EA liefert mit Dungeon Keeper ein Paradebeispiel, wie man es nicht machen sollte

7. Februar 2014 Kategorie: Android, iOS, Mobile, geschrieben von:

Viele haben sich gefreut, als am 30. Januar der Spieleklassiker Dungeon Keeper als Mobile Game veröffentlicht wurde. Die Freude hielt allerdings nicht lange an. Auf dem Freemium-Modell basierend wäre es theoretisch möglich, das Spiel kostenlos zu spielen. Erfahrung im Freemium-Bereich hat EA sehr wohl, Real Racing 3 hat meiner Meinung nach eines der besten Freemium-Modelle aller Zeiten. Leider konnte dies bei Dungeon Keeper nicht umgesetzt werden. Für viele Aktionen werden Diamanten fällig, die man teuer kaufen muss. Alternativ kann man natürlich auch warten. Lange warten. Mehr warten, als man mit spielen verbringt. Das gefällt natürlich nicht.

DungeonKeeper_Cash

Während die Bewertungen im Google Play Store 4,4 Sterne (von 5) anzeigen, sieht es in Apples AppStore schon anders aus. Hier werden gerade einmal 2 Sterne (von ebenfalls 5) erreicht. Noch schlechter sieht es aus, wenn man auf den User-Score von Metacritics schaut. 0,3 von 10 möglichen Punkten, bei aktuell 242 Bewertungen. Autsch.

Das Problem ist, das viele Spieler Dungeon Keeper bereits kennen. Da passt ein Spiel, das plötzlich ganz anders ist, einfach nicht rein. Entweder hat dies EA vor lauter Geldgier übersehen, oder einfach einen schlampigen Job gemacht. Eine Sprecherin von EA sagte folgendes:

„We specifically built Dungeon Keeper around typical mobile play patterns – that is, checking in a few minutes here and there throughout the day. This way of playing, we’ve found, allows fans to naturally progress through the game as a free player. We believe we’ve designed an experience wherein players don’t have to spend money if they don’t want to.“

Dungeon Keeper wurde nach typischem mobilen Spielverhalten entwickelt.Und hier liegt vermutlich auch das Problem. Dieses typische mobile Spielverhalten gab es zu Dungeon Keeper (dem Original) noch gar nicht. Das heißt hier wurde ein Spielprinzip so umgewandelt, dass es praktisch nur in die Hose gehen kann. Wie das einem so großen Entwickler passieren kann? Eigentlich gar nicht, wenn man ein bisschen nachdenkt, diesen Schritt hat man aber anscheinend ausgelassen.

Spiele wie dieses sind auch der Grund, warum Freemium generell als negatives Mittel zur Geldscheffelei angesehen wird. Da haben dann auch Games keine Chance, die tatsächlich faire Freemium-Angebote haben. HayDay ist zum Beispiel so ein Titel, auch dort kann man sich mit Diamanten Vorteile erspielen, allerdings in einem ganz anderen Maßstab. Für 9 Euro In-App-Kauf erhält man Diamanten, die einen über einen langen Zeitraum im Spiel weiterhelfen. Und selbst ohne den Kauf, kann man das Spiel wunderbar spielen. Es ist eine Option, kein Muss. Man wird nicht genötigt, etwas zu kaufen, wenn man weiterkommen möchte.

Das Thema Dungeon Keeper dürfte sich für EA so gut wie erledigt haben. Selbst wenn noch etwas an der Spielmechanik verändert wird, die Chance auf einen guten ersten Eindruck hat man eben nur einmal. Schade drum, da hätte man definitiv mehr daraus machen können.


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Quelle: BBC |

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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