Ein knapper Monat Mac OS X – Erfahrungen Teil II – auch bei Apple gibt es Schwächen

5. April 2009 Kategorie: Apple, Privates, Windows, geschrieben von:

Teil II: Mein Netzwerk allgemein – und was mich am Mac nervt. Im ersten Teil schrieb ich ein wenig über meine Beweggründe warum ich nun unter anderem auch Gerätschaften aus dem Hause Apple habe. Wichtigster Punkt war natürlich: ich bin echt durch einen Freundschaftspreis an die Geräte gekommen, sonst hätte ich sie mir (wahrscheinlich) nicht gekauft. Es gab seit dem gestrigen Beitrag übrigens eine weitere Veränderung in meiner Computernutzung. Der 20er iMac, den ich vor kurzem erst von einem Blogkollegen günstig gekauft habe ist schon wieder weg. Er begibt sich auf die Reise zu einem anderen Blogger. Dafür steht jetzt ein 24er iMac auf meinem Schreibtisch, den ich gestern als Einzelstück (bei voller Garantie) einiges unter Preis geschossen habe. Der Sprung vom 20er zum 24er kostete natürlich Asche – aber in meinem Falle wesentlich weniger als bei einem Normalkauf. Wenn mich der Apple-Kram irgendwann annervt – na dann kann ich ihn wenigstens mit wenig Verlust verticken. Gelingt bei Hardware aus dem Windows-Bereich leider nicht so einfach.

Statt wie bisher einen extra Fileserver zu nutzen ist nun mein Windows-PC in diese Rolle geschlüpft. Dort verrichten nun drei Terrabyte Plattenplatz ihren Speicher- und Arbeitsdienst. Als Betriebssystem kommt Windows Vista Business zum Einsatz. Die Problematik lag auf der Hand: ich wollte für zwei Benutzer nicht dauerhaft einen Fileserver zusätzlich laufen lassen. Meine bessere Hälfte greift eh nur auf die Fotos zu, während ich bei meiner Arbeit immer jetzt den Mac, den Windows-PC und den Fileserver hätte laufen lassen müssen können.

Auf dem Windows-PC läuft als upnp-Server die kostenlose Software TVersity. Sie verteilt via LAN und WLAN Musik und Filme. So kann ich mittels meiner beiden Musicpals überall in meiner Bude Musik hören. Wer will kann mit Tversity auch Geschichten auf seine Playstation 3 streamen. Ist ein echtes Multitalent und bei mir schon nicht mehr wegzudenken.

Fassen wir zusammen: aus der Trennung von Windows Fileserver auf Basis von XP Professional und einem Arbeitsrechner mit Windows Vista Business wurde ein Gerät, welches nun als Arbeitsgerät, Fileserver und Printserver dient. Meine FritzBox 7270 machte leider gelegentlich Probleme beim Dienst als Printserver. Aber auch ein unter Windows Vista freigegebener Drucker sorgt nicht immer für Freunde bei Benutzern eines Mac.

Die Einrichtung eines Druckers

cups

Es ist wirklich nicht einfach einen unter Windows Vista freigegebenen Drucker auf dem Mac einzubinden. Die Druck- und Faxeinstellungen der Apple-Kiste haben mir nämlich nix gebracht. Wurde einfach kein freigegebener Drucker gefunden. Auch die Eingabe von IP oder sonstigem war nicht von Erfolg gekrönt. Also musste Freund Google befragt werden. Dieser sagte mir, dass es manchmal nicht möglich ist, einen Drucker unter Mac OS X zum Laufen zu bringen, sofern dieser an einer Vista-Kiste hängt – es sei denn, man verzichtet auf Klicki-Bunt und verwendet CUPS. CUPS erreicht der geneigte Apfelbenutzer unter diesem Link. Sofern beide Kisten sich in einem IP-Adressbereich (z.B. 192.168.0.x) befinden und die Arbeitsgruppe passt, kann der freigegebene Drucker per SMB eingebunden werden. Quasi: smb://Computername/Druckername. Danach taucht der Drucker auch in der bunten Welt des Mac-ianers auf:

drucker3000

Datenaustausch zwischen Windows Vista und Mac OS X

Tja – auch das ist gar nicht so einfach. Auf dem Mac kann ich (wie bei Windows auch) Ordner freigeben und diese mit Rechten ausstatten. Nur Windows Vista wollte mich auf keinen Fall von Mac OS X aus auf freigegebene Ordner zugreifen lassen (was unter XP 1a funktionierte). Es wurde immer ein User / Passwort abgefragt – was aber nach korrekter Eingabe nicht funktionierte. Lösung: im Anmeldefenster musste als Benutzername die IP des Vistarechners nebst Benutzernamen eingegeben werden – also in meinem Falle: 192.168.0.105\caschy – gefolgt von meinem Passwort. Diesen Umstand kann man beseitigen – einfach diese Anleitung befolgen.

Benutzung und Verwaltung von Musik und Fotos

Einer der größten Nervpunkte in der schönen sauberen, sterilen Welt von Apple. Alle meine Fotos lagern auf dem Fileserver. Anschauen und verwalten geschieht auf dem Mac mittels dem mitgelieferten iPhoto. Geile Software, easy zu bedienen – scheiss Verwaltung. Ich musste dem Programm erst einmal in den erweiterten Einstellungen mitteilen, dass es meine Fotos (knapp 30.000) nicht in die eigene Libary importieren soll. Zur schnelleren Suche legt sich das Programm natürlich trotzdem einen Index an, was in meinem Falle mehrere Stunden dauerte. Des Weiteren wurden natürlich flotte Vorschaubildchen angelegt die mal eben knappe SECHS Gigabyte Speicherplatz fraßen. Nebenher gibt es auch eine Gesichtserkennung – ich muss mal schauen ob sich die deaktivieren lässt. Die rödelt schon ewige Stunden hier rum und ich kann nicht wirklich sagen ob sich was tut.

iphoto

Das nervige: Änderungen an den Bildern wirken sich nicht auf den Datenbestand auf meinem Fileserver aus. Auch werden neu hinzukommende Ordner nicht automatisch erkannt. Lösche ich Fotos aus der Libary verschwinden diese lediglich aus der Ansicht – nicht vom Server. Apple will wohl damit erreichen, dass man deren Format / Arbeitsweise übernimmt und alle Fotos in die Libary importiert und diese von dort verwaltet. Nervt.

Ähnlich verhält es sich mit iTunes. Ich muss nicht importieren – ich kann direkt Musik vom Fileserver zerren (siehe auch: iTunes Mediathek mit Freigaben nutzen). Aber die typischen Features habe ich nicht. Neue Lieder in irgendwelchen Ordnern auf dem Fileserver werden von iTunes nicht übernommen. Wenn ihr dann auch mal auf eurem Fileserver oder NAS was löscht – dann müsst ihr zudem noch die Libary von iTunes mit einem Script von den Leichen befreien. Die ganze Albenverwaltung nervt mich eh an – ich besitze aus den 90ern (da kaufte man noch massig Maxis) viele Einzeltitel die ich in irgendwelche Ordnern habe. Rechtsklick – Play in WinAmp gibt es auf dem Mac nicht – dort kann ich entweder dafür den VLC nutzen – oder eben den Ordner in die Sidebar von iTunes ziehen – dort entsteht dann eine Playlist. Gut gefällt mir aber die Libary als solches. Habe ich unter Windows noch bei keine Programm genutzt – dort suchte ich mir die Musik immer von Hand heraus. Hier tippe ich ein worauf ich Bock habe – und ab geht es.

Wie ihr seht – so einfach, bunt und Granatenstark ist das alles gar nicht. Diese Äußerungen kommen wahrscheinlich von Apple-Fanyboys die eben nur ihren Mac benutzen und nichts Netzwerktechnisches rumstehen haben. Klar, sofern ich nur einen Mac mit Router und Drucker habe dann kann ich nichts verkehrt machen. Doch wer hat so einen Aufbau zuhause? Bundfaltenhosen tragende Sparkassenazubis die über ihr pinkes Poloshirt noch einen Pullunder geworfen haben und schlimmstenfalls noch wenig bis keinen Kaffee trinken?

So, das muss erst einmal langen – im dritten Teil schreibe ich noch ein wenig über die von mir verwendete Software.


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Über den Autor:

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