Ein erster Blick auf das MacBook Pro 2016

20. November 2016 Kategorie: Apple, geschrieben von: caschy

Apple_logo_black.svgDie neuen MacBooks sind auf dem Markt. Mit und ohne Touch Bar. Vor mir lag in den letzten Tagen eines mit ohne Touch Bar. Klassisches Notebook ohne die Möglichkeit, via Touch ID Dinge zu entsperren – oder bunte Mehrwertfunktionen auf einem Display oberhalb der Tastatur zu sehen. Ich denke dass der Kollege Ostermaier über diese Touch Bar noch etwas schreiben wird, denn er hat sich ein MacBook Pro mit der Leiste bestellt. Ich selber habe es vor langer Zeit mal mit einem MacBook Pro der 15 Zoll-Klasse versucht, bevor ich dann über das MacBook Air zum MacBook Pro 13 Zoll Early 2015 kam. Das war zwar eine Ecke dicker und schwerer als das MacBook Air – aber der Mehrwert aufgrund des besseren Displays dürfte unbestritten sein.

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Das MacBook Pro Early 2015 hat eigentlich alles was ich mir wünsche – und es hat USB, HDMI, einen Kartenleser und 2x Thunderbolt. Da stehen einem natürlich die Haare zu Berge, wenn man liest, was die neuen MacBook Pro bieten. So habe ich entweder zwei oder vier Thunderbolt 3-Anschlüsse. Kein klassisches USB, keinen Kartenleser, kein HDMI. Das sind Dinge, über die man sich streiten kann. Machen wir uns nichts vor: Natürlich ist jedes mitgeschleppte Kabel und jeder Adapter ein Ärgernis.

Egal was, sie kosten Geld, man sucht sie immer und generell will man sich darüber eigentlich keine Gedanken machen. Wenn ich unterwegs arbeite, dann musste ich aber dennoch schon immer Kabel mitschleppen. Netzteil, LAN-Adapter, LAN-Kabel und so etwas eben. Kommt drauf an, was man beruflich macht. Ich bin es also gewohnt Kabel im Rucksack zu haben, finde aber das Fehlen der Anschlüsse auch erst einmal komisch. Ohne Adapter geht nichts bei mir momentan.

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Das Test-Notebook mit meinem System bekannt machen? Ich brauchte einen Adapter, um meine USB-Festplatte zu verbinden. Letzten Endes gab es bei Apple wohl zwei Drops, die man lutschen musste oder wollte: Alte Zöpfe abschneiden und das Gerät noch dünner machen – oder alles so lassen, wie bisher. Ich bin mir derzeit nicht sicher, welche Wahl die bessere gewesen ist.

Wenn man einen Adapterzwang herbeireden will, dann kann man das sicher. Kommt immer auf das eigene Aufgabengebiet an. Die Sache ist: Das ist ja bei Apple nicht neu, wenig Anschlüsse hat man ja schon beim MacBook der 12 Zoll Klasse. Wer das kennt, der weiss vielleicht schon wie es ist, mit wenig Anschlüssen zu arbeiten. Was ich Apple schon beim 12 Zoll MacBook krumm nahm, das ist das Fehlen des MagSafe. Eine der besten Lösungen an einem Notebook. Ich kenne zahlreiche Menschen, denen diese Lösung schon zigmal das MacBook gerettet hat. Das fehlt, stattdessen habe ich einen Thunderbolt 3-Anschluss. In irgendeinen kann ich dann das Netzkabel stecken. Da ist es fest – oder ich kaufe irgendeine Dritt-Lösung, die mir dann einen Magnetmechanismus nachbaut. Dennoch unschön. Nein anders: Ich finde das richtig schlecht und es ärgert mich.

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Am Ende des Tages bleibt für mich: Die Anschlusssituation lässt mich (Ausnahme MagSafe) nicht wirklich genervt zurück, es gibt zahlreiche Anbieter von Dritt-Adaptern, sodass ich mir USB oder einen Kartenleser an das MacBook Pro zaubern kann. Das erst einmal zu den persönlichen Dingen zum Adaptergate – hier hat jeder seine eigene Meinung und die werde ich nicht ändern wollen. Letzten Endes sage ich immer: Wenn ein Hersteller eine Lösung baut, die für euch zu viele Kompromisse bedeutet, dann kauft sie nicht. USB-C ist derzeit die Zukunft der Steckerlösungen, das sieht man schon seit längerer Zeit in Android-Smartphones und einigen anderen Notebooks (so ziemlich jedes Signal lässt sich durchpeitschen, eigentlich kaum ein anderer Anschluss vonnöten, Aufladen via Daisy Chain usw. usf). Das Doofe ist momentan: Bei Apple gibt es keine Übergangszeit mit diversen Anschlüssen, sondern nur den einen. Dumm nur, dass man damals mobil auf Lightning setze und sicher auch nicht davon abkehren wird. Doch nun zum MacBook.

Nach dem Auspacken spielte ich also mein TimeMachine-Backup wieder ein und konnte direkt loslegen. Für mich absolut wichtig – fast „kriegsentscheidend“ – die Tastatur und das Trackpad. Den Vergleich zum alten MacBook Pro merkt man. Apple verbaut eine Tastatur mit „Butterfly-Mechanismus der zweiten Generation“. Wer schon einmal auf dem 12 Zoll MacBook getippt hat, der kennt das vielleicht. Die Tasten liegen etwas enger zusammen, haben zudem einen kürzeren Anschlag. Man gewöhnt sich schnell daran, ich persönlich habe das Gefühl als würde ich damit etwas flotter unterwegs sein – und ich bin schon ein extrem schlechter Tipper.

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Was ich aber festgestellt habe: die neue Tastatur ist um einiges lauter als die meines alten MacBook Pro. Ich tippe oft abends auf der Couch noch Beiträge und der generelle Geräuschpegel beim alten Book ist weit unten. Und ja, da hört man den Unterschied schon recht deutlich. Ob die dauerhaft so bleiben, oder ob man sich nach mehreren Wochen eingroovt, das kann ich nicht sagen, dafür habe ich das Testgerät bislang zu kurz unter meinen Fingern. Was aber nett ist, das ist das größere Trackpad. Trotz der Ausbeute an Platz hatte ich noch genügend Restplatz um meine Handballen abzulegen.

In Sachen Verarbeitung und Haptik gibt sich Apple keine Blöße. Das neue MacBook Pro ist gut verarbeitet und wirkt auch edel. Ich mag mein altes MacBook Pro wirklich sehr gerne, das neue wirkt aber noch einmal einen Ticken besser. Und nein, mich stört es nicht im geringsten, dass mein Apfel auf der Rückseite nicht leuchtet oder der Startup-Sound weg ist. Entscheidend ist das Ding, auf dem ich arbeite, auf das ich gucke.

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Das Display als solches ist offensichtlich auch verbessert worden, in der direkten Draufsicht wirkt es eine Ecke heller, des Weiteren unterstützt man jetzt den P3-Farbumfang. Etwas dünner, neben dem kompletten Gerät: Der Displayrahmen. Nicht dass er mich vorher großartig störte, aber man bemerkt es im direkten Vergleich schon.

Nach links und rechts sind Lautsprecher in den Unibody eingezogen. Besser gesagt: ist ein Lautsprechergrill zu erkennen, der Ton kommt aber nicht nur aus diesem, zumindest konnte ich ohne Klangverlust meine Finger drauflegen.

Der Klang als solches? Besser als in meinem MacBook Pro Early 2015. Gerade die Wärme und der Bass kommen besser rüber. Hier hat man also irgendwie mehr Volumen reinzaubern können – wirkt zumindest auf meine Ohren so.

Leistung: Hier fällt es schwer eine allgemein gültige Aussage zu treffen, da ich derzeit auf das kleinste erhältliche Modell von Apple setze. Es hat einen Intel Core i5 (6360U) mit 2,0 GHz, ein Dual-Core-Prozessor der sechsten Generation (Intel Skylake), der von 8 GB RAM (LPDDR3) unterstützt wird. In meinem Leben als Schreiberling mit seltenen Arbeiten in Bereich der Video- und Bildbearbeitung kann ich sagen: läuft alles rund und problemlos.

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Und ja, mein aktuelles Book hat auch „nur“ 8 GB RAM und ich komme damit bislang auch klar (inklusive seltenem Gaming). Überraschend fand ich dann meinen Speedtest. Ich schnappte mir ein 4K-Video (26 Minuten, rund 8 GB) und schmiss dieses in iMovie. Beide Systeme sind auf dem aktuellen Stand und haben identische Exportfunktionen zugeworfen bekommen (siehe Screenshot). Mein Early 2015 vermeldete eine knappe Stunde Export, während das neue MacBook 2016 bereits nach 20 Minuten mit dem Export fertig war.

Das fand ich schon interessant, gerade in Hinblick auf mobilen Videoschnitt, wo der Faktor Zeit immer so eine Sache ist. Zum Vergleich: mein iMac 5K (Ultimo 2014, 3,5 GHz Intel i5 mit 16 GB) braucht für diesen Task rund 16 Minuten. Das sind so Dinge, die man als Casual Nutzer vielleicht nicht immer bedenkt, wenn man nur ein bisschen im Netz surft und Facebook macht. Dennoch: Ich bin halt auch nur Laie in Sachen Filmschnitt, kann also schlecht beurteilen, wie der Pro mit den neuen Books zurecht kommt.

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Wer sich mit dem Thema Videoschnitt mehr auseinandersetzt, also das Pro in MacBook Pro für sich beansprucht, der schaue auch vielleicht einmal in diesem Test vorbei. Für die Freunde des Benchmarks habe ich noch einmal den Geekbench durchlaufen, der dürfte ja für den einen oder anderen vielleicht interessant sein. Da es diverse Konfigurationen gibt, die ich logischerweise nicht alle zur Hand habe, habe ich mal die Übersicht von Felix Schwarz angehangen, der alles in den Vergleich zur 2012er Konfiguration der 15 Zoll-Klasse setzt. Und ja, je nach Anwendungsbereich darf so ein Notebook dann auch mal diesen Zeitraum halten.

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Interessant ist noch die Diskussion um die aktuellsten Intel-Chips. Die sind nicht mit drin, statt der siebten kommt die sechste Generation der Intel-Prozessoren zum Einsatz. Ein Umstand, den sich diverse Hersteller von Notebooks momentan nicht ausgesucht haben. Doch hier muss sich wirklich jeder Anwender die Frage stellen: Wie lange kann ich noch auf ein Refresh warten? Ist der Sprung zur neuen Generation so extrem lohnend? Wer meint, er könne noch warten, der soll einfach warten. Die Zeit wird immer neue Geräte bringen. Die Frage ist nur wann.

Akkulaufzeit? Apple gibt 10 Stunden an, der Akku ist insgesamt kleiner geworden, das System aber performanter. Hier gibt es natürlich immer diverse Szenarien die ich beschreiben könnte, aber keines davon wird wahrscheinlich mit euch übereinstimmen. Ich hab am Abend immer zig Apps auf, weil ich noch arbeite, aber nebenher noch den Sega Football Manager zocke. Da bekomme ich mein altes Book schneller zum Schnaufen und in die Knie als wenn ich normal nur im Web unterwegs bin. Rein mit Websurfen und Video sind die 10 Stunden dicke zu machen, wer noch anders unterwegs ist, der bekommt den Akku schneller klein, ich bim in Peak ohne Gaming so bei 8,5 Stunden.

Ob ein Upgrade lohnt? Das werde ich euch nicht beantworten können, da ich euer jetziges Gerät und die Ansprüche nicht kenne. Apple ist momentan schwer durchschaubar in Sachen Produktstrategie. Vielen reicht noch das MacBook Air, welches immer noch verkauft wird. Das hat sogar mehr Akkuluft, dürfte aber für alle keine Option sein, die Filme schneiden wollen. Das ist das Gerät für Casual-Nutzer, welches ab 1.099 Euro zu haben ist – und unverständlicherweise bei einem Upgrade nicht berücksichtigt wurde.

Das MacBook Pro ist da schon in einer anderen Liga unterwegs, das ohne Touch Bar kostet nämlich ab 1.699 Euro. Das. Ist. Viel. Geld. Mein Early 2015 hat damals – so meine ich mich zu erinnern – um 1.449 Euro gekostet (geht bei eBay noch um 900 bis 1000 Euro weg). Wer die 2015er-Klasse hat und nicht so auf den Videoschnitt Wert legt, der muss wohl kaum wechseln. Ist ja nur mit Kosten verbunden. Wer die Kisten aus dem Jahr 2012 noch nutzt, der wird sicherlich investieren können – ein frühes 2017er-Upgrade auf Intel-Prozessoren der siebten Generation bei gleichzeitig sinkendem Anschaffungspreis ist nämlich bisher nicht mehr als ein heiß gekochtes Gerücht.

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Das MacBook 2016 in wenigen meiner Worte? Tolles Design, gute Arbeitsperformance, ein lohnendes Upgrade, wenn man ein altes MacBook sein Eigen nennt. Auf der Negativseite stehen für mich dennoch die fehlenden Anschlussmöglichkeiten, über die wir uns sicherlich noch ein bis zwei Jahre ärgern werden. Für die Kohle gehört dann zumindest mal ein Adapterset in den Lieferumfang.

Hier muss man für sich überlegen, ob man nicht gleich in den sauren Apfel (Achtung, Wortwitz) beißt und 300 Euro mehr investiert. Hierfür bekommt man dann das MacBook Pro mit der Touch Bar. Ob die mehr ist als Spielkram, kann ich derzeit nicht beurteilen, hatte bislang noch nicht damit zu tun. Aber es gibt für diese 300 Euro den 2,9 GHz Dual‑Core Intel Core i5, die Intel Iris Graphics 550 und schneller angebundenen Speicher (2133 MHz LPDDR3 statt 1866 MHz LPDDR3). Ebenfalls sind vier Thunderbolt 3 (USB‑C) Anschlüsse am MacBook 2016 mit Touch Bar zu finden sowie ein drittes Mikrofon. Für Bastler und Selbst-Hand-Anleger sei zudem erwähnt: Kein Aufrüsten, wahrscheinlich nicht einmal ein selber reparieren möglich – so iFixit.



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