Dyson Cinetic Big Ball Musclehead: Unterwegs mit einem Sauger der 500 Euro-Klasse

14. August 2016 Kategorie: Hardware, geschrieben von: caschy

dysonEs ist teils schräg zu sehen: Als Techie gebe ich wirklich gerne Geld für gute und funktionierende Geräte aus. Logo, ich arbeitete ja täglich damit und ich würde mich täglich ärgern müssen, wenn ich zwar etwas günstiger geschossen habe, die Hardware mich aber dauerhaft nervt. Es sind Gebrauchsgegenstände, sollten aber bei hohem Anschaffungspreis nicht nur perfekt funktionieren, sondern auch keine Bauchschmerzen machen. Anders sieht das in anderen Lebenslagen aus. Hier sehe ich manchmal die Preise für gewisse Dinge nicht, ganz einfach, weil ich nicht so häufig ihnen zu tun habe. Das betrifft auch Staubsauger.

Dyson Cinetic Big Ball Musclehead5

Während ich einen Roboter ganz klar für mich argumentieren kann (Schwarze Fliesen, recht große Bude und ein ganzer Schlag Vögel in einer kleineren Voliere im Wintergarten), da er mir täglich zwei Mal Arbeit abnimmt, sieht es da mit einem klassischen Staubsauger anders aus. Ich glaube, wir hatten einen Miele. Typischer Kasten, den man hinter sich herzieht, einen Höllenlärm macht und den man mit Beuteln befüllt (teuer!). Keine Ahnung, was der seinerzeit kostete – wird aber auch nicht das unterste Regal gewesen sein, da ich trotz oben erwähntem „Nicht sehen des Preises“ länger recherchiere und probiere um nicht in die „Ich habe günstig Mist gekauft“-Falle zu tappen.

Nun schlug hier ein anderes Gerät ein, tatsächlich zum Test in einem Techblog. Ein Gerät von Dyson. Leider noch nicht der neue Staubsaugerroboter (2014 bereits vorgestellt, nun bald im Handel), sondern ein von Hand zu bedienender Staubsauger, der Dyson Cinetic Big Ball. Davon gibt es mehrere. Ich habe den Dyson Cinetic Big Ball Musclehead. Das ist das Modell für Hartböden und Teppiche. Knapp über 500 Euro und damit ungefähr dreimal so teuer wie ein klassischer Staubsauger, den ich Budget-technisch wählen würde. Eine reine Saugleistung kann sicherlich jeder beurteilen, den Saugvorgang also solches erfordert die Einschätzung des Experten, der dauerhaft damit zu tun hat. Bei uns im Haus ist das Nadine, die hat die Führerscheinklasse 7 (Bügeleisen und andere Gleitfahrzeuge).

Dyson Cinetic Big Ball Musclehead1

Die bekam von mir den großen Karton ins Wohnzimmer gestellt, den ich mit der ausschweifenden Beschreibung „Hier!“ dem Auspacken und Zusammenbau überließ. Bodendüse, Saugrohr, Schlauch und Korpus zusammengesteckt. Fertig. Eigentlich. In nackten Zahlen? 1.200 Watt Nennleistung. Saugleistung an der Düse: 250 Watt. Dafür „nur“ Energieklasse E. (Der Dyson Cinetic Big Ball Musclehead lässt sich nicht regulieren, ist also immer „volle Pulle“ unterwegs. bei lose liegenden Teppichen gibt es oben einen Schalter, der für Entlassen der Luft seitlich sorgt, sodass unten nicht mehr die komplette Saugleistung ankommt und man die Teppiche durch die Bude schiebt.

Dyson Cinetic Big Ball Musclehead4

Wer allerdings besonders glatte Fliesen mit Brücken oder so hat, der sollte sich lieber Tepichstopper besorgen, so wie ich sie in meinem Arbeitszimmer einsetze). 6,6 Meter Kabellänge. Kein Beutel vonnöten, 1,6 Liter Volumen, HEPA-Standardfilter. Teppichreinigungsklasse: D, Hartbodenreinigungsklasse: A, Staubemissionsklasse: A. (A = höchste Effizienz, G =geringste Effizienz). Wiegt knapp 7,7 Kilo, hat eine Saugkraftregulierung und eine kombinierte Düse für Boden und Polster.

So ein Sauger kann nichts für alle sein. Das spricht schon der Preis aus. Des Weiteren muss man immer überlegen, was man saugen will, wie die Bude beschaffen ist. Wer nur wenige Quadratmeter Teppich hat und keine Haustiere, der dürfte gesegnet sein und mit fast jedem Sauger klarkommen. Bei uns im Haus ist es eigentlich nicht möglich, einen klassischen Staubsauger mit Beutel zu nutzen. Die Vögel werfen täglich so viel aus dem Käfig, dass man da zwei Mal am Tag durch muss. Bedeutet: bei einem klassischen Sauger wäre bei uns der Beutel wohl locker wöchentlich voll.

Dyson Cinetic Big Ball Musclehead2

Und da ich diese nicht wiederverwerte (jaja, ich hab schon alles gesehen und gehört), wäre dies bei unserem alten Sauger eine monetäre Sache. Beutel waren da recht teuer. Und so haben wir einen Mix aus klassischem Saugen und einem Staubsaugerroboter (der aber momentan den Weg zur Station nicht zurückfindet, weswegen seine Error-Logs aus der Blackbox ausgelesen und an den Hersteller übergeben wurden. What a time to be alive).

Ausprobiert: Laminat, Teppich, Brücken und verschiedene Fliesenarten im Haus. Wir haben mit zwei Personen den Sauger ausprobiert und dann darüber gesprochen. Die Erfahrung ist da natürlich sehr subjektiv, kommt ja auch immer drauf an, was man für ein Vorgängermodell hatte. Trotz seiner 7,7 Kilo machte der Dyson Cinetic Big Ball Musclehead einen leichten Eindruck. Meine Frau meinte zudem, dass das Gerät sehr wendig sei, was sie positiv bewertete. Auch richtet sich der Staubsauger wieder von selbst auf, wenn er mal Schlagseite bekam.

Was ich sehr gut fand: Das Saugrohr lässt sich sehr einfach noch ein Stück herausziehen. Das hat zwei Vorteile – auf der einen Seite kann man den Radius des Rohrs erhöhen, auf der anderen Seite kann man so bei längeren Saugvorgängen die Höhe auf die Körpergröße einstellen. Interessant war auch der Zusammenbau, im Preis inbegriffen ist etwas Zubehör (es wäre ein Witz, wenn es nicht so wäre). Das Gerät lässt die Zubehörbürsten und das Rohr als solches flott per „Klick“ einrasten, das geht einfach von der Hand.

Auch das Entleeren des 1,6 Liter fassenden Schmutzbehälters ist einfach gehalten, auch hier drückt man einen Knopf, entnimmt das Ganze und entleert es über der Tonne mit einem weiteren Klick. Das ist praktisch. Man hält den Behälter über oder in die Mülltonne und nach Drücken des oben angebrachten Knopfes öffnet sich die oben angebrachte Bodenklappe. Das Saugergebnis war ebenfalls über jeden Zweifel erhaben, von grob bis fein wurde alles eliminiert, zumindest das, was ich optisch erfassen konnte. Besonderheiten: Die Düse hat noch eine separate Saugkraftregulierung, die den Normal- und Maximummodus beherrscht. Normal ist halt alles gängige im Haushalt ohne großartigen Kraftaufwand – und wer stark verschmutze Böden oder Beläge hat (willkommen Hausflur!), der wählt den Maximalmodus.

Ja, und nun? Wer den Text oben gelesen hat, der weiss: ich hatte eine ganz andere Klasse Staubsauger über knapp 5 Jahre in Betrieb. Der Dyson ist Feature- und bautechnisch eine ganz andere Liga. Auch preislich. Halten wir mal kurz Pro und Contra aus dem Gespräch mit meiner Frau fest: Fantastisches Gerät, bei welchem man vielleicht die Lautstärke kritisieren könnte (knapp über 80 Dezibel) und die nicht besonders langlebig wirkenden Schalter für das Ein- und Ausschalten sowie die automatische Kabelaufwicklung (so etwas zeigt wohl nur der Betrieb über einen längeren Zeitraum oder häufige „Türkantenfahrten“):

Dyson Cinetic Big Ball Musclehead3

Letzten Endes steht aber über allem der Preis von rund 500 Euro. Der ist für mich und auch meine Frau nicht greifbar in Sachen Verständnis – und das sage ich als jemand, der eine 1000 Euro teure Küchenmaschine mehr als verstehen kann und diese Ausgabe niemals bereute.


Über den Autor: caschy

Hallo, ich bin Carsten! Daddy von Max, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter, Gerne-Griller und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING, Linkedin, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende.

Carsten hat bereits 22535 Artikel geschrieben.