Eine iPad-App kostet im Schnitt ein Vielfaches einer Android-App

18. Juli 2013 Kategorie: Android, iOS, Mobile, geschrieben von:

Fast 350.000 Apps für iOS und Android nutzen Flurry Analytics, um das Nutzerverhalten zu tracken. Vielleicht erinnert sich noch jemand an den „Skandal“ damals, als herauskam, dass Flurry im nicht gerade unbeliebten Spiel Paper Toss integriert war und fleißig Nutzerdaten gesammelt hat. Selbst Steve Jobs äußerte sich abfällig, aber wohl mehr aus dem Grund, dass Flurry bereits vom ersten iPad wusste, als es eigentlich noch keiner erfahren sollte. Der Skandal scheint vergessen, so dass Flurry heute die Nummer Eins in Sachen App-Tracking ist und uns immer wieder interessante Einblicke in die Nutzung von Apps gibt.

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Apps werden im Schnitt immer billiger, ein Trend, der auch in Zukunft zu sinkenden Preisen führen wird. Der Nutzer akzeptiert lieber In-App-Werbung, als auch nur einen kleinen Betrag auszugeben. Das Resultat ist, dass eine Android App im Schnitt gerade einmal 0,06 Dollar kostet. Eine iPhone App bringt es auf durchschnittliche 0,19 Dollar, eine iPad App sogar auf 0,50 Dollar.

Während im App Store die kostenlosen Apps in den Jahren 2010 – 2012 einen Anteil von 80% – 84% hatten, sprangen diese 2013 auf 90%. Weitere 6% der Apps kosten 0,99 Dollar, nur die restlichen 4% liegen oberhalb der magischen 1-Dollar-Grenze. Doch woher kommt das? Laut Flurry ist der Nutzer schuld. Er mag zwar keine Werbung in Apps, findet diese aber trotzdem akzeptabler, als für eine App zu zahlen. Das ergibt ein Vergleich von inhaltlich ähnlichen Apps, die einmal mit Werbung angeboten werden und einmal als kostenpflichtige Variante zur Verfügung stehen.

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Auch der Herdentrieb unter den Entwicklern spielt eine große Rolle. Wenn ähnliche Apps bereits kostenlos verfügbar sind, entscheidet sich der Entwickler eher zu einer kostenlosen als kostenpflichtigen Variante. Vergessen sollte man auch nicht, dass man als Entwickler mit einer großen Userbase auch gut mit Werbung verdienen kann. Als Entwickler hat man so einen kontinuierlicheren Geldfluss, als wenn eine App einmalig bezahlt wird.

Bei Android sieht die Sache noch einmal sehr viel drastischer aus. Mehrere Umfragen (nicht von Flurry selbst) haben ergeben, dass Android-Nutzer weniger gewillt sind, Geld in Apps zu investieren und auch weniger wohlhabend sind (natürlich fragwürdige Aussage). Das zeigen auch die Ergebnisse von der Flurry-Auswertung. Gleichzeitig heißt dies, dass Android-Nutzer toleranter gegenüber Werbung in Apps sind.

In Zukunft wird es wohl immer mehr kostenlose Apps geben, die sich über Werbung finanzieren. Ausnahmen werden spezielle Apps machen, die sich tatsächlich als Paid-App verkaufen lassen und auch genügend Geld einspielen, um kostendeckend zu sein. Eine Ausnahme sind auch Freemium-Games, die zwar kostenlos angeboten werden, aber über In-App-Käufe große Umsätze erzielen. Ob sich die Durchschnittspreise auf den verschiedenen Plattformen in den nächsten Jahren angleichen werden, wird eine spannende Sache werden, vor allem für Entwickler.


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Quelle: Flurry |

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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