Digitale Zettelwirtschaft: So bekommt Ihr Eure Evernote-Daten in OneNote

14. Mai 2016 Kategorie: Software & Co, geschrieben von: Oliver Pifferi

Microsoft OneNote Artikel LogoEs gibt einige Programme und Tools, die Euch helfen sollen, Eure Notizen abzulegen, zu organisieren und – je nach Anwendungsbereich – noch mehr damit zu tun. Zwei der bekanntesten sind sicherlich Evernote und OneNote von Microsoft – zwei für sich absolut mächtige Werkzeuge, die um die Gunst der Nutzer buhlen und für jeden einzelnen User Vor- und Nachteile mit sich bringen. Persönlich tue ich mich schwer damit, auf anderen Systemen als Windows mit OneNote zu arbeiten – bei mir selbst ist Evernote noch an allen Fronten gesetzt. Doch was, wenn wirklich jemand von Evernote auf OneNote umziehen möchte/muss/soll? Dafür hat Microsoft mittlerweile ein Tool herausgebracht, über das wir bereits berichtet haben und mit dem wir solch eine Migration einfach einmal durchspielen wollen.

Vorab: Meine Evernote-Nutzung beschränkt sich auf ein paar wenige Notizen und die Nutzung als Datengrab für eingescannte Rechnungen, Belege und sonstige Dokumente, die früher einmal Ordner gefüllt haben. Der ein oder andere von Euch wird da mit Sicherheit auf einer ganz anderen Ebene unterwegs sein und wirklich produktiv damit arbeiten, so dass eine entsprechende Migration auf das jeweils andere Pendant wohl überlegt sein möchte, speziell was die Verschlagwortung und/oder die Notizbuchstruktur angeht. In meinem Fall ist wie erwähnt alles recht übersichtlich und da an der Quelle erst einmal alles so bleibt, wie es ist, kann man das Experiment an dieser Stelle ruhig einmal wagen und schauen, wie gut der Konverter, den Microsoft hier anbietet, funktioniert.

EverNote_To_OneNote_01_Webseite

Die Software läuft auf Windows-Systemen ab Windows 7 aufwärts und befindet sich – darauf weist man auch hin – noch in einer Preview-Phase. Anwendern, die beispielsweise mit OS X unterwegs sind, bleibt hier nur der Umweg über ein Windows-System respektive einer virtuellen Maschine oder ähnlichem auf Windows-Basis. Im Zuge der Informationsbeschaffung auf der Webseite zeigt Microsoft uns auch die Vorteile von OneNote gegenüber Evernote auf, die man auserkoren bzw. festgestellt haben möchte:

EverNote_To_OneNote_02_Vergleich

Da wir aber bereits wissen, wo die Reise hingehen soll und auch, was wir wollen, nehmen wir das mal zur Kenntnis und laden den Konverter direkt herunter – nach dem ersten Start präsentiert sich das kleine Tool wie folgt:

EverNote_To_OneNote_03_Importer_Start

Natürlich nicken wir die Lizenzbestimmungen ab und schubsen dann den Konverter an – Grundvoraussetzung ist natürlich ein lokal installiertes Evernote, auf das das Microsoft-Tool direkt zugreifen kann. In meinem Fall wurden verschiedene Notizbücher – 17 an der Zahl, ich lege meine Scans immer in entsprechende Ordner ab – gefunden, die wir hier für den Import markieren können.

EverNote_To_OneNote_04_Importer_Books

Findet der Importer keine lokale Evernote-Version oder habt Ihr Euch entschieden, aus Evernote exportierte .ENEX-Dateien zu importieren, findet Ihr unter den auszuwählenden Notizbüchern die entsprechende Option respektive teilt Euch der Konverter schon mit, dass hier noch etwas zu fehlen scheint.

EverNote_To_OneNote_05_Importer_Evernote_Enex

Sind diese grundsätzlichen Faktoren geklärt, müssen wir uns über das (mit hoher Wahrscheinlichkeit schon vorhandene) Microsoft-Konto anmelden, da OneNote seine Daten ja auch in der Cloud ablegt.

Das ist fix geschehen und anschliessend gibt es eine kleine Aufklärung, wie die Zuordnung der Evernote-Notizen in OneNote stattfinden wird. Notizbücher bleiben ebenso Notizbücher wie einzelne Seiten auch Seiten bleiben. Auf Wunsch könnt Ihr die Option aktivieren, die Evernote-Tags auch in OneNote zu verwenden, um die einzelnen Inhalte auch entsprechend zu organisieren.

EverNote_To_OneNote_08_Compare_Data

Damit wären alle grundsätzlichen Auswahloptionen erschöpft und alle im Rahmen der Migration offenen Fragen geklärt – nun heisst es: „Notiz, Notiz, Du musst wandern“ und Ihr dürft Euch – je nach Grösse Eures Import-Projekts – die Wartezeit entsprechend vertreiben.

EverNote_To_OneNote_10_Import_in_Progress_Notes

Im vorliegenden Beispiel ging das Ganze recht fix von statten, allerdings war ich hier auch nur mit ausgewählten 168 Notizen unterwegs. Passt alles, so sollte Euch das der Konverter mit einer entsprechenden Meldung quittieren und dann auch direkt Informationen ausgeben, in welchen Bereichen es möglicherweise zu Komplikationen beim Import gekommen und was eben nicht importiert worden ist:

EverNote_To_OneNote_11_Ready

Da ich in Evernote viele Notizbücher mit netten Zeichen wie dem & trenne (hat sich über die Zeit einfach so entwickelt) erkenne ich an dieser Stelle nun, dass genau dieses Zeichen nicht ganz OneNote-konform ist. Übrigens ebenso wie viele andere Zeichen, die Ihr schon im Windows-Explorer nicht verwenden dürft – eigentlich logisch, liegen die Notizbücher ja als reine Dateinamen in der Microsoft’schen Cloud. In diesem Falle ist händische Nacharbeit angesagt – die „bösen“ Zeichen in Evernote also ändern und noch einmal einen Import der betroffenen Objekte nachträglich anstossen sollte das Problem lösen. Bis nach dem Import alle Notizen- und Notizbücher in OneNote auftauchen, kann es übrigens ein wenig dauern – Zeit, die wir uns mit der „Howto“-Notiz vertreiben, die uns brav erklärt, was nun wo ist.

EverNote_To_OneNote_12_Import_First_Start

So weit, so gut – schauen nachdem die einzelnen Unzugänglichkeiten in Bezug auf nicht zulässige Zeichen innerhalb der Notizbücher behoben worden sind und die Notizen ihren Weg in OneNote gefunden haben, werfen wir einmal einen Blick in das Programm beziehungsweise hier in OneNote Online:

EverNote_To_OneNote_13_Notes_Online

Mein Standard-Notizbuch ist auch das Notizbuch, wo ich all Scans, die in Verbindung mit Evernote und dem Dokumentenscanner erst einmal rein verfrachte, um Sie dann (klappt nicht immer zeitnah 🙂 ) mit einem entsprechenden Titel und der Verschlagwortung zu versehen. Diese Übernahme hat an der Stelle schon einmal prima geklappt, die PDF-Dokumente sind separat mit eingebunden und können bei Bedarf geöffnet und heruntergeladen werden. Gewöhnen müsste ich mich indes an die Struktur, die einzelnen Notizbücher zu öffnen und dann erst darin wirken zu können – bei Evernote habe ich sie alle in der linken Seiteleiste und kann diese dann auch direkt auswählen, das wirkt an dieser Stelle erst einmal bequemer.

Doch die Optik, an die man sich gegebenenfalls gewöhnen muss, ist ja nur ein Aspekt, wenngleich ich auch OneNote bisher nie so sehr in der Tiefe genutzt habe, um für mich zu sagen: Das läuft da so und so – Evernote ist auf den ersten Blick – selbst bei einer Neuinstallation – in meinen Augen erst einmal aufgeräumter, aber die weitere Nutzung steht und fällt ja mit dem Workflow. Interessant ist erst einmal, wie der weitere Aufbau der importierten Dokumente ist und ich denke, das werde ich mir noch einmal in Ruhe anschauen müssen.

Wie schaut es bei Euch aus? Habt Ihr den Konverter schon ausprobiert oder seid Ihr kurz davor, eben jenen Weg von Evernote zu OneNote zu gehen und falls ja, wieso? Im letzten Artikel über das Moleskine Smart Writing Set haben sich ja schon verschiedene Lager herausgebildet und es wurde recht breit über das Für und Wider der einzelnen Lösungen diskutiert. Macht der Konverter in Euren Augen Sinn oder stellt sich die Frage eines Umzuges in die eine Richtung erst einmal gar nicht?



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Über den Autor: Oliver Pifferi

Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und XING. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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