichen ist übrigens kein Prüfzeichen. Im Grunde kann es sich jeder Hersteller selber vergeben wenn er unterschreibt das er die Vorgaben eingehalten hat.

alexbloggt 19. Juli 2013 um 13:45 Uhr

Kommt drauf an, was unter “Original” zu vestehen ist. Wenn ein Apple/Samung/LG-Netzteil seinen Geist aufgibt/verloren geht, dann kaufe ich mir i.d.R. kein neues des selben Herstellers aus Preisgründen. Da meine aktuellen NTs eh alle einen USB-Port haben, nutze ich einfach das, was gerade rumliegt. Ein Samsung-Handy lädt an einem LG-Nt auch nicht schlechter, nur evtl. langsamer, wenn es nicht die gleichen Ampere liefert. Und sollte iwann keines mehr funktionieren und ich brauche was neues (oder im Auto) kaufe ich halt Netzteile von Drittanbietern. Solange sie in Deutschland zugelassen sind, mache ich mir da keine Gedanken, ob da Hama oder Samsung draufsteht.
Was ich nicht nutze sind Billig-Importe aus Fernost, weil man sich da nie sicher sein kann, was man bekommt. Die CE-Zeichen sind da auch meist gefälscht und die paar € Unterschied ist mir das Risiko für mich und meine Geräte nicht wert.

hans peter 19. Juli 2013 um 13:48 Uhr

aufgrund der tatsache, dass dies nur iphones betrifft könnte man apple vorwerfen, dass sie mechanismen einbauen, die zu dem defekt bei benutzung drittanbieternetzteile führen! warum gibt es solche fälle nicht bzgl. samsung, lg und co.? für diese hersteller gibt es auch viel drittanbieterzubehör, welches nicht zu tödlichen unfällen oder verletzungen des nutzers führt…von daher denke ich kann sich apple nicht komplett von der schuld freisprechen, sondern trägt aufgrund von gier natürlich eine teilschuld.

elknipso 19. Juli 2013 um 13:54 Uhr

Es kommt darauf an. Ich habe durchaus auch nicht originale iPhone USB
Kabel im Einsatz, würde jetzt aber z.B. kein Nachbauladegerät für mein
Macbook Air kaufen. Man sollte da immer von Fall zu Fall abwiegen.
Meistens hat man auch die Möglichkeit auf Erfahrungsberichte etc.
bisheriger Käufer zuzugreifen, und dann sollte man natürlich auch den
gesunden Menschenverstand benutzen. Wenn ich sehe, dass die meisten
Nachbauten z.B. von einem iPhone Ladegerät sich irgendwo um die 10
Euro bewegen, und dann ein Modell sehe, dass für 1,90 Euro (mit
Versand!) angeboten wird, dann sollte eigentlich bei jedem die
Alarmglocken anspringen, dass da wohl irgendwas nicht so ganz stimmen
kann.

Philipp Noack 19. Juli 2013 um 14:09 Uhr

“Ladegrät” sollte dann auch mal geändert werden. :)

Tchooe 19. Juli 2013 um 14:32 Uhr

@ Baschdi:
„Am USB Ausgang vom Netztteil liegen nur 5 Volt an und da kann dir nichts passieren.“

Voooorsichtig! Das trifft nur dann zu, wenn im Netzgerät selbst kein Defekt auftritt, der den 5 V-Bereich mit der Eingangsspannung von 230 V verbindet. Genau das scheint aber bei den im Bericht beschriebenen Fällen passiert zu sein.

@ Andreas G.:
„Das CE Zeichen ist übrigens kein Prüfzeichen. Im Grunde kann es sich jeder Hersteller selber vergeben wenn er unterschreibt das er die Vorgaben eingehalten hat.“

Korrekt. Endlich mal jemand mit einem blassen Schimmer! ;-)
Hinzu kommt noch, dass sowohl das CE-Zeichen (sogar sehr trickreich in leicht veränderter Form als Markenzeichen für „China Export“) als auch VDE, TÜV-GS und andere Prüfzeichen gerne mal von irgendwelchen dubiosen fernöstlichen Herstellern aufs Gerät draufgepappt werden, ohne dass das Gerät jemals eine Zertifizierung durchlaufen hat.

Alex 19. Juli 2013 um 14:38 Uhr

hans peter: Das sind doch Verschwörungstheorien. Als nächstes vermutet dann noch jemand, dass Samsung defektes Apple-Zubehör produziert.

Dominik 19. Juli 2013 um 14:43 Uhr

Habe ca. 6 Monate in nem Premium Reseller Store gearbeitet und hatte auch 2 Fälle in denen sogar ein originales Netzteil von Apple richtig verbrannt ist und einmal verschmort den Kunden sogar geschockt hat. Und etliche Fälle in denen das Netzteil nur verschmort ist. Ich weiß ja nicht, nachdem ich das selbst gesehen habe, vertraue ich selbst den originalen Netzteilen nicht mehr. Obs nur Pech bei den Leuten war ? Keine Ahnung.

FlyingT 19. Juli 2013 um 15:06 Uhr

Könnte das vielleicht auch einfach an fehlenden oder defekten Schutzeinrichtungen liegen? Welche Sicherungen sind dort verbaut und gibt es einen FI Schalter.

Ich habe da keine bedenken bei nachbauten von Netzteilen, aber ich hab auch einen anständig abgesicherten Stromkreis. Ich kann auch mit dem Fön duschen gehen und ausser das es dunkel wird passiert nicht wirklich was.

Sascha Ostermaier 19. Juli 2013 um 15:12 Uhr

@Monkeyous: Ich habe hier durchaus Netzteile ohne jegliche Prüfzeichen liegen. Der Zoll fängt nicht alles ab. ;-)

Wunderwuzzi 19. Juli 2013 um 16:17 Uhr

Typisches Leiden beim iDevice Lade-Kabel. Alle meine Apple-Ladekabel schauen so aus. :(

Monkeyous 19. Juli 2013 um 17:37 Uhr

@HO: Ich verstehe den Zusammenhang zu dem was ich geschrieben habe nicht. Ich denke ohne solche Prüfsiegel gäbe es auch in Deutschland das ein oder andere Netzteil mit inoffizellen 10-230 Volt.

@Sascha: Natürlich kann man auch solche Geräte bekommen, an sich ist der Verkauf aber verboten.

Tchooe 19. Juli 2013 um 17:51 Uhr

@ Sascha:
Hast du die bei einem deutschen Händler gekauft oder direkt beim Chinesen deines geringsten Misstrauens direkt in Fernost bestellt?

Sascha Ostermaier 19. Juli 2013 um 17:53 Uhr

@Tchooe: Direkt Fernost natürlich. Einem deutschen Händler würde ich vermutlich die Bude einrennen, wenn er mir solchen Schrott verkaufen würde. ;-)

Tchooe 19. Juli 2013 um 17:57 Uhr

@ Sascha:
Ja dann … Dass der Zoll nicht jedes kleine Versandtütchen öffnen und das „Geschenk“ darin prüfen kann, sollte klar sein. Ah! Da war ja ein Zwinkersmiley hinter deinem Kommentar von 15:12 h. OK, Groschen ist gefallen.

mig 19. Juli 2013 um 18:08 Uhr

ich weiß nicht !
Selbst bei Marken-Netzteile dürften die Herstellungskosten im ziemlich weit unteren Bereich liegen…

Allerdings müssen diese “Großen-Marken” Kosten decken,
wie Entwickelung oder Forschung aber auch Werbung und falls doch was passiert müssen auch Anwälte bezahlt werden,
nicht zuletzt müssen auch Patentklagen von Anderen “Großen” Bezahlt werden ….

China-Hersteller Kopieren und Versuchen Günstiger zu bauen,
richtig unübersichtlich wird es wen Billig-China-Hersteller Kopien von Kopien Bauen, und meinen da noch, den einen oder anderen Cent sparen zu Können…

Hier entsteht auch das problem, Günstiges von den Billigen zu unterscheiden…
ich versuche 230Volt NoName-China-Sachen zu meiden, zumindest versuche ich über das Begehrte Teil Infos zu finden…

Dirk 19. Juli 2013 um 18:15 Uhr

@hans peter: Das es nur iPhones betrifft dürfte wohl darin begründet sein, dass das iPhone ein Metallgehäuse besitzt. Daher sollte das Netzteil auch schutzisoliert sein, was wohl nicht der Fall war. Ein Fi-Schutzschalter hätte das Problem auch gelöst. Wenn beides fehlt, dann….

CU 19. Juli 2013 um 18:26 Uhr

Ich hatte erst gestern ein Erlebnis mit einem billig-Ladegerät, zwar mit UL aber kein CE oder ähnliches. Das Teil ist so klein, dass es fast komplett in einer Schuko-Dose verschwindet, dabei aber 1A liefern soll…
Da mein Samsung aber so viel nicht will, hatte es damit nicht konkret Probleme, außer dass die Bildschirm-Eingabe recht verzögert wurde (!). Gestern wollte ich damit ein Blackberry im laden und dies saugt wohl etwas mehr Strom, so dass das Ladegerät nach 5 min zu stinken anfing und ich es sofort aus der Dose zog. Der USB – Stecker war auch schon leicht geschwärzt.
Das Ding ist heute direkt in den Müll gewandert. Nie wieder so ein billiges Gelumpe!

Tchooe 19. Juli 2013 um 20:38 Uhr

@ Dirk + @hans peter:
„Das es nur iPhones betrifft dürfte wohl darin begründet sein, dass das iPhone ein Metallgehäuse besitzt.“

Wie viele Handys mit außenliegenden Metallteilen sind im Umlauf?
Wie viele Fälle von Stromunfällen sind bekannt?
Kann man daraus darauf schließen, dass Apple bewusst Techniken einbaut, die zu Stromunfällen führen?
Jetzt mal ernsthaft, bitte!

W1rew0lf 20. Juli 2013 um 11:25 Uhr

Es ist natürlich bedauerlich was mit deisesen Menschen passiert ist, aber:

Wer kauft sich denn ein (je nach Verkäufer ca.) 400€ Gerät und gibt dann fürs Ladegerät den kleinstmöglichen Betrag aus???
Ich kauf mir doch auch keinen Ferrari, lass den Service in einer Hinterhof-Werkstatt erledigen und verklage danach den Hersteller weil die Bremsen versagt haben.

DasMaddin (@dasmaddin) 21. Juli 2013 um 09:32 Uhr

Ein weiteres Problem: oft ist es nicht klar, ob es sich um ein Original Netzteil handelt, oder nicht. Ich habe auf Amazon ne ganze Weile gesucht, bis es 100% klar war, dass es sich nicht um einen Nachbau handelt..

Cebulla 25. August 2013 um 12:48 Uhr

Mein Netzgerät ist gerade durchgeschmort, das originale von Apple (10 Monate alt), zum Glück war ich zu Hause und die Sicherung ist rausgesprungen.
Jetzt muss sich der Akku beweisen und bis morgen Abend durchhalten…


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