Deutscher Musikmarkt wächst – vor allem dank Streaming

24. Juli 2016 Kategorie: Streaming, geschrieben von: André Westphal

vinyl addictMan sollte es nicht glauben, doch der deutsche Musikmarkt ist laut Angaben des Bundesverband Musikindustrie (BVMI) in der ersten Jahreshälfte 2016 allen Unkenrufen zum Trotz gewachsen. Im direkten Vergleich mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2016, zeichnet sich ein Plus von 3,6 % ab. Verantwortlich ist vor allem das Audio-Streaming. So haben die Erlöse aus Premium-Abonnements und werbefinanzierten Zugängen bei Anbietern wie Apple Music, Deezer, Spotfiy und Co. ein Wachstum von 88 % verzeichnet. Der Marktanteil des Streamings liegt nun bei insgesamt 24,4 % – erstmals über den Downloads, welche für 14 % des Gesamtumsatzes auf dem dt. Musikmarkt stehen.

Während deutsche Hörer sich also dem rein digitalen Genuss zuwenden, wird die CD langsam aber sicher out. Zwar steht die CD immer noch für das Gros der Umsätze (52,3 % Marktanteil), musste aber ein Minus von 9,6 % hinnehmen. Retro ist dagegen weiterhin angesagt: Zwar bleibt die LP ein absolutes Nischenmedium, behauptet sich in seiner Nische aber weiterhin sehr gut. So steht Vinyl zwar nur für 4,3 % des Musikmarktes in Deutschland,vergrößerte die Umsätze aber um satte 46,2 %. Der Markt teilt sich dabei mittlerweile auf 60,4 % Umsätze durch physische Tonträger und 39,6 % Umsätze über rein digitale Einnahmen.

musikmarkt deutschland erstes halbjahr 2016

Der Vorstandsvorsitzende des BVMI, Prof. Dieter Gorny, zieht die Schlussfolgerung: „Mit den aktuellen Zahlen deutet sich an, dass wir sogar noch schneller auf eine verstärkte Digitalisierung zusteuern als bisher angenommen.“ Der BVMI hofft nun, dass die EU-Kommission weiter an den rechtlichen Grundlagen feilt, damit die Künstler für z. B. das Streaming ihrer Werke besser und sicher vergütet werden.

Überraschende Entwicklungen sind das sicherlich nicht: Obwohl ich lange Zeit absoluter Verfechter optischer Medien gewesen bin und phasenweise über 1.000 CDs besessen habe, ist davon nur noch ein Bruchteil übrig geblieben. Zum einen haben mir die Datenträger zu viel Platz weggenommen, zum anderen höre ich daheim fast nur noch via Bluetooth-Lautsprecher Musik. Gut Freunde von mir, die in diversen lokalen Bands die Gitarre schwingen, haben hingegen auf Vinyl umgesattelt. Schade, ich habe damals ja Hoffnungen in DVD-Audio und Super Audio CD gesetzt. Das hätte z. B. eventuell tolle Surround-Veröffentlichungen möglich gemacht. Allerdings gab es in jenem Bezug nur wenige Experimente. Künstler, die auf das Format gesetzt haben, wie z. B. Steven Wilson (Porcupine Tree), nutzen nun Blu-ray-Audio.

Kauf ihr noch CDs, Blu-ray-Audio oder LPs? Oder setzt ihr voll und ganz auf Streaming bzw. Downloads?



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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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