Die Telekom-Führungsriege äußert sich zu Drosselung, Netzneutralität und Politikern

19. Juni 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Dauerthema Drosselkom. In einem Interview mit RP Online erklären sich nun Noch-Chef René Obermann und Bald-Chef Timotheus Höttges zu verschiedenen Punkten und wollen vor allem das Vorgehen der Telekom rechtfertigen. Es geht um Investitionen, Aktien-Kurse und Politiker, die ihren Wahlkampf auf dem Rücken der Telekom austragen.

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3,4 Milliarden Euro nimmt die Telekom pro Jahr in die Hand, um das Netz auszubauen. Allein die Versorgung von 24 Millionen Haushalten mit 100 MBit-Anschlüssen verschlingt 6 Milliarden Euro. Dafür erhält der Verbraucher das beste Netz. Unverständnis zeigen sowohl Obermann, als auch Höttges gegenüber manchen Politikern:

Auf die Frage, ob man mit dieser Kritik gerechnet habe, als man die Drosselungs-Pläne bekannt gab, erklärt Obermann: „[…]Nicht erwartet haben wir die widersprüchlich populistische Reaktion mancher Politiker. Sie fordern, dass wir in den Netzausbau viele Milliarden investieren. Sie ignorieren aber, dass diese Milliarden-Investitionen zurückverdient werden müssen.[…]“

Höttges dazu: „Kein Unternehmen investiert mehr in Deutschland als wir mit jährlich 3,4 Milliarden Euro. Wir nehmen allein sechs Milliarden Euro in die Hand, um 24 Millionen Haushalten ein Übertragungstempo von bis zu 100 Megabit anzubieten. Unsere Ingenieure bauen die besten Netze. Absurd, dass dies nicht gewürdigt, sondern stattdessen Wahlkampf auf unserem Rücken ausgetragen wird.

Und auch zu den Drossel-Plänen äußert man sich erneut und versucht das richtig zu stellen, was viele Medien bei der ganzen Geschichte immer gerne übersehen. Inklusiv-Volumina werden 2016 an die Bedürfnisse angepasst und es wird weiterhin Verträge ohne Drosselung geben.

Die Kooperationen mit Service-Anbietern, die nicht in die Inklusiv-Volumina fallen, sollen laut Obermann vor allem für kleine Anbieter und Start-Ups Vorteile bringen. Denn genau diese machen das Angebot der Telekom attraktiv. Auf die Frage, ob die Vorgehensweise nicht Großkonzerne bevorzuge, sagt Obermann: „Nein, im Gegenteil: Wir haben hohes Interesse, solche Kooperationen gerade mit kleinen und innovativen Unternehmen abzuschließen. Startups und ihre Ideen machen unser Angebot attraktiv. Es geht nicht um hohe Fixkosten, sondern bestenfalls um moderate Umsatzbeteiligungen, die zur Kofinanzierung beitragen können.

Nachgehakt, ob Großkundenrabatte kleine Anbieter ausbremsen könnten, erläutert er: „Ganz sicher nicht: Unser Angebot wird gerade für kleine und mittlere Unternehmen immer günstig sein. Ohnehin stehen wir hinter dem Prinzip der Netzneutralität und der Innovationsförderung.

Höttges dazu: „Niemand hat mehr Interesse an einem florierenden Internet als wir. Aber wir müssen mit Inhalteanbietern neue Geschäftsmodelle mit differenzierten Qualitätsstufen einführen dürfen, um den Kundenwünschen in der Zukunft gerecht zu werden.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass die Telekom aus eigener Sicht weder die Neutzneutralität gefährden wird, noch den Kunden abzocken will. Hinsichtlich der massiven Investitionen, die von Politikern gefordert werden, müssen diese allerdings auch wieder eingespielt werden und die Telekom versteht die widersprüchlich populistische Reaktion mancher Politiker nicht.

Wie die Drosselung beim Inkrafttreten 2016 tatsächlich aussehen wird, weiß bisher anscheinend keiner. Die Inklusiv-Volumina werden dann aktuellen Verbräuchen angepasst. Es wird Tarife für Wenig-Nutzer geben und es wird Tarife (auch Flatrates) für Viel-Nutzer geben. Zudem werden die Anschlüsse schneller, was gleichzeitig das Inklusiv-Volumen in den einzelnen Tarifen erhöht.

Schön geredet oder von vielen einfach nur falsch verstanden? Was meint Ihr zu den Aussagen der beiden Telekom-Führungs-Personen?


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Quelle: RP Online |

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