Datenschützer in Hamburg: Ermittlungsverfahren gegen Google eingeleitet

5. Juli 2013 Kategorie: Backup & Security, Google, geschrieben von:

Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat ein Verwaltungsverfahren gegen Google eingeleitet. Am Ende des Verfahrens soll demnach die datenschutzkonforme Ausgestaltung der derzeitigen Verarbeitungspraxis bei Google stehen. Zuerst einmal soll Google Gelegenheit bekommen, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Dass es zu einem Verfahren kommt, liegt an den seit dem 01. März 2012 durch das Unternehmen neu eingeführten Datenschutzbestimmungen. Das nun angekündigte Verfahren der französischen Datenschutzaufsichtsbehörde CNI, der sich die Hamburger angeschlossen haben.

googlelogo

Nach Ansicht der europäischen Datenschutzbehörden verstößt die Datenschutzerklärung Googles gegen die Verpflichtung des Unternehmens zu umfassender Transparenz bezüglich der Nutzung und des Umgangs mit den Daten der Nutzerinnen und Nutzer. Google hat nun die Möglichkeit bekommen, bis Mitte August auf die Anhörung zu reagieren.

In Abhängigkeit von dem Ergebnis der Anhörung entscheidet der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit über den Fortgang des Verfahrens. Unter Umständen ist der  Erlass einer Anordnung, die darauf gerichtet ist, Google zur entsprechenden Umstellung der Verarbeitungspraxis zu verpflichten, möglich.

Johannes Caspar, der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit wird wie folgt zitiert: „Der Nutzer muss klar darüber informiert werden, welche Daten zu welchen Zwecken Google verarbeitet. Die derzeitige Datenschutzerklärung ermöglicht dem Unternehmen nach unserer Auffassung, aufgrund der zahlreichen vagen Formulierungen Art, Umfang und Zweck der Datenverwendung nach Belieben selbst festzulegen. Sinn der Datenschutzbestimmungen des Unternehmens muss es jedoch sein, vorab die Grenzen der Datenverarbeitung transparent und zweifelsfrei zu bestimmen. Nutzer sollten ferner selbst entscheiden können, ob und inwieweit Google die von ihnen in den diversen Diensten hinterlassenen Daten übergreifend zusammenführen und auswerten darf. Google ist jetzt aufgefordert, sich zu den Vorwürfen zu äußern“.

Tja, da darf man ja wieder schauen, was da aus Hamburg kommt. Bereits im April hatte man Google eine Strafe von 145.000 aufgebrummt, damals ging es um den Mitschnitt von WLAN-Daten. Persönliche Meinung: es wird immer komplizierter, überall durchzublicken. So ist es begrüßenswert, dass für jeden Nutzer völlige Transparenz einsehbar ist. Und Hand aufs Herz: ich behaupte einmal, dass selbst die mitlesenden Techies oftmals nicht wissen, welche Bestimmungen die genutzten Dienste haben, oder?


Du entscheidest mit! Wir suchen das Smartphone des Jahres 2017! Jetzt abstimmen!

 

Über den Autor:

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Carsten hat bereits 25477 Artikel geschrieben.