E-Mail made in Germany: Deutsche Telekom zieht „positive Bilanz“

28. März 2014 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von:

Die Deutsche Telekom nennt erstmals Zahlen zur Initiative „E-Mail made in Germany“, die man im August 2013 gemeinsam mit Web.de und GMX startete. Das sind übrigens die, die ihren Kunden weismachen wollten, dass ihre Browser eventuell gefährdet seien, wenn sie nicht bestimmte Erweiterungen deaktivieren.  Mit “E-Mail made in Germany” setzen die Anbieter einen weiteren “Sicherheitsstandard”, der Nutzern von GMX, T-Online.de und WEB.DE eine automatische Verschlüsselung von Daten auf allen Übertragungswegen ermöglicht und zusichert, dass die Daten nur gemäß deutschem Datenschutz verarbeitet werden.Telekom-Logo-Dach-schraeger-Blickwinkel

Hierbei werden E-Mails vom Rechner zum Provider verschlüsselt übertragen und auch die Kommunikation der Server untereinander soll sicher sein. Über 90 Prozent der 50 Millionen E-Mail made in Germany Nutzer sind mittlerweile verschlüsselt unterwegs. Jetzt soll der Endspurt kommen: Ab dem 31. März stellen die Deutsche Telekom, United Internet mit WEB.DE und GMX sowie Freenet die letzten unverschlüsselten Verbindungen sukzessive ab. Ab 29. April sind alle Übertragungswege komplett verschlüsselt. In allen E-Mail-Programmen des Verbundes wird dann in Form eines grünen Hakens sofort erkennbar sein, ob die ausgewählten Empfänger-Adressen den Sicherheitsstandards des Mailverbundes entsprechen.

Der Weg vom Endgerät zum Mail-Server ist bereits heute für alle Kunden verschlüsselt, die eine Mail-Anwendung der Partner (Webmail oder Smartphone-App) einsetzen, beziehungsweise in ihrem E-Mail-Programm die SSL-Verschlüsselung aktiviert haben, wie man seitens der Deutschen Telekom mitteilt. Für Nutzer, die derzeit noch unverschlüsselte Übertragungswege per E-Mail-Programm auf PC, Laptop, Smartphone oder Tablet nutzen, soll der Übergang so problemlos wie möglich gestaltet werden. Bis zur Abschaltung der unverschlüsselten Verbindungen werden diese Kunden per E-Mail darüber benachrichtigt, dass sie nur „wenige Einstellungen am Computer oder ihrem mobilen Gerät ändern müssen“, um mit ihrem E-Mail-Programm weiterhin Mails empfangen und versenden zu können.

Zu bedenken ist hierbei natürlich, dass ihr eure E-Mails zwar bequem verschicken könnt, euch anscheinend keine weitere Gedanken um die Sicherheit machen müsst – aber dennoch liegen die Mails weiterhin auf den Servern der Anbieter vor, könnten wahrscheinlich so direkt an der Wurzel gelesen werden, wenn es jemand (hier Behörde eurer Wahl denken) darauf abgesehen hätte. Wer es denn ernsthafter verschlüsseln will, der kann auf zahlreiche Sicherheitslösungen zurückgreifen, wie zum Beispiel PGP und Co, ein paar Anleitungen dazu findet ihr hier im Blog. Das ist zwar alles leider nicht sonderlich bequem, aber sicherlich eine Ecke sicherer, als das, was derzeit angeboten wird.

Ein interessantes Video kann sich übrigens jeder anschauen, Linus Neumann hatte im Dezember einen Talk unter dem Namen „Bullshit made in Germany“ abgehalten, eine knappe Stunde dreht es sich rund um DE-Mail, Deutschland-Net, Zertifizierungen und eine deutsche Cloud.


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