Dreister Contentklau – was kann man machen?

6. November 2008 Kategorie: Internet, Privates, geschrieben von: caschy

Moinsen zusammen – mal ne kleine Frage an das fachkundige Publikum da draußen – wie ist folgendes zu bewerten: ich finde in meinen Logfiles Zugriffe der Domain back18.org und schaue nach, was da so los ist – und was sehe ich? Eine Seite meines Blogs, deren ganzer Content auf dem Space des anderen liegt – und zudem noch Werbung, die auf eine Seite mit “100 Topvorlagen” verweist, über die schon im Internet diverse Warnungen vorliegen. Besucht die Seite nicht, sie bietet Malware an:

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Nun wollte ich natürlich den Registrar der Seite ausmachen, was ja nicht schwer ist. Die angegebene Person habe ich auch kontaktiert – allerdings konnte er mir glaubhaft versichern, damit nichts zu tun zu haben. Die beim Domaininhaber angegebene E-Mail-Adresse und die Straße stimmen auch nicht miteinander überein. Schmeißt man Google nach der E-Mail-Adresse des Registrars an, erhält man folgendes. Also, was tun? Drüber hinwegsehen? Oder was?

Über den Autor: caschy
Dortmunder im Norden. Blogger, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac und Hausmeister dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING und YouTube.

39 Kommentare

Robert 6. November 2008 um 19:26 Uhr

Ein Weg zum Anwalt hilft immer weiter ;-)

So einen Fall hatte ich auch mal. Mein Anwalt konnte da helfen.

Beste Grüße

Robert

Lutz 6. November 2008 um 19:28 Uhr

Hi,
ist der “Registrar” (wie du ihn nennst) gleich Hoster der Webseite oder ist es nur der Anbieter, bei dem die Domain registriert wurde?

Eine andere Idee, um dem Content-Klau zu stoppen, wäre z.B. durch htacess die betreffende IP/Domain einfach zu sperren oder mit einer gemeinen Fehlerseite zu beliefern ;-)

Grüße
Lutz

caschy 6. November 2008 um 19:30 Uhr

@Lutz,

die Domain ist nicht von dem registriert, der Formular steht. Da er bereits meine Inhalte auf seinen Space transferiert hat, nützt blocken recht wenig, ausser der Ref – den könnte man blocken (werde ich auch gleich).

atreiu 6. November 2008 um 19:31 Uhr

@Caschy: Zunächst mal geehrt fühlen, weil dein Content so gut ist, dass man damit wohl auch Kohle machen kann. :-)

Dann würde ich als erstes den Provider/Hoster (optynex.com in Panama, oder?) kontaktieren und ihm die Sache erklären.

Wenn das nichts hilft würde ich in so einem dreisten Fall rechtliche Schritte in Betracht ziehen. Also ein Anwalt fragen, was man da machen kann. Vielleicht springt Schadensersatz heraus, sofern man den Kerl kriegt. Die Tatsache, dass die Seite in Panama gehostet ist, muss nix heißen. Kann trotzdem sehr gut ein Deutscher in Deutschland am Werke sein.

Lutz 6. November 2008 um 19:32 Uhr

Aber auf irgend einem Server wird der Kram ja liegen…kann man sich ja mit dem Hoster mal in Verbindung setzen.

Die haben ja bestimmt nicht umsonst immer in ihren AGB’s stehen, dass sie zum löschen berechtigt sind, wenn Urheberrechte verletzt wurden

atreiu 6. November 2008 um 19:46 Uhr

Ah noch was! Vielleicht könnte das auch ein Fall für c’t-tv sein? http://www.heise.de/ct-tv/
Hin und wieder (aber selten) investigieren die auch solche Fälle…

JürgenHugo (twitter ) 6. November 2008 um 19:47 Uhr

@Caschy:

Ich weiss ja nicht, wie das “technisch” funktioniert mit der Domain – wenn du aber “hinwegsehen” kannst, ohne das dir ein Schaden entsteht – dann tu´ das!

Beim Weg zum Gericht gewinnt zuverlässig immer nur einer – der Anwalt. Deiner – und der von der Gegenseite. Die beiden kriegen auf jeden Fall ihr Geld – ob du Recht bekommst – das ist eine ganz andere Sache.

Ich will hier nicht mit zu vielen Sprüchen kommen, deshalb nur einen:

“Vor Gericht bekommt man nicht Recht – vor Gericht bekommt man ein Urteil”

Und wie das ausfällt, das weiss man in solchen Sachen nie.

Wenn es aus deiner Sicht nötig ist, dann mach´s – aber nur dann.

caschy 6. November 2008 um 19:51 Uhr

Schaden entsteht mir nicht und gerade ich bin jemand, der “eigentlich” nie auf die Idee kommen würde, einen Anwalt zu rekrutieren. Zu viele Sprüche? Wie war das mit “auf hoher See und vor Gericht…”. Nein, nötig ist es nicht, nur nervig – nachher heisst es noch, man hätte sich via meines Blogs irgendeinen Kram eingefangen.

Gecko (twitter ) 6. November 2008 um 19:52 Uhr

atreiu schrieb:
“…Vielleicht springt Schadensersatz heraus, sofern man den Kerl kriegt…”
Im Prinzip richtig, aber es kotzt mich regelrecht an, dass man sich bald im Netz nicht mehr anders zu helfen weiss. Wer schonmal mit Abmahnanwälten zu tun hatte, weiss, wie man sich dann fühlt. Absolut hilflos. Ich wünschte, es gäbe noch den normalen Weg.

caschy 6. November 2008 um 19:58 Uhr

Im Prinzip richtig, aber es kotzt mich regelrecht an, dass man sich bald im Netz nicht mehr anders zu helfen weiss.

Jau, glaube mir, ich weiss das.

atreiu 6. November 2008 um 20:00 Uhr

@Gecko: Es geht hier nicht ein um ein Apfel-Bildchen! Da kopiert jemand den kompletten Blog und versucht damit Trojaner zu verschleudern, mit denen er wer weiß was anstellt. Das sollte man schon aus Nächstenlieben zu verhindern versuchen. Wie Caschy schon sagt: mit etwas Pech fällt das dann auf seine Reputation zurück. Und ein Krimineller wird nicht wegen ner freundlichen Bitten um Abschaltung mit seinem Treiben aufhören.
Sobald hinter einer Urheberrechtsverletzung kommerzielle oder gar wie hier höchst kriminelle Absichten stecken, braucht man wegen einer Abmahnung imho kein schlechtes Gewissen haben.

saconde 6. November 2008 um 20:02 Uhr

@jürgen kann da nur zustimmen rechtliche Schritte würd ich nur im extremst dringendsten Notfall in Betracht ziehen.

Das kann ganz schön in die Hose gehen…..

Axel 6. November 2008 um 20:04 Uhr

Juristischer Beistand in Deutschland hilft dir gar nichts, der kostet nur Geld.

Schreibe den Hoster an, dass geklauter Content (genauer, dass du die Rechte hast) auf dieser Seite liegt. Im Regelfall kümmern die sich drum bzw. sperren dann die Seite.

atreiu 6. November 2008 um 20:12 Uhr

Schreibe den Hoster an, dass geklauter Content (genauer, dass du die Rechte hast) auf dieser Seite liegt. Im Regelfall kümmern die sich drum bzw. sperren dann die Seite.

Sollte der erste Schritt sein, denke ich auch:
http://www.optynex.com/contact.aspx

(Zumindest Spanisch einkaufen scheint Caschy ja zu können ;-) )

Gecko (twitter ) 6. November 2008 um 20:27 Uhr

@caschy: bin wegen einen 300×250-Pixel-Bild abgemahnt worden, auf dem ein ***** Polizist an der Schreibmaschine zu sehen war, hat 800€ gekostet. Das Bild war 6 Jahre im Netz auf einem alten Blog von mir. Ich kotze heute noch.

caschy 6. November 2008 um 20:29 Uhr

Bei mir war es ne Bockwurst, gleiche Preisklasse.

JürgenHugo (twitter ) 6. November 2008 um 20:30 Uhr

@Caschy:

Ein letzter Gedanke: “Wie du mir…” – ich will dich natürlich in keinster Weise auf irgendetwas hinweisen – und die Pünktchen stehen selbstverständlich für “kürzlich mitgeteilt hast”…

stoiberjugend (twitter ) 6. November 2008 um 20:30 Uhr

hättest mal eher schreiben können das man die seite nicht besuchen soll… ich habs getan. hoffe das nix passsiert ist. kunde!

Marvin 6. November 2008 um 21:16 Uhr

Naja, einfach so ignorieren halte ich in diesem Fall für eine schlechte Idee. Eben weil es auf Dich zurückfallen könnte. Ich kann nicht sehen, ob er auch Dein Impressium kopiert hat. Bei den meisten Links auf der Seite erscheint bei mir (spanische IP) nur “Deine IP steht leider auf meiner schwarzen Liste. Wenn du denkst, dies sei ein Fehler, dann wende dich an mich. Blog kringelchen stadt minus bremerhaven punkt de”. Allein die Tatsache, dass die E-Mail-Adresse da drin steht, wäre für mich ein Grund zum Anwalt zu gehen. Eventuell bringt es auch was, sich an die relevanten Suchmaschinen, i.e. Google zu wenden. Wenn er nicht mehr per gefunden wird, bringt ihm die Sache ja nichts…

caschy 6. November 2008 um 21:17 Uhr

@Marvin: Ich habe Links von seiner Seite hier her gebannt – das ist alles =). Muss mal wieder ein aktuelles Video auf der Ban-Seite eingeben ;)

Roman 6. November 2008 um 21:26 Uhr

lol – das ist tatsächlich 1:1. Wenn du Rechtsschutz hast, würd ich da mal nachhaken. Wenn du für 1 Bild 800 Euro zahlst, dürfte da ja locker 4-5stellig bei Rauskommen. :)

Marvin 6. November 2008 um 21:26 Uhr

Ah, vale. Dachte schon er möchte keine Malware an “Spanier” verteilen. ;-)

caschy 6. November 2008 um 21:30 Uhr

Gott bewahre, war erst eben in Spanien einkaufen – siehe aktueller Beitrag =)

hoschi2 6. November 2008 um 21:48 Uhr

schreib einfach in jedem Post wie scheisse back18.org ist, dann wird derjenige wer auch immer hinter dieser domain sitzt sicher nicht mehr deinen content klauen.
mal abgesehen davon solltest du dich einfach geehrt führen. nicht jeder blog wird gekidnapt.
Das Rumgeiere mit nem Anwalt kannst du dir echt sparen. Das bringt sowieso nix und kostet nur Geld

Marvin 6. November 2008 um 21:59 Uhr

Ja, Spanien hat manchmal durchaus seine Vorteile. ;-)

JürgenHugo (twitter ) 6. November 2008 um 22:05 Uhr

@hoschi2:

Die Idee ist nicht schlecht – vielleicht sollte Caschy sich aber, anstatt Sch… zu schreiben – lieber etwas “dezenter” ausdrücken.

So nach dem Motto: Elegante Floretthiebe wirken manchmal mehr, als Schläge mit der dicken Keule… :-P

Georg Piefke 6. November 2008 um 22:58 Uhr

Hi Cashy,

als fleissiger Leser deines Blogs und quasi Berufskolege, kann ich dir hier nur nen paar Hinweise geben.

Wende dich an den IP Provider Optynex Telecom. (in diesem Fall in Englisch :-) ). Zeige ihnen deine Seite und die gefälschte.

Optynex sollte in diesem Fall die IP Adresse sperren.
Alternativ könnte ein Anwalt mit hilfe von Optynex die Herrausgabe der Besitzerdaten geben, die anderst wie die Domain einträge nicht so leicht zu fälschen sind. bzw. dich zum Provider führt, die dann in den Meisten Fällen den entsprechenden Server/webhost vom Netz nehmen.

Neri (twitter ) 6. November 2008 um 23:27 Uhr

Ich würde, existierende Rechtsschutzversicherung vorausgesetzt, ebenfalls nen Anwalt mit der Wahrung meiner Rechte beauftragen, sofern der Diebstahl nicht unerheblich ist. Klar gibt es auch andere Wege – aber es ist ja nicht so, dass Du nicht versucht hättest, diese zu gehen. Insofern halte ich da ein schlechtes Gewissen für deplatziert. Offensichtlich will die Gegenseite ja nicht gefunden werden.
Hatte bzw. habe einen ähnlichen Fall mit meinem CarHifi-Workshop… nur hat sich da tatsächlich jemand die Mühe gemacht, jeden einzelnen Absatz umzuformulieren. Inhalt und Aufbau sind aber absolut identisch. Da wirds dann schon wieder schwieriger als bei ner 1:1-Kopie…

LG, Neri

FERNmann 7. November 2008 um 09:49 Uhr

Mann, denn ganzen Blog kopieren, dass nen ich ne Frecheit. Ich würde auch erstmal mit dem Hoster reden und den Anwalt erst als letzten Ausweg benutzen. Bleibender Schaden entsteht dir ja nicht, höchstens dein guter Ruf leidet drunter, wenn in deinen portablen Programmen plötzlich Malware drin ist.

Martin 7. November 2008 um 09:50 Uhr

Ähnliches Thema: wie finde ich raus, ob ich zu Spam verlinke?
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