Eine Woche mit Pebble Health

1. Januar 2016 Kategorie: Wearables, geschrieben von: Gastautor

e1KsESlSeit Mitte Dezember (2015) können Besitzer einer Pebble Watch Ihre Smartwatch auch als Fitnesstracker benutzen. Pebble Health ist ein Bestandteil des 3.8-Firmware-Updates und kann als deutlicher Fingerzeig gewertet werden, dass und wie Pebble die Funktionalität seiner Uhr ausbauen will. Ein Fingerzeig ja – eine Kampfansage an die Hersteller der zahlreichen Fitnesstracker ist Pebble Health (noch) nicht. Die Fitness-Funktion kozentriert sich in seiner ersten Version auf zwei Funktionen: Schrittezählen und Schlafanaylse. Als vertrauenerweckendes Argument verweist die Firma dabei auf eine enge Partnerschaft mit der Stanford University, aus der auch in Zukunft weitere verbesserte Erkenntnisse und Algorithmen hervorgehen sollen.

Die Pebble Health App erscheint nach dem Update in der Liste der installierten Programme und lässt sich Pebble-typisch über die mittlere Taste aufrufen. Mittels der oberen und unteren Taste auf der Uhr navigiert Ihr dann durch vier Menüfenster: tägliche Schritte, täglicher Schlaf sowie eine Balkendiagramm-Anzeige mit den Werten aller Wochentage beider Rubriken sowie einer Durchschnittswert-Anzeige.

Über die Mitteltaste lassen sich jeweils konkretere Details der Werte aufrufen. Das sind bei den Schritten die zurückgelegte Strecke des aktuellen Tages (leider nur in Meilen) sowie die tägliche Aktivitätsdauer.

Spannender ist Pebbles Schlafanalyse. Die neuen Pebbles halten mehrere Tage mit einem Aufladezyklus durch, was sie dafür qualifiziert, auch nachts am Arm des Besitzers zu bleiben. Andere Smartwatches wollen zu dieser Zeit lieber neu geladen werden. In der Hauptansicht zeigt Pebble Health die gesamte Schlafzeit der vergangenen Nacht an und vergleicht sie mit der Durchschnittsschlafzeit des Besitzers. Der erste Druck auf die Mitteltaste bringt eine genauere Analyse des Nachtschlafes zutage. Diese markiert die Tiefschlafphasen mit dunkelblauen Feldern und gibt den entsprechenden Wert auch in Klarzahlen an. Ein weiterer Tastendruck zeigt Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt.

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Für Zeitgenossen, die sich nicht für Details interessieren, wirft Pebble das Ergebnis der Tages- und Nachtaktivität in einer Zusammenfassung in die eigene Timeline. So könnt Ihr die Tagesergebnisse mit einem Blick zur Kenntnis nehmen und zwar jeweils direkt nach dem Aufstehen und gegen Ende des Tages.

Pebble hat die Funktionen seines Aktivitätstrackers recht klar umrissen und die graphische Umsetzung ähnlich unverspielt aber klar ablesbar umgesetzt. Nett gelöst ist beispielsweise der Schrittezähler, der als Balken dargestellt wird, auf dem der Durchschnittswert für den jeweiligen Tageszeitpunkt markiert ist. Ist der Balken blau, seid Ihr unter Durchschnitt. Sobald Ihr überdurchschnittlich unterwegs seid, wechselt die Balkenfarbe auf grün.

Dies ist ein weiterer Unterschied zu der Vielzahl der derzeit verfügbaren Fitnesstrackern. Bei Pebble Health wird das eigene Verhalten als Bewertungsgrundlage für Leistungs- und Schlafwerte herangezogen. Damit distanziert sich Pebble von dem „10.000 Schritte-Mantra“, das von vielen Fitnestracker-Herstellern als Tagesziel angegeben wird. Im Pebble Aktivitätskosmos wird verglichen. Hier heißt es „14.325 steps / typical 10.987“ oder „+5% sleep time“. Das geht auf Kosten der Pseudomotivation von „nur noch 1.500 Schritte bis zu Deinem Tagesziel von 10.000 Schritten“, zeigt aber auch klar auf, dass zum Beispiel der aktuelle Donnerstag weit fauler verbracht wurde als das normalerweise der Fall ist.

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Die täglichen Aktivitäten können im zweiten Schritt bei Apple Health und/oder Google Fit ausgelesen und Langzeitanalysen unterzogen werden. Den der Pebble Health App zugrunde liegenden Algorithmus will das Unternehmen auch zeitnah als API zu Verfügung stellen, sodass die Aktivitäten auch in mehreren Watchfaces und Apps verarbeitet und weiterentwickelt werden können.

Pebble Health funktioniert in der ersten Version bereits sehr gut und bringt mit der Schlafanalyse eine Funktion, die vielen Vergleichsprodukten fehlt. Eine Konkurrenz zu den meisten Fitnesstrackern ist das Aktivitätsportal natürlich nicht. Dafür sind die Funktionen noch zu rudimentär und die Ausleseoptionen zu gering. Bestandskunden können sich trotzdem über einen richtigen Mehrwert freuen, den die Pebble nach dem Update bringt. Allerdings nur Besitzer einer Pebble Time, Time Steel oder Time Round. Pebble Classic- und Pebble Steel-Nutzer bleiben bei dem Update leider außen vor.



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