Datenschützer kritisieren Wearables bezüglich des Umgangs mit Daten – wieder einmal

5. Dezember 2016 Kategorie: Backup & Security, Wearables, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_miband1sNeu ist das alles nicht, eigentlich berichten wir seit Wearables auf dem Massenmarkt angekommen sind von deren Unsicherheit bezüglich der erhobenen Daten. Umso erstaunlicher ist es, dass sich nichts an der Tatsache ändert, wie mit unseren Daten umgegangen wird. Unter Federführung des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht wurden deutschlandweit 16 verschiedene Fitness-Tracker und Smartwatches hinsichtlich ihres Umgangs mit Daten untersucht. Abgedeckt wurden so rund 70 Prozent des Wearbale-Marktes, die dazugehörigen Apps wurden rund 30 Millionen Mal heruntergeladen. Das Ergebnis der Überprüfung kommt nicht überraschend und macht ein Wearable eigentlich inakzeptabel für den Nutzer.

Der erste Kritikpunkt ist die Nichtnachvollziehbarkeit, wer letztendlich für den Umgang mit den gesammelten Daten verantwortlich ist. Hersteller verstecken sich hier hinter pauschal formulierten Datenschutzerklärungen, die den Nutzer im Unklaren darüber lassen, wer nun welche Daten überhaupt erhält. Auch dass einige Anbieter im Ausland sitzen und nur über eine internationale E-Mail-Adresse kontaktiert werden können, gibt Anlass zur Kritik.

Während die Datenschützer keine Marken oder Produkte nennen, stellen sie fest, dass die meisten Datenschutzerklärungen nicht die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Hier ist neben der fehlenden deutschen Sprache in einigen Fällen, auch wieder ein Kritikpunkt, dass der Nutzer nicht erfährt, wer konkret Zugriff auf die Daten hat und über welchen Zeitraum diese gespeichert werden.

Einen klaren Verstoße gegen das deutsche Datenschutzrecht wird in der Datenweitergabe an Dritte gesehen. Der Nutzer erfährt auch an dieser Stelle nicht, wer die Daten überhaupt erhält. Außerdem hat er keine Möglichkeit, dieser Datenweitergabe zu widersprechen. Das machen „einige Hersteller“ so, leider wird auch hier nicht erwähnt, welche dies sind. Für Nutzer wäre es ja durchaus interessant, könnte man so eine Kaufentscheidung bezüglich des Datenschutzes beeinflussen.

Problematisch sehen die Datenschützer auch den Verlust oder Weiterverkauf eines solchen Trackers oder einer Smartwatch. Das Löschen der App reicht in vielen Fällen nicht aus, um auch die gesammelten Daten zu entfernen. Oftmals hat der Nutzer selbst gar keine Möglichkeit, die Daten zu löschen. Das gilt sowohl für das verwendete Gerät selbst als auch für das Nutzerkonto. Logisch, dass dies einen gravierenden Verstoß gegen das Datenschutzrecht darstellt.

Die Datenschutzbehörden, die an dieser Untersuchung teilgenommen haben, werden nun an die Hersteller herantreten und sie dazu auffordern, die Mängel abzustellen. Viele datenschutzrelevante Mängel ließen sich bereits beheben, wenn die Hersteller eine lokale Übermittlung der Daten ermöglichen würden, ohne die sensiblen Daten auf Servern zu speichern. Mal sehen, ob sich diesmal etwas ändern wird, es ist ja nicht das erste Mal, dass die Sicherheit von Wearables bemängelt wird.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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