Das war das Google Event

29. September 2015 Kategorie: Google, geschrieben von:

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Boom! Das war es also. Das Google Event 2015. Nexus, Android 6.0, Chromecast, Pixel C, Google Musik, knallende Korken, Konfetti und ein Potpourri an Knallern, die Sundar Pichai aus dem nicht vorhandenen Hut zog. Nein, ein Großteil des Satzes stimmt nicht. Es war einfach eine blutarme Veranstaltung – angeführt von einem müde wirkenden Sundar Pichai, der mit seinen schmalen Schultern so wirkte, als würde er unter der Last der Google’schen Verantwortung zusammenbrechen. Aber das alleine war es nicht. Hastig wurde durch die Veranstaltung gehetzt, viele Details ließ man vermissen.

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Doch sind wir ehrlich: Zwar lieben wir Techies die tollen Veranstaltungen mit möglichst viel Blabla und dem üblichen Seitenhieb auf den Wettbewerb, doch entscheidend ist bekanntlich auf dem Platz. Und hier lässt sich gerade in unserer aktuellen Umfrage ersehen, wie die technisch affine Kundschaft das Google-Feuerwerk bewertet. Nein, Google habe ich nicht viel vorzuwerfen, so viel vorab. Ich bin Nutzer der meisten Produkte und ich weiss, dass Google meine Daten nutzt, um das Ganze querzufinanzieren. Für viele Dienste gibt es für mich keine Alternative, weil Google einfach Gutes abliefert – aber man weiss ja: es gibt immer was zu meckern.

>> LG Nexus 5X vorgestellt <<

Gemeckert wird derzeit beispielsweise über den Preis der neuen Nexus-Geräte. Hier verlangt man für das vorgestellte LG Nexus 5X in der 16 GB-Variante 479 Euro, während das größere Huawei Nexus 6P mit 32 GB mit 649 Euro zu Buche schlägt. Google und die Hersteller wollen und müssen Geld verdienen und vielleicht wäre man als Android-Hersteller ja leicht angesäuert, wenn man sein Gerät als Nexus-Marke billig verbrennen müsste – während die Nicht-Ausgewählten vielleicht angefressen wären, da sie preislich schlechter dastehen. Man stelle sich Microsoft vor, die echte Notebooks bauen und günstig verkaufen würden. Da würde man bei Acer, HP und Co aber ein ganz langes Gesicht machen.

>> Huawei Nexus 6P vorgestellt <<

Die Sache ist: Nexus-Geräte starteten mal als Smartphones für Entwickler, mittlerweile sieht der Spaß halt doch irgendwie anders aus. Ein Schnapper ist nicht wirklich mehr zu machen. Warum auch? Man reiht sich ein in die Range der anderen Hersteller – und mal ehrlich: nacktes Android und Fingerabdruckleser nebst anderen Goodies außen vorgelassen: die neuen Nexus-Geräte sind nicht günstig, sondern eher im oberen Preisbereich angesiedelt. So what?

Das ist nichts zum aufregen, wer die Vorteile will, legt dafür entsprechend auf den Tisch, klappt ja auch bei Apple. Wer das Ganze nicht braucht, der wird bei Motorola und Co fündig. Dennoch kann man natürlich verstehen, dass der Android-Fan gehofft hat, dass die Geräte günstiger sind. Geht mir ja nicht anders. Auch das Fehlen von OIS und drahtlosem Laden ist natürlich so eine Sache…

>> Nexus Protect als Zusatzversicherung <<

Doch kommen wir auch mal zu einem kleinen Highlight. Chromecast Audio. Finde ich echt gut. Nichts was bahnbrechend neu ist, wohl aber etwas, was sich zu einer potenten Lösung mausern kann, weil Google dahinter steht. Ab mit Chromecast Audio an die bestehenden Boxen oder den Verstärker und schon kann Musik gestreamt werden. Sogar Multiroom-Unterstützung wird nachgereicht. Für euch kein Highlight, weil Google Cast ja eigentlich schon ein alter Hut ist und LG, Samsung und Co die eigenen Boxen nicht vertickt bekommen haben?

Wird sich mit Chromecast-Audio ändern, jede bestehende Infrastruktur lässt sich anstreamen. Wird nicht so ein Flop wie das ganze Gelumpe nach der Erstankündigung. 39 Euro Chromecast Audio, ein paar nicht ganz so schlechte Boxen und du hast deine Multiroom-Lösung für den Bruchteil des Sonos-Preises – ohne viel Frickelei und sofort bestellbar.

>> Google Fotos mit gemeinsamen Alben<<

Die Video-Geschichte bei Chromecast? Wird sich auch mit den Neuerungen und Verbesserungen verkaufen. Ähnlich hohe Stückzahlen wie beim letzten Mal (man sagte etwas von 20 Millionen)? Raten ist Glückssache, aber ich denke, so viele Menschen werden sich den verbesserten Chromecast nicht kaufen – wobei der Gaming-Spaß nicht unterbewertet werden sollte. Die hatten bei der Präse schon nicht Unrecht mit der Aussage, dass das Smartphone der beste Controller ist, da man diesen immer dabei hat. Aber: mal schauen, wie die Entwickler ihre Apps dahingehend anpassen. Irgendwo muss ja auch die Kohle stimmen, wenn da Apps produziert werden, die einen echten Mehrwert auf dem TV bieten.

>> Google Chromecast und Chromecast Audio vorgestellt <<

Pixel C. Hier bin ich noch nicht ganz schlüssig. Von Google geklöppeltes Android-Tablet mit Keyboard. Surface in Android-Form. Tastatur sah bei der Präse in Sachen Magnetismus nicht unpraktisch aus. Ich selber war ja vor genau (!) vier Jahren der Meinung, dass diese Geschichte die Zukunft des Mobile Computings ist. Aber Atrix und Lapdock setzten sich bislang ja nicht durch – da sehe ich Windows-Geräte bislang eher vorne.

>> Google Pixel C vorgestellt <<

Mit dem Pixel C richtet sich Google wieder an Enthusiasten, die mit Schicksalsschlägen und Enttäuschungen leben können – wie alle Pixel-Geräte bekommt es stetige Updates, das Gerät wird mit der Zeit besser – so die Aussage. Sollte man auf den stolzen Preis kommen, weil es so eine sensationelle Verarbeitung hat, dann gut – ansonsten ist der Spaß halt echt etwas teuer geworden. Wer so etwas kauft, kauft auch ein Chromebook Pixel für über 1000 Dollar. Nischenprodukt, sicherlich auch nicht anders gedacht – immer dran denken, Partner nicht verprellen.

>> Google Play Musik mit Familienplan für 14,99 Dollar <<

Google Musik und Spotify. Hört, hört – Spotify und Chromecast arbeiten zusammen – ihr könnt also mit eurem Smartphone oder Tablet auf Chromecast oder Chromecast Audio streamen. Hat ja lange genug gedauert. So lange, bis Google Musik nun endgültig günstiger ist, wenn man zum Familientarif greift. Der gibt nämlich bis zu sechs Nutzern Zugriff auf die wunderbare Welt der Musik – unter iOS, Android und im Web auf den unterstützten Plattformen – für 14,99 Dollar im Monat. Kampfansage an Apple, Spotify wird irgendwann nachziehen müssen – denn Google ist nicht irgendeine Startup-Butze, die mal eben was mit Musik macht. Vielleicht bekommt man es sogar mal hin, die Apps und das Interface etwas logischer aufzubauen – aber das ist halt nur meine Meinung.

>> Umfrage: Google stellt fünf neue Geräte vor, welches kauft ihr euch? <<

Neben Chromecast Audio mein Favorit: die neuen Foto-Funktion in Google Fotos. Apple bietet gemeinsame Streams an, die man mit Freunden und Verwandten gemeinsam beackern kann. Bombensache. Und das ganze jetzt ohne iOS-Zwang, nur mit Google-Konto? Mega für alle, die Fotos in der Cloud lagern. Ob iOS, Windows, Linux, Android oder OS X – ich kann Fotos in die Cloud pusten, diese teilen und sogar noch Alben nutzen, die ich mit Freunden befülle. Dazu Chromecast-Unterstützung für Google Fotos. Auch nichts bahnbrechend Neues, gibt es via Google+ Events gemeinsame Fotoorte und die Chromecast-Unterstützung ist auch ein alter Hut. Nun ist es aber unter einer Haube in einem neuen Produkt. Das finde ich positiv.

Eine Art Fazit? Die Nexus-Smartphones werde ich zwar testen, finde sie allerdings als Android-Gerät nach der reinen Präsentation nicht so überragend, als das ich sie dem LG G4 oder einem anderen Smartphone vorziehen würde. Neben dem LG G4 gibt es beispielsweise noch die neuen Motos, die ich ebenfalls spannend finde. Sollte es ein Nexus werden, dann sicherlich das Huawei Nexus 6P. Chromecast und Chromecast Audio? Gleich bestellt. Mal schauen, o ich im Schuppen oder auf dem Dachboden noch eine „nicht smarte“ Box habe.  Wird für schmales Geld sicherlich irgendwo als drahtlose Box Einsatz finden – und ich behaupte, das werden ganz viele jetzt machen.

Chromecast als klassischer Stick soll flotter reagieren, das will ich auch testen, allerdings interessiert ich hier wirklich der Gaming-Support und was die Entwickler leisten. Angriffe auf das mediale Wohnzimmer sind immer toll für uns Nutzer. Soll ja alles in Bewegung bleiben. Google Musik kommt jetzt auch größer raus, dessen bin ich mir sicher.

Wann Spotify mal nachzieht? Sind wir mal gespannt, denn sowohl unter iOS als auch unter Android stehen für Familien günstigere Angebote zur Verfügung. Einzig und allein die Empfehlungen, das Entdecken und die Software lässt mich derzeit bei Spotify bleiben.

Pixel C? Nische, über die man in der Form erst einmal nichts mehr hören wird, es sei denn, Google baut in Kürze noch unbekannte Android-Funktionen ein, die solche Geräte noch besser machen.

Google selber darf aber wieder den Pfiff alter Tage suchen. Man darf auf Events auch einmal auf die Kacke hauen, sofern berechtigt. Man darf Leute animieren, darf Produkte mit Adjektiven bedenken und vieles mehr. All das habe ich heute nicht gesehen. Was mir im Kopf blieb, ist das wirklich schräge und abgehackte Ende – und mit dieser Aussage bin ich nicht alleine.


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Über den Autor:

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