Der Kindle im Test

8. September 2010 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: caschy

Der Stephan hat sich einen eBook-Reader gekauft – genauer gesagt den Kindle von Amazon. Für euch hat er einen Beitrag beschrieben, in dem er das Gerät vorstellt. Vorhang auf für Stephan und seinen Kindle:

Er kam gestern nach einer längeren Reise bei uns an, nachdem er zwei Tage zuvor mit dem Flugzeug aus den USA kommend in Köln gelandet war und dort die üblichen Zollformalitäten hinter sich gebracht hatte. Der Kindle ist keine Schönheit und sicherlich kein Frauentyp. Er trägt schlichtes grau. Es wirkt nüchtern, technisch, aber nicht unsympathisch. Wer ist “Herr Kindle”? Herr Kindle ist das neueste Modell des eBook-Readers von Amazon mit dem unsagbaren Namen “Kindle”.

Der Kindle ist ein relativ kleines und leichtes Gerät, welches sogar in einer etwas größeren Jackentasche Platz finden kann. Er wiegt in der Standardausführung mit WiFi weniger als 250 Gramm, hat ein gestochen scharfes Graustufen-Display mit einer Größe von 6 Zoll. An den Seiten sind größere Tasten zum Blättern integriert, unter dem Display ist eine einfache englische Tastatur mit Sondertasten und einem Steuerkreuz zur Navigation untergebracht. Es gibt kein deutsches Modell und eine Bestellung ist ausschließlich über Amazon USA möglich.

Das Gehäuse liegt gut in der Hand, und macht einen stabilen, sehr wertigen Eindruck. Die Steuerung über die seitlichen Tasten ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Die Bedienung ist einfach, aber nicht immer intuitiv. Es empfiehlt sich tatsächlich den “Kindle User’s Guide” zumindest zu überfliegen um sich mit einige Sonderfunktionen und den zahlreichen Möglichkeiten vertraut zu machen.

Das Display

(Zwei Ansichten, PDF in Ganzseitenansicht, eine Buchseite)

Das Display hat 16 Graustufen, man muss dazu wissen, dass bereits mit wenigen Graustufen Bilder wesentlich besser abgebildet werden können, als dies vergleichsweise mit Farben möglich wäre.
Das Display kennt – außer beim Seitenwechseln – kein Flackern. Dies hängt mit der verwendeten E-Ink Technologie zusammen: Die Seite wird einmal aufgebaut, danach behält das Display auch ohne Spannung dauerhaft den momentanen Zustand.

Es ist sowohl in direktem Sonnenlicht als auch bei schlechteren Lichtverhältnissen sehr gut lesbar und ist ermüdungsfreier als andere Displayarten.
Tatsächlich kann man das Display mit (leicht gräulichem) Papier vergleichen. Der Kindle hat keine Hintergrundbeleuchtung, ist aber wie gesagt auch bei schlechtem Licht noch ähnlich wie Buch zu lesen.

Kommunikation

Die Kommunikation wie auch das Laden erfolgt über ein mitgeliefertes USB-Kabel. Nach wenigen Sekunden gibt sich der Kindle dem Computer als USB-Laufwerk zu erkennen. Dokumente, MP3-Dateien und Hörbücher können in sekundenschnelle überspielt oder auch gelöscht werden.
Mit einem WLAN kann sich der Kindle ohne großen Aufwand verbinden um so den Amazon Kindle Shop zu nutzen oder mit dem einfachen Browser im Internet zu surfen.

Dokumente

Der Kindle kann unterschiedliche Formate darstellen, darunter auch PDF-Dateien. Um es vorwegzunehmen: PDF ist nicht das ideale Format für den Kindle. Dafür fehlt ein stufenloses oder zumindest feineres Zoomen in die Dokumente. Es passiert zu oft, dass man einen nicht ganz passenden Ausschnitt hat und die Ansicht ständig hin- und herschieben muss. Auch kann der Seitenwechsel bei komplexen Seiten durchaus etwas länger dauern. Dennoch – der Blick in die Zeitung bietet ein gestochen scharfes Bild.

(Querformatige Darstellung eines PDFs)

Bücher oder Texte in anderen Formaten (einem spezielles Kindle-Eigenformat, Text oder MobiPocket) werden besser dargestellt. Schriftgrößen können feiner eingestellt und der vorhandene Platz auf der Seite durch den variablen Umbruch besser genutzt werden, die Seitenorientierung, der Kontrast, Schriftart sowie die Laufweite eingestellt werden.
Passend zum Kindle gibt es von MobiPocket ein hilfreiches Programm, den Creator 4.2, um Dokumente für den Kindle aufzubereiten. Auch das Projekt Gutenberg bietet bereits zahlreiche auch deutsche Bücher, teilweise mit Bildern, experimentell in diesem Format an.

Der Kindle?

Der Kindle hat nicht die Eleganz oder die Vielseitigkeit eines Apple IPad. Aber das ist auch nicht seine Absicht vor allem aber nicht seine Preisklasse. Auch ist er kein idealer Reader für komplexe PDF-Dokumente.
Wohl aber ist er ein relativ preisgünstiges eBook mit dem sich hunderte von Büchern und Dokumentationen überall mithinnehmen und mit dem hervorragendem Display fast ermüdungsfrei lesen lassen.

Sehr viele, hier aus Platzgründen nicht weiter ausgeführte Funktionen wie Bookmarks, Notizen, Backup, Device Email, Voice Guide oder die Möglichkeit MP3s als Hintergrundmusik zu abzuspielen zeigen, dass der Kindle bedienungstechnisch ein gereiftes Produkt ist.

Ohne Vorurteile schüren zu wollen wage ich zu behaupten, dass mehr Männer als Frauen an dem nüchternen Kindle Gefallen finden werden.

Bei mir selbst wird er keine gedruckten Bücher ersetzen – wohl aber zahllose bereits vorhandene elektronische Dokumente, Bücher und Nachschlagewerke beherbergen und mir so manchen Ausdruck und eine schwere Tasche ersparen.

Links:
MobiPocket, http://www.mobipocket.com/en/DownloadSoft/ProductDetailsCreator.asp
Gutenberg.org, http://www.gutenberg.org/browse/languages/de



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Über den Autor: caschy

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