EncFSAnywhere: Verschlüsselte Dateien mittels EncFS im Browser entschlüsseln

27. Juli 2013 Kategorie: Internet, Software & Co, geschrieben von: Patrick Meyhöfer

EncFS ist eine weitere Möglichkeit Dateien zu verschlüsseln. Ich nutze EncFS zum Beispiel für ein paar Daten in meiner Dropbox, die dort nicht vollkommen unverschlüsselt abgelegt sein sollen. Im Gegensatz zu Truecrypt benötige ich hier keinen Container mit einer bestimmten Dateigröße. Um auf die verschlüsselten Dateien zuzugreifen, benötigt man normalerweise eine installierte Version von EncFS auf dem lokalen Rechner.  Wenn man aber nur einen Browser zum Zugriff auf die Dateien hat, ist eventuell der Dienst EncFSAnywhere etwas für euch.

EncFS Anywhere

EncFSAnywhere ist Open Source und kann selbst von euch gehostet werden. Ein Beispiel findet hier auf dieser Webseite. Ihr könnt euch über den Dienst zu eurer Dropbox verbinden. Sobald ihr den Zugriff gewährt legt der Dienst einen eigenen Ordner unter den Apps in eurer Dropbox ab.

In diesen Ordner kommen dann eure mit EncFS verschlüsselten Ordner hinein. Ruft dann die entsprechende Webseite auf, wo ihr eben den Zugang zur Dropbox gewährt habt und ihr seht den passenden Ordner. Sobald man diesen öffnen möchte werdet ihr direkt nach eurem Passwort für die verschlüsselten Dateien gefragt, wie ihr im oberen Bild seht.

Nach der Eingabe könnt ihr somit lesend auf eure Dateien zugreifen. Das Passwort bleibt dabei auf eurem Rechner und die Dateien werden ebenfalls lediglich lokal entschlüsselt. Hat in meinem Fall problemlos funktioniert und kann man sich bei Bedarf ruhig einmal ansehen. Aktuell wird nur Dropbox als Cloud-Speicher unterstützt, weitere Dienste könnten aber folgen.

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Über den Autor: Patrick Meyhöfer

#Linux, #Ubuntu, #OpenSource #Android sind meine Themen. Du findest mich auch auf Twitter und Google+. Zudem schreibe ich Beiträge für freiesMagazin und auf meinem Blog Softwareperlen .

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19 Kommentare

Tom 27. Juli 2013 um 13:39 Uhr

Sehr interessanter Artikel. Danke. Ich nutze auch EncFS/Dropbox und werde mir das bei Gelegenheit sicher mal ansehen.

Sven 27. Juli 2013 um 13:51 Uhr

Funktioniert erstaunlich gut, danke für den Tipp.

normanddd 27. Juli 2013 um 15:02 Uhr

Boxcryptor ist ja closed source. Würdet ihr daher zu EncFS wechseln?

Dirk 27. Juli 2013 um 16:25 Uhr

mein test ergab gerade dass auch die verschlüsselten boxcryptor-daten gelesen werden.
somit seeeeehr vielen dank für die info :-)

horst2012 27. Juli 2013 um 18:19 Uhr

Super. Hoffentlich geht das auch bald mit anderen Anbietern.

Dirk 27. Juli 2013 um 22:58 Uhr

Boxcryptor basierte früher ausschließlich auf EncFS, so dass man die Dateien faktisch mit jedem anderen Programm (auch plattformübergreifend) öffnen konnte. Für mich war das der entscheidend Punkt, damit man nicht von einem Client-Hersteller abhängig ist und im Zweifel z.B. nach Ablauf eines Account nicht mehr an seine eigenen Daten kommt.
Ich meine aber irgendwo gelesen zu haben, dass sie mittlerweile an eigenen Dingen basteln. Entscheidend ist wohl wann und womit man den Ordner angelegt hat, da zu diesem Zeitpunkt die entsprechende Config-Datei (bei mir encfs6.xml) angelegt wird. Gut möglich, dass es mit neu angelegten Ordnern nicht mehr so einfach geht. Daher bin ich bei der Desktop-Verion zur Sicherheit beim Stand 1.0.5 (Mac) geblieben.

Dirk 28. Juli 2013 um 00:51 Uhr

ja, bei boxcryptor will man neue wege gehen die ich auch nicht gut finde. deshalb habe ich ebenfalls die letzte version behalten. unter windows version 1.5

Gummibärchengrab 28. Juli 2013 um 02:40 Uhr

@Dirk: Bei Boxcryptor hat man in der Tat auf ein neues Verfahren umgestellt das nicht mehr kompatibel zu encfs ist, dafür aber das Teilen der Daten mit anderen Personen ermöglicht.
Allerdings hat Boxcryptor nach User-Protesten versprochen, eine Classic-Version (also mit encfs) dauerhaft weiter anzubieten und zu supporten.

Dirk 28. Juli 2013 um 08:51 Uhr

boxcryptor möchte zwar eine classic-version beibehalten, diese aber online aktivierbar machen. die aktivierung wird aber wahrscheinlich ein ablaufdatum erhalten. das heißt firma-pleite = programm-irgendwann-aus. dann noch zur zeit kostenlos….und später ? deshalb habe ich jegliche updates beendet und bleibe bei der dauerhaft funktionierenden version für die ich ja auch bezahlt habe.

Dirk 28. Juli 2013 um 10:30 Uhr

Schon irgendwie komisch. Gleicher Name (Dirk) – identische Vorgehensweise aus den selben Gründen, nur bin ich der, mit dem Mac. :-)

Wie ich weiter oben schon eimal schrieb, sollte man bei der Verschlüsselung durchaus auch mal an Übermorgen denken. Ähnlich wie früher bei Datenträgern und Formaten, für die man plötzlich irgendetwas auskramen muss, um wieder ran zu kommen.

Bei Boxcryptor ist es halt, wie bei vielen Startups (und nicht mal negativ gemeint). Ursprünglich wohl mal von Enthusiasten mit einer geilen Idee gegründet, hält so langsam der Business-Gedanke Einzug und das bedeutet zwangsläufig “Alleinstellungsmerkmale” integrieren und Kunden binden. Final erfolgt dann der Verkauf und die Integration in einer der Riesen, sofern man nicht selbst zu einem dieser wird. Hatten wir doch in der Vergangenheit mit vielen netten Diensten, die geschluckt wurden.

Mit den ganzen neunen Features wie Freigabe etc. hab ich nicht viel am Hut. Ich will ja gerade das Gegenteil erreichen und dabei unabhängig bleiben. Wie gesagt, nachvollziehen kann ich es, nur bleibe ich lieber bei der alten Version und mit der kann man dann Dienste, wie im Artikel beschrieben, auch problemlos nutzen.

rolf 28. Juli 2013 um 11:58 Uhr

Hallo, wie bekomme ich die Daten in dei Dropbox-Ordner

Tom 28. Juli 2013 um 12:05 Uhr

Wer eine einfache, kostenlose Lösung für Windows sucht, kann sich auch dieses Tutorial mal anschauen: http://d24m.de/2011/07/22/howto-encfs-unter-windows-installieren/

Dirk 28. Juli 2013 um 12:21 Uhr

alle Dirks absolut einer meinung :-)

Gummibärchengrab 28. Juli 2013 um 14:36 Uhr

@die beiden Dirks :-)
Deshalb ist ja auch mir wichtig, dass die Classic-Version weiterhin mit encfs kompatibel ist.
Dann können die das Ding in ferner Zukunft meinetwegen einstellen, verkaufen oder sonst was – ich komme ja per encfs zur not auch “zu Fuß” noch an meine Daten. Warum also nicht die neueste Classic(!)-Version verwenden?

Dirk 28. Juli 2013 um 15:35 Uhr

@Gummibärchengrab du hast recht, an diese variante hatte ich nicht gedacht. meine vorgehensweise ist darin begründet dass ich boxcryptor immer weiter benutzen möchte.

Meep 29. Juli 2013 um 00:51 Uhr

encfs für windows wird ja nichtmehr weiterentwickelt und hat so einige bugs. BoxCryptor ist komplett geschlossen und evtl. unsicher.
Ich würde CryptSync empfehlen. Benutze es seit einigen Monaten mit Dropbox und bin zufrieden damit.

Saile 6. September 2013 um 02:19 Uhr

Ich bin fasziniert, dass EncfsAnywhere tatsächlich funktioniert, heißt dass das der private Schlüssel dann auch in der Dropbox lagert? Oder wie kann es sein, dass allen mein Passwort reicht um an die Daten zu kommen?
Wäre super wenn mir das jemand erläutern könnte!

thedoginthewok 20. September 2013 um 20:10 Uhr

Gibt es irgendwo mehr Informationen, wie ich das auf meinem eigenen Server hosten kann? Ich habe encfsanywhere hoch geladen und per subdomain zugänglich gemacht, das funktioniert auch. Nun muss ich auf meinem Server encfs einrichten. Ist das alles was ich tun muss?

max-muster 8. November 2013 um 05:46 Uhr

@Saile: Der Schlüssel liegt in der encfs6.xml, welche standardmäßig mit im Ordner liegt. Natürlich ist dieser wiederum mit deinem Passwort verschlüsselt – und auch nur so kann EncFsAnywhere funktionieren. Der Nachteil liegt auf der Hand: Der Schlüssel wird mit den Daten zusammen gespeichert, und falls man ein schwaches Passwort gewählt hat, könnten Dritte das relativ flott knacken.

Danke für den Tipp übrigens, genau so etwas habe ich gesucht um auch von Unterwegs mal schnell auf die ein oder andere Datei zugreifen zu können!


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