„Digitale Nebenwirkungen“: Doku feiert Montag auf 3sat Premiere

14. November 2015 Kategorie: Internet, Software & Co, Streaming, geschrieben von: André Westphal

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Am Montag, den 16. November 2015, wird um 22:25 Uhr auf 3sat die Dokumentation „Digitale Nebenwirkungen“ ihre Premiere im deutschen Fernsehen feiern.  Es geht im Wesentlichen darum, dass die Nutzung des Internets sowie von Gadgets wie Smartphones und Tablets den Menschen zwar heute enorm das Leben erleichtert, allerdings auch größere Einflüsse auf unsere Gehirnfunktionen haben könnte, als mancher annimmt.

So warnen einige Wissenschaftler, dass eine zu intensive Online-Nutzung zu einer Art „Digitaler Demenz“ führen könnte: Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzenrationsschwierigkeiten seien die Folge. Ich selbst kenne einige der Studien und weise aber darauf hin, dass man etwas relativieren muss: Weitere neurologische Studien haben gezeigt, dass tatsächlich die Länge der Aufmerksamkeitsspannen bei den meisten Menschen abnimmt, dafür aber die Konzentration in den produktiven Phasen extrem hoch ist.

Das liegt darin, dass man sich heute als Vielnutzer des Internets z. B. daran gewöhnt in sehr kurzer Zeit extreme Informationsfluten zu filtern. Oft merkt man das gar nicht bewusst – etwa wenn man die Facebook-Timeline durchkämmt. Zugleich sinkt eben tendenziell laut vielen Studien die Länge der Aufmerksamkeit. Das liegt vermutlich daran, dass wir uns immer mehr darauf einstellen viele Dinge parallel zu tun: WhatsApp-Nachrichten am Smartphone beantworten, am Tablet bei Amazon shoppen und zugleich auch noch am TV via Netflix eine Serie streamen. Sprich: Die Menschen können sich tendenziell besser kurzfristig und auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren, aber schlechter langfristig auf eine einzelne Sache.

digitale demenz

Insofern bin ich persönlich gespannt, ob die 3sat-Dokumentation wirklich neutral mehrere Blickwinkel bzw. positive wie negative „Digitale Nebenwirkungen“ einbezieht, oder sich in einseitigem Populismus ergeht. Jedenfalls sollen „zahlreiche Internetkritiker und Experten wie Manfred Spitzer und Martin Korte zu Wort kommen“. Spitzer kritisiert besonders harsch: „Wie sollen 8- bis 13-Jährige Empathie und Dekodieren von Mimik, Gestik oder Sprachmelodie auf den affektiven Gehalt hin erlernen, wenn bei virtuellen Kontakten niemand da ist?“, so eine seiner Thesen.

Zu bedenken ist natürlich: Es kommt immer darauf an wie man ein Medium nutzt – das Medium per se ist weder „gut“ noch „schlecht“. Daran denkt 3sat, wenn der Neurobiologe Korte von der TU Braunschweig recht neutral zu Protokoll gibt: „Wir können im Internet viele Wissenslücken auffüllen. Aber wir können das nur, wenn wir es richtig verwenden.“

Es sollen noch viele weitere deutsche und internationale Experten ihre Ansichten zum Thema „Digitale Nebenwirkungen“ kundtun. Vielleicht lohnt sich das Reinschauen ja auch für den ein oder anderen von euch.



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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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