Ein Roboter putzt momentan mein Haus

3. Dezember 2011 Kategorie: Hardware, geschrieben von: caschy

Jau. Ich habe einen Roboter, der hier seinen Frondienst verrichten muss. Täglich, zu festgelegten Zeiten. Mein Test-Roboter wurde auf den Namen Nr.5 getauft – die Älteren werden sich erinnern. Wie kam ich denn nun zu meinem Putzteufel – wobei putzen ja eigentlich eine Übertreibung ist, bis dies soweit ist, müssen wir sicherlich noch 20 Jahre warten. Ich twitterte neulich, dass mich meine schwarzen Glanzfliesen mächtig nerven. Jesus – hätte ich das vorher gewusst, wäre ich hier niemals eingezogen.

Schwarze Glanzfliesen in Wohnzimmer und Flur, dazu noch ein paar Vögel, die mächtig Dreck machen. Ich sah meine Freizeit damit vertan, mit dem Staubsauger 2x täglich durch die Bude zu ackern. Kein Witz, das hätte ich tun müssen. Aber: ich bekam die Möglichkeit, einen Staubsaugerroboter zu testen. Jawoll. Und ich musste erst ein wenig lachen, als ich von der Firma hörte.

Es war nicht LG, Samsung oder Romba – das wären die üblichen Verdächtigen, die man ja so aus der Branche kennt. Aber – es ist eine deutsche Firma. Die Firma, die eigentlich jeder kennt, weil deren Vertreter nervig an Türen klingeln, um mal bei mir für lau die Wohnung zu saugen. Vorwerk. What the f…! Ich bekam via XING das Angebot, da man wohl meine Schwarze-Fliesen-Jammertweets gelesen hatte.

4 Wochen solle ich den Kobold VR100 testen können. Da hab ich das Stellenangebot der Putzfrau gleich inne Tonne geworfen! 😉 Kobold VR100 – noch ungriffiger hätte ein Name für einen Staubsaugerroboter wohl nicht sein. Aber es ist ein Kobold von Vorwerk – denn kennt jede Generation. Da stand ich nun mit dem Kobold VR100. Caschy und der Staubsaugerroboter. Meine Frau tippte sich an die Stirn, was ich nicht immer an Technik anschlören würde.

Also erst einmal über das Gerät eingelesen. 649 Euro. Sechshundertneunundvierzig Euro (hier bitte mein Pfeifen „eindenken“). Nicht günstig. Dann dachte ich wieder an die deutsche Technik. Nun ja, man bediente sich bei Neato Robotics und labelte das Ganze auf Vorwerk um und baute den Hobel aus. Ich wälzte hier und da Tests. Staubsaugerroboter sollen nichts taugen. Las ich. Ok, meinen Nummer 5 mal angeworfen.

Scannt im Gegensatz zu anderen mit Laser, was wohl höhere Genauigkeit bedeutet. Den VR100 kann man programmieren. Tägliche Fahrten kann er alleine nach Zeit erledigen. Auch wenn ich nicht da bin! Muhaha. Er besitzt eine Ladestation, zu der er zurück fährt und sich auflädt. Das Einzige was erledigt werden muss, ist die Reinigung des Filters. Und so düst er nun jeden Tag bei mir rum. Wie sieht so der Tag des Saugsklaven bei mir aus? Um 08:15 legt er los. Steht im Wintergarten und macht sich dann auf die Reise – oft mache ich meine Zimmertür aber zu, da mich die knapp 70 Dezibel bei der Arbeit stören. Er saugt automatisch die ganze Bude, alternativ kann man mittels Spot-Reinigung auch einzelne Zimmer saugen.

Und nun kann ich mit den Echtwelt-Ergebnissen aufwarten. Er ist gründlich. Der VR100 hat eine seitliche Bürste, der macht echt jede Ecke. Kartographiert schön die Räume und haut effizient den kleinen Dreck weg. Oben sitzt der Laser, der zudem auf Hindernisse checkt. Alles darunter sieht er nicht, dafür gibt es vorne die Bumper. Was mag er nicht? Flauschige Teppiche. Und Kabel. Normale Stromkabel sind kein Problem, Lautsprecher- und Telefonkabel mag er nicht so, da bleibt der VR100 manchmal hängen. Dann schreit mein Roboter. Naja, er piept und man muss ihn befreien. Ansonsten 1a. Wirklich. Darf halt nur nicht zuviel rumliegen.

Was macht man, wenn Treppen vorhanden sind? Nichts, das merkt er alleine. Und wenn er in bestimmte Ecken nicht fahren soll, dann legt man ein Magnetband aus, da fährt der Kobold VR100 nicht drüber. Quasi wie ne Salzspur für Schnecken. Übrigens: wenn der Lithium Ionen Akku alle ist, fährt das Gerät zurück zur Station und macht nach Aufladung wieder da weiter, wo er aufhörte.

Was sagen meine Freunde? Dass ich einen an der Waffel habe, dass ich sowas teste? Im Gegenteil. Sie sprachen vom coolsten Gadget, welches ich seit langem mal im Haus habe. Selbst meine Frau findet den Kobold mittlerweile sehr cool. Watt, soviel Positives? Kann ja nicht sein, oder? Richtig.

Wenn die Wohnung nicht kahl ist, dann steht halt oft etwas in der Ecke, oder liegt rum. Da patzt das Gerät. Der Kobold ist wie jeder Staubsaugerroboter doof. Und eckig. Und er hat keinen Schlauch. Er kommt nicht in die Ecken, er mag keine dünnen Kabel, er frisst keine Blätter oder ähnliches. Die schiebt er rum. Kennt ihr ja, wenn was rumliegt, dann geht man mit dem Sauger einmal rüber und *flupp* – wech isses. Was geht noch nicht? Der Kobold hat keine Cam, keine IP oder sonst etwas. Für Software-Updates kommt der Kundendienst. Ihr seht, wo Licht ist, ist auch Schatten. Und aus meiner Warte kann (und darf) ich nur sagen: ich habe keinerlei Vergleichsmöglichkeiten. Ich hatte nie einen anderen Roboter, kann daher keine Empfehlung abgeben. Der Hobel ist teuer, passt aber zu einigen Menschen. Kommt auch auf eure Wohnung an. Der Kobold VR100 ersetzt auf keinen Fall den normalen Staubsauger – in meinem Falle muss der normale Sauger aber tatsächlich nur noch alle 1 – 2 Wochen aus der Abstellkammer geholt werden. Es empfiehlt sich übrigens, auch mal einen Blick in die c’t zu werfen, denn die Jungs testeten auch Staubsaugerroboter – alternativ gibt es das Roboterforum.

Mein Fazit: Haushaltsroboter und Lebens-Erleichterungs-Gelumpe ist die Zukunft. Doch wir sind noch in der Steinzeit. Das kommt langsam alles in Fahrt. Ansonsten: Cooles Gadget – aber für mich halt zuuuuu teuer. Falls ihr zu Weihnachten mit dem Gedanken spielt, fahrt in die Stadt, guckt euch die Dinger an. Und falls ihr Bilder, Videos braucht oder noch Fragen habt – ask me.


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Über den Autor: caschy

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