Erfahrungsbericht Samsung Galaxy Tab

6. November 2010 Kategorie: Android, Mobile, geschrieben von: caschy

Sehr cool, gestern erst der WeTab-Erfahrungsbericht von Robert, heute direkt der Erfahrungsbericht von Jan zu seinem Samsung Galaxy Tab. Die lange Einleitung spare ich mir mal heute und lasse direkt den Jan zu Wort kommen. Fragen müsst ihr also an ihn richten, nicht an mich 🙂

Warum gekauft?
Eigentlich wollte ich mir am Montag nur einen neuen Schlauch für meine Dusche kaufen. Eigentlich! Eine Stunde später hatte ich das Samsung Galaxy Tab in der Tasche. Warum muss der Bus da auch so selten langfahren, dass man viel Zeit übrig hat zum stöbern in den umliegenden Läden?

Technische Spezifikationen
So, klauen wir mal kurz bei Samsung.
Display

* 16 Mio. Farben, TFT-Technologie
* 17,8 cm / 7,0“ Touchscreen
* Displayauflösung: 1024 x 600 Pixel

Messaging und Datenübertragung

* Push-E-Mail-Funktion, E-Mail (POP3, SMTP, IMAP4)
* MMS, SMS, Worterkennung T9, Swype®-Funktion
* HSDPA mit 7,2 MBit/s, HSUPA bis zu 5,76 MBit/s
* UMTS, EDGE, GPRS, WAP 2.0, AllShare™ (DLNA™)
* WLAN 802.11 b/g/n, WLAN-Tethering
* Verwaltung lizenzgeschützter Dateien (OMA + WMDRM)
* Bluetooth® 3.0
* Bluetooth® mit Stereo-Audio-Streaming (A2DP)
* Massenspeichererkennung

Technische Daten

* Plattform Quad-Band + W-CDMA
* Größe (HxBxT) 190 x 121 x 11,98 mm
* Gewicht 380 g
* Gesprächszeit (3G) bis zu 16,7 Std
* Standby (3G) bis zu 1500 Std.
* Akku Li-Pol, 4.000 mAh

Android ist in der Version 2.2 Froyo am laufen und Geschmückt ist die Oberfläche mit Samsungs eigenem TouchWiz.

Die Ersteinrichtung lass ich jetzt mal weg. Die ist einfach und ihr wollt ja wissen wie sich das Gerät im Einsatz macht, nicht wie man auf “Deutsch” klickt und seinen WLAN-Schlüssel eingibt 🙂

Und das Display ist natürlich gestochen scharf und klar. Die Fotos täuschen da wegen den Schlieren. Dunkel und Blitz und so 🙂

Usability

Das Einschalten:

Nach drücken des seitlich angebrachten Knopfes dauert es 32 Sekunden und das Galaxy Tab fordert mich zur Pin Eingabe auf. Danach begrüßt mich der erste von 5 Bildschirmen der TouchWiz Oberfläche. Das Galaxy Tab ist schön handlich, so dass man es ohne Probleme mit einer Hand halten und mit der anderen Bedienen kann.

Das Display reagiert präzise und flüssig auf Eingaben. Kleines Manko. Es kippt sehr leicht ins Hoch- bzw. Querformat. Dafür gibts aber den Button in der oberen Leiste um das Bild zu arretieren. Ruckeln oder Verzögerung kann ich merklich keine feststellen. Weder auf der Oberfläche, noch in den von mir bisher genutzten Apps. Als Tastatur kann man zwischen der Samsung Tastatur zum Tippen und dem mitgelieferten Swype wählen, bei dem man nur von einem Zeichen zum nächsten wischt. Mit Swype komme ich sehr gut klar und die Erkennungsrate ist meines Erachtens sehr gut.

Die 4 Android Hotbuttons sind schön versenkt und reagieren ebenfalls einwandfrei auf das drauftippen. An der linken Seite befindet sich das Mikrofon, rechts die Ein-/Ausschalttaste und knapp darunter die Lautstärketasten. Rechts unten befinden sich zusätzlich die Slots für MicroSD und die Simkarte. On Top findet sich noch die 3,5mm Klinkenbuchse für Headset / Kopfhörer oder TV Out.

Auf der Rückseite findet sich die 3,2 MP Kamera und das LED-Licht. Die Bilder sind zwar nicht perfekt und Schnappschüsse mit einem 7 Zoll Tablet sind wohl auch eher selten. Auslösen kann man nur über einen Button in der Kamera-App. Kommt man auf den An/Ausschalter lockt die Kamera den Auslösebutton. Bis ich das raus hatte… Vorne befindet sich eine 1,3 MP Kamera. Diese habe ich bisher noch nicht in Aktion ausprobiert.

Als leichten Nachteil empfinde ich die Position der Lautsprecher. Diese befinden auf der Unterseite neben dem Daten- / Ladeport. Hält man das Gerät nun im Querformat, hält man fast immer die Boxen mit zu. Sprecht mal wenn ihr eure Hand vor den Mund haltet. Klingt komisch, oder? Aber etwas Abstand verbessert das sofort wieder.

An den Rechner oder ans Stromnetz wird das Galaxy Tab über den iPad-ähnlichen Stecker der auf USB endet angeschlossen. Warum man dort wieder ein eigenes Süppchen kocht, keine Ahnung. Der Stromstecker selber ist nochmal zweigeteilt. Der Stecker selber (in diesem Fall EU Standard) und ein Adapter auf den der Stecker gesteckt wird sowie USB auf der anderen Seite.

Man braucht also keine separaten Reiseadapter mehr, nur noch die wahrscheinlich teuren Stecker von Samsung für das entsprechende Land. Nette Idee, aber für mich relativ sinnfrei. Der Akku ist nach 8 Stunden aktiven BT, 30 Minuten Radio, etwas Surfen, Mailen bei gut 80%. Genaue Messungen reich ich später nach.

Telefon:

Was ist nun der Maßgebliche Unterschied zum iPad? Außer das es Android nutzt und kleiner ist? Man kann damit telefonieren! Es ist ein vollwertiges Telefon! Natürlich hält man sich keinen 7 Zoll an die Backe. Entweder man nutzt die Freisprechfunktion, welche bei meinen Tests gut funktionierte. Auch als ich weiter weg war, war ich gut zu verstehen und habe alles verstanden. Oder man nimmt das mitgelieferte Headset. Oooooder, wie in meinem Fall, man kauft sich ein BT Headset.

Da ich ein extrem wenig Telefonierer bin, reicht mir das Tab als Telefon vollkommen. Es passt in meine Jackentasche, ist also großteils dabei und wenn ichs mal nicht dabei habe und nicht erreichbar bin, stört es mich auch nicht. Über BT kann man konfigurieren ob das Galaxy Telefon und / oder Media ans Headset übertragen soll. So kann man in Ruhe das Tab als Radio im Büro neben sich stehen haben und dennoch die Anrufe dann am Headset entgegennehmen. Die Kontaktliste ist wirklich gut gelungen.

Man muss nur einmal herausfinden, dass man auf die Nummer im Kontakt drücken muss um darüber den Anruf zu starten. Ein großer grüner Anrufbutton fehlt. Die NachrichtenApp (bisher nur mit SMS getestet) listet die SMS in Sprechblasen auf. Empfänger links, Absender rechts. Sieht hübsch aus. Gefällt mir. Ach ja, sehr nett in der KontaktApp ist die Möglichkeit sich für jeden Kontakt den entsprechenden Verlauf anzeigen zu lassen über Anrufe, SMS, Facebook und so weiter.

So braucht man nicht das ganze Protokoll durchgehen um zu schauen wann der und der angerufen hat. Dumme Blicke sind euch aber gewiss, wenn ihr das Tab mit den Worten:”Mein neues Telefon!” im Büro aus der Tasche zieht.

Surfen

Der Standardbrowser arbeitet flott und unterstützt Tabs. Mir reicht er vollkommen aus und die Lesbarkeit von Webseiten ist mehr als hinreichend auf den 7”. Selbst Seiten wie Stern.de sind für das Tab kein Problem. Was war denn noch was Android so von iOS unterscheidet. Ach ja.. Flash! Ich habe mir dazu mal die Seite m.kongregate.com angeschaut welche doch enorme Mengen an Mobile Games zur Verfügung stellt. Läuft flüssig. Youtube ebenso. Nichts zu meckern hier!

Media

Das Galaxy Tab spielt Videos in FullHD ab. Getestete Dateien in 2 GB Größe liefen absolut flüssig. Sogar MKV Dateien spielt das Tab ohne zu nörgeln ab. Dafür braucht das iPad den VLC Player. Für Bahn, Bus, Badewanne und Bett reichen mir die 7” um ein paar Folgen einer Serie zu gucken oder mal ein Filmchen. Da ich vom HTC Desire schon den Musikplayer nicht so mochte bin ich direkt auf Winamp für Android gegangen. Das Display wird voll genutzt und es ist komfortabel zu bedienen.

Über Kopfhörer ist der klang sehr angenehm, selbst mit dem mitgelieferten Headset. Die Lautsprecher allerdings können sich im Vergleich mit denen des iPads nicht messen. Da hat Apple die Nase vorn. Das soll jetzt nicht heißen, dass die Lautsprecher nichts taugen. Ich lasse das Tab im Büro als Radio dudeln, man versteht alles und es klingt nicht schlecht. Nur die Ipad Lautsprecher klingen einen tacken besser.

Apps

Zugriff auf Apps hat man über 2 (3) Möglichkeiten. Den Android Market oder die Samsung Apps (oder selber APKs installieren). Letzteres ist ein separater Store, indem sich bisher aber nur 3 Apps befinden. N-TV, welches beim Aufruf des ersten Artikels diesen als Codematsch darstellte und sofort wieder runterflog. Blinkx Beat, welches offensichtlich viele Online Videoplattformen vereint (nicht getestet) Radio Companion für die Streams von Radiosendern. Die Auswahl ist bei AndroRadio ist aber weitaus größer. Damit kann man dies also schonmal eigentlich alles getrost vergessen. Aber man hat ja noch den Android Market. Aktuell sind mir nur Solitär und Android Comic Viewer aufgefallen die nicht hochskalieren.

Des Weiteren ist auf dem Tablett ein Streaming Client/Server namens Allshare installiert. Ich muss gestehen, bisher hab ich es nicht geschafft darüber ordentlich was zu Streamen. Da nehm ich lieber den ES File Explorer, klick mich im Lan zur *.mkv Datei durch und guck sie mir so an. Wlan Draft N sei Dank!

Auch ein eBook Reader ist vorinstalliert namens, Überraschung, eBook. Wer sich allerdings auch gerne mal PDFs in das Epub Format konvertiert (cashy, empfiehl hier mal Calibre), der ist mit dem Reader Aldiko weitaus besser bedient. Dort lassen sich Schriftgröße, Art und weiteres einfach einstellen. eBook bietet dies nicht.

Samsung bietet mit dem Readers Hub eine Schnittstelle zu Onlinestores für Magazine, News und Bücher. Bisher ist nur Kobo integriert. Dort gibt es allerdings nur englische Bücher. Auch da sollte Samsung noch etwas nachbessern.

Kommen wir zum Fazit:

Das Galaxy Tab ist ein wirklich sehr feines Stück Hardware. Da hat Samsung wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Würde es Kaffee kochen können, ich würds heiraten.

Wo die Hardware für mich perfekt ist, so hat Samsung was die mitgelieferten Apps angeht noch einiges nachzubessern. Wenn ich in Deutschland wohne, möcht ich auch gerne Deutsche Bücher kaufen können. Aber da wird sicher noch was kommen.

So, hab ich was vergessen? Wenn ja, fragt einfach in den Kommentaren! Ach ja, den Duschschlauch hab ich natürlich auch gekauft. War der teuerste Duschschlauch meines Lebens. 🙂


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Über den Autor: caschy

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