Eingesprochen: Sennheiser ClipMic

12. Dezember 2015 Kategorie: Apple, Hardware, iOS, geschrieben von: caschy

senneheiser clip micIch persönlich nutze kaum noch die klassischen Einzelgeräte wie die Videokamera oder die Kamera. Beides ist irgendwie da, kommt aber wesentlich weniger zum Einsatz als es noch früher der Fall war. Aber jeder kennt sicherlich das Foto, welches in schöner Regelmäßigkeit im Internet rumgeht. Es zeigt einen Menschen in den 80ern, der mit jeder Menge Technik beladen ist. Kamera, Videorecorder, Kassettenrecorder, Uhr, Taschenrechner und Co. Und heute? Passt fast alles in ein Smartphone.

Und so ist ein Smartphone – wie bei vielen von euch sicherlich auch – nicht nur Telefon, sondern wesentlich mehr. Ich nehme mir immer vor, medial etwas mehr zu machen und hatte mir seinerzeit ein Rode smartLav+ Lavalier-Mikrofon mit Mikrofonkapsel (Mono, jedoch Ausgabe auf linkem und rechtem Kanal (Pseudo-Stereo)) für Smartphone und Tablet geholt. Kostete damals irgendwas um 65 Euro und war für meine Belange ideal (bis auf den Mullu Mullu-Poppschutz, der ratz fast vom Mikro fällt).

IMG_20151209_154037360

Nun bekam ich hier zum Testen das Sennheiser ClipMic auf den Tisch. Dieses richtet sich offenbar an Menschen, die die Technik täglich einsetzen und professionell damit arbeiten. Die Nutzerschaft ist etwas begrenzter als beim Rode smartLav+, denn man setzt auf den Lightning-Anschluss und nicht die klassische 3,5er Klinke, wie es bei anderen Mikrofonen für das Smartphone oder Tablet der Fall ist. Der rasende Reporter mit iPhone oder iPad wird hier also angesprochen.

Sennheiser verbaut ein deutliches Mehr an Technik gegenüber der von mir eingesetzten Lösung – dies zeigt sich auch im Preis. Etwas über 200 Euro kostet das Mikrofon bei Amazon. Wesentlich mehr als der Hobbyist in mir ausgeben würde, der Preis für den professionellen Einsatz steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Was ist technisch drin? Sennheiser bringt mit dem Sennheiser ClipMic gleich zwei Apps von Apogee mit, die kostenlos geladen und genutzt werden können: MetaRecorder ist eine App für Tonaufnahmen, die speziell für das ClipMic digital entwickelt wurde. Mit dieser App kann die Stärke des Eingangssignals des Mikrofons eingestellt werden und man diverse Funktionen zur Verbesserung der Aufnahmequalität aktivieren. Der MetaRecorder kann über die Apple Watch gesteuert werden.

IMG_20151209_154043437_HDR

So kann man eine Aufnahme starten oder stoppen, eine Aufnahme zu den Favoriten hinzufügen, Marker setzen oder die Eingangssignalstärke des Mikrofons anpassen. Hier bin ich erst zuerst reingefallen. Die klassischen Mikrofone aus dem günstigen Preisbereich nehmen einfach nur auf, die Aufnahme des Sennheiser ClipMic stellt man bestenfalls ideal über die App ein.

Sennheiser setzt auf den Lightning-Anschluss und auf einen festen Schutz, der sich gut anbringen und entfernen lässt. Das Kabel ist 1,6 Meter lang und verschwindet an einem Ende im Lightning-Port von iPhone oder iPad. Das meißelt die Nutzung auf Apple-Geräte fest, erlaubt aber die parallele Nutzung eines Kopfhörers ohne irgendwelche Adapter.

Der Preis liegt sicherlich auch am Vorhandenseins eines Wandlers, den mein Rode nicht intus hat, Sennheiser setzt hier auf einen Apogee 24 Bit / 96 kHz Wandler und einen Frequenzbereich: 30 – 20.000 Hz. Man unterstützt Sampleraten von 44,1 / 48 / 88,2 / 96 kHz und 16 oder 24 Bitraten. Vielleicht interessant für Menschen, die mit Final Cut arbeiten: über die App MetaRecorder kann man die Dateien während der Aufnahme mit Metadaten-Tags versehen.

Rode smartLav+ @ 48 KHz
Sennheiser ClipMic @ 48 KHz
Sennheiser ClipMic @ 96 KHz

Und im reinen Vergleich? Nun habe ich hier ein paar Mikrofone für diverse Einsatzbereiche, kann aber nach diversen Aufnahmen und Probehören durchaus festhalten, dass das Sennheiser ClipMic die besseren Aufnahmen macht. In diversen Testumgebungen nahm das ClipMic deutlich höher das Rauschen heraus und die Stimme kam deutlicher und präziser auf den Punkt – auch im Bereich 48 KHz.

Hier hatte mein Rode-Mikrofon doch bei genauerem Hinhören das „Nachsehen“ – hier vernahm ich die Umgebungsgeräusche deutlicher und auch die Sprache ist weniger klar und mit etwas mehr Bass versetzt. Hier spielt Sennheiser die Stärken im richtigen Produkt aus, ist ein Ansteckmikrofon sicher etwas für unterwegs und damit mit Störgeräuschen konfrontiert.

Dennoch muss man sich natürlich den Preis vor Augen halten – und das, wofür man das Mikrofon einsetzt. Für den Hobbyisten ist der Preis des Sennheiser ClipMic sicherlich zu hoch, da macht man sicherlich Abstriche bei Ansteckmikrofonen und greift zum günstigeren Gerät, der Profi aber findet im ClipMic von Sennheiser ein gutes Werkzeug, welches nicht nur bei den Aufnahmen eine sehr gute Figur macht, sondern auch in der Nutzung über die Apple Watch oder in der Nachbearbeitung keine Wünsche offenlassen dürfte.



Anzeige: Infos zu neuen Smartphones, Tablets und Wearables sowie zu aktuellen Testberichten, Angeboten und Aktionen im Huawei News Hub.

Über den Autor: caschy

Hallo, ich bin Carsten! Daddy von Max, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter, Gerne-Griller und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING, Linkedin, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Carsten hat bereits 23401 Artikel geschrieben.