Deutschland 2015: 26,2 Millionen Smartphones für 10,3 Milliarden Euro, Aktualität ist Nutzern wichtig

16. Februar 2016 Kategorie: Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_bitkomDer Branchverband Bitkom hat sich einmal den Smartphonemarkt in Deutschland vorgenommen und liefert recht interessante Einblicke in das Kaufverhalten deutscher Nutzer sowie den Gesamtmarkt. Oftmals erfährt man nur Zahlen zum Gesamtmarkt oder auf die USA beschränkt, da können Zahlen für Deutschland schon einmal ganz erfrischend sein. Smartphones haben hierzulande 2015 erstmals einen Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro erzielt. Erstaunlich ist das allerdings nicht gerade, wenn man bedenkt, dass 51 Millionen Menschen in Deutschland ein Smartphone nutzen. Diese sind dabei auch bereit, mehr Geld auszugeben. Der Durchschnittspreis eines Smartphones stieg von 348 Euro 2014 auf 395 Euro im letzten Jahr.

Dieser positive Trend soll sich dabei auch dieses Jahr fortsetzen. 26,2 Millionen Smartphones wurden 2015 verkauft, 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Dieses Jahr soll das Plus laut Prognosen sogar 7,5 Prozent betragen, 28,2 Millionen Geräte werden für 2016 erwartet. Sinken soll dabei der Durchschnittspreis für die Geräte, 370 Euro werden prognostiziert, das entspricht einer moderaten Umsatzsteigerung von 10,3 Milliarden Euro 2015 auf 10,4 Milliarden Euro dieses Jahr.

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Eine beachtliche Steigerung gibt es bei der Anzahl der Smartphone-Nutzer, 74 Prozent der Menschen über 14 Jahre nutzen ein Smartphone. Letztes Jahr waren es 65 Prozent, 2012 hingegen gerade einmal 36 Prozent. Dieses Wachstum wird naturgemäß abflachen, die Hersteller haben allerdings nicht allzu viel zu befürchten. Denn Deutschland mag aktuelle Smartphones.

55 Prozent der befragten Smartphone-Nutzer gaben an, ihr Gerät innerhalb der letzten 12 Monate erworben zu haben. Weitere 26 Prozent kauften ihr Smartphone innerhalb der letzten zwei Jahre und lediglich 15 Prozent nutzen ihr Smartphone seit mehr als zwei Jahren. Mit einem Anteil von 47 Prozent ist das stärkste Kaufmotiv, auf dem aktuellen Stand der Technik sein zu wollen. Nur 11 Prozent haben sich deshalb ein Smartphone angeschafft, um von einem normalen Mobiltelefon umzusteigen.

Mit 32 Prozent ist ein attraktives Angebot Abschluss eines Neuvertrages oder im Rahmen einer Vertragsverlängerung ein weiteres sehr starkes Kaufmotiv. Während man bei manchen Angeboten – gerade in Verbindung mit Hardware – eigentlich nur den Kopf schütteln kann, sind die Angebote anscheinend gut genug, um von den Kunden positiv aufgefasst zu werden.

Könnten die Kunden ein Wörtchen bei der Entwicklung von Smartphones mitreden, sie würden den Geräten einen dicken Akku verpassen. Eine längere Akkulaufzeit steht bei 63 Prozent der Befragten ganz oben auf dem Wunschzettel. 36 Prozent der Smartphone-Nutzer wünschen sich eine bessere Kamera, ein Punkt, der dieses Jahr vermutlich von mehreren Herstellern aufgegriffen wird. 35 Prozent hätten gerne mehr Speicher in ihren Smartphones, während 23 Prozent der Meinung sind, die Rechenleistung ihres Smartphones würde nicht ausreichen.

Die 19 Prozent, die sich ein größeres Display wünschen, lesen anscheinend bei uns eher selten. Denn wenn es an einem nicht mangelt, dann an Smartphones in allen erdenklichen Größen, je größer, desto größer auch die Auswahl. Immerhin 11 Prozent der Smartphone-Nutzer sähen gerne 3D-Eigenschaften, 10 Prozent warten auf ein biegsames Display.

Die erhöhte Smartphone-Nutzung hat auch einen erhöhten mobilen Datenverbrauch zur Folge. 531 Millionen Gigabyte sollen 2015 mobil übertragen worden sein, 2011 waren es gerade einmal 100 Millionen Gigabyte. 2016 soll auch dieses Volumen steigen, 674 Millionen Gigabyte werden erwartet, was einem Plus von 27 Prozent entspräche. Auch das Internet der Dinge wird künftig für einen höheren Datenverbrauch sorgen.

So sieht es also in Deutschland auf dem Smartphonemarkt aus. Eigentlich gar nicht so schlecht, auch wenn Deutschland gemessen am Gesamtvolumen relativ klein ist. Dennoch werfen solche Zahlen die Frage auf, warum Deutschland von manchen Herstellern und ihren Smartphones so vernachlässigt wird. Die Menschen hierzulande sind bereit Geld auszugeben und haben auch Interesse an aktuellen Geräten. Diese werden allerdings dann doch von den großen Herstellern wie Samsung oder Apple gekauft, wobei diese mittlerweile Druck von Huawei bekommen.

In welcher Kategorie findet Ihr Euch wieder? Schafft Ihr Euch immer das neueste Modell an oder nutzt Ihr ein Smartphone auch länger als zwei Jahre?

(Quelle: Bitkom)


Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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11 Kommentare

Steffen 16. Februar 2016 um 21:10 Uhr

Als schon seit geraumer Zeit mobil Funkender bin ich vom ersten Android Frickelsmartphone anno 2010 irgendwann zu IOS gewechselt und nutze mit dem gebraucht erworbenen 5s nicht die neueste und teuerste Technik.

NickS 16. Februar 2016 um 21:16 Uhr

Ich ordne mich (mittlerweile) in die Kategorie „Flaggschiff des Vorvorjahres gebraucht zum Preis eines aktuellen Einsteigersmartphones kaufen“ ein. Umgerechnet also pro Jahr nicht mehr als 100 € für die Hardware. Finde ich günstig und auch noch umweltfreundlich.

plantoschka 16. Februar 2016 um 21:36 Uhr

„531 Millionen Gigabyte sollen 2015 mobil übertragen worden sein.“ Dafür haben sich schlaue Leute Dezimalpräfixe ausgedacht.
531 Petabyte sind das.

Nur 39% kaufen mit Vertrag? Ich hätte diese Zahl eher bei über 60% erwartet.

Martin 16. Februar 2016 um 21:43 Uhr

Aktuell 2 bis 3x im Jahr ein neues Flaggschiff im Rhythmus der Releases und dazu ein paar preiswerte Modelle zum Vergleichen. War früher anders, aber mittlerweile werden Handys schnell langweilig. Da hilft nur noch, immer up to date zu sein.

Schröppke 16. Februar 2016 um 21:49 Uhr

an Martin
Da hilft nur noch, bis Ostern mal OHNE Smarties auszukommen.

Schröppke 16. Februar 2016 um 21:55 Uhr

Durchschnittspreis 395 €
– Iphones
= <195 €

Martin 16. Februar 2016 um 22:06 Uhr

an Schröppke: Galaxy S7 statt Smarties! 😉

Martin 16. Februar 2016 um 22:11 Uhr

(because: It’s not a Phone … https://youtu.be/tgmhi0Vi9oo)

Bart 17. Februar 2016 um 00:21 Uhr

„Könnten die Kunden ein Wörtchen bei der Entwicklung von Smartphones mitreden, sie würden den Geräten einen dicken Akku verpassen.“

Na, da hat Apple mit dem Qasimodo-BatteryCase mal wieder prompt auf Kundenwünsche reagiert.

Sven 17. Februar 2016 um 07:17 Uhr

Oder man kauft sich einfach ein Smartphone mit grossem Akku…..

dot2010 17. Februar 2016 um 20:24 Uhr

interessant, bin ich doch nicht mehr bereit soviel zu bezahlen, waren es vor 7 jahren über 500€ waren es vor 2 gerade mal 50€ (mit vertrag für LG G2 wobei man Offiziell keinen billigeren Tarif hätte haben können auch ohne Tel. somit waren es effektiv 50€, aber nehmen wir dennoch an man zahlte 10€/monat währen es dann 240+50€ was keine 300€ mehr waren für ein Spitzengerät das normal über 400-450 noch kostete.
Derzeit bin ich einfach nicht wirklich bereit mehr als 200€ zu bezahlen, dies auch nur wenn DualSim+LTE (beides dauernd aktiv) +microSD + gute Cam + guter Akku und ca. 5″ mit (ideal) FullHD. Das OS meiner Wahl währe MS wenn diese es endlich mal hinbekommen was wohl min. erst Ende 2016 mit den neuen IntelPhone Chips (x86) möglich währe. Der Appstore bei MS ist ja dermaßen mies das man nur einen Mehrwert bei den Geräten bekommt wenn x86 Programme mit Continuum laufen. Dann, aber auch nur dann währen mir max. 400€ Wert für solch ein Gerät.


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