Das Problem mit den Mobilfunk-Betreibern…

6. Februar 2012 Kategorie: Internet, Mobile, geschrieben von: Lars

Jetzt wo ich hier für Caschy ein bisschen häufiger meinen Senf abgeben werde, nutze ich die Gelegenheit doch mal, um ein wenig zu pöbeln. Wenn mir eins derzeit gegen den Strich geht, dann sind das Provider, zwar auch die herkömmlichen von DSL und Co, aber vor allem beim Mobilfunk könnte ich immer wieder brechen. In meinen Augen (und denen von vielen anderen) gibt es im Moment kaum etwas wichtigeres als das Internet (wirtschaftlich gesehen), alles zieht es ins Netz und ganze Branchen kämpfen um ihre Daseinsberechtigung wegen dem Netz.

Warum ich am meckern bin? Weil die Provider uns es nicht wirklich leicht machen „am Ball zu bleiben“.  Mein Problem ist (hier grade) nicht, dass man in Köln City (da komm‘ ich her) längst nicht bei allen Providern über eine 6.000er Leitung hinauskommt, sondern, dass man längst nicht bei allen Mobilfunk-Anbietern sicher sein kann, erreichbar zu sein. Ich meine damit nicht Probleme in der U-Bahn, da ist der Empfang manchmal sogar besser als über der Erde – mein Problem ist eher, dass sobald man sich einem Ort nähert, wo ein paar mehr Leute unterwegs sind, das mobile Internet mein damaliges 28k Modem in seiner Schneckengeschwindigkeit noch unterbietet und man nicht mehr sicher sein kann, dass eingehende Anrufe tatsächlich ankommen.

 

Der Netzkollaps wird schon seit Jahren als Problem gesehen, aber jetzt, wo „plötzlich“ der Smartphone- und Tablet-Markt explodiert, ist man überrascht, dass die Kapazitäten längst überreizt sind. Beispiel Uni Köln: wäre ich ein Mobilfunk-Anbieter, würde ich doch dafür sorgen, dass an solchen Ballungszentren wie Universitäten, Schulen und Bahnhöfen bester und schnellster Empfang für alle herrscht, alleine schon um die Geschäftskunden von morgen an sich zu binden. Stattdessen hat man mit o2 das Einzelfall-Szenario und mit Eplus braucht man gar nicht mehr aufzutauchen. HSPA+ scheint für die ohnehin ein Fremdwort zu sein und wenn dann grade Vorlesungsende oder sonst ein Grund für eine größere Menschenmenge ist, kann man nicht mal andere anrufen oder SMS verschicken. Anders noch bei der Telekom und Vodafone (ohne die beiden loben zu wollen), hier hat man Empfang und das sogar recht ordentlich, der Grund: man hat Drittmarken erst spät (oder noch gar nicht, siehe Telekom) Zugriff auf das Netz gegeben. Vodafone hat mit Fyve und Co. nur wenige Unternehmen, die im eigenen Netz zu Billig-Tarifen funken, die Telekom lässt (meines Wissens nach) nur die eigene Tochter Congstar zu. O2 und EPlus dagegen haben mehr als genug „Mobilfunk-Discounter“ im eigenen Netz, weshalb hier  häufiger gar nichts mehr geht Edit: Da lag ich wohl gehörig falsch, einige funken darin (Danke Aba) – dafür ist es doch meistens erstaunlich flott. Ich bin mal gespannt, wie sich die Lage bei Vodafone und der Telekom entwickeln wird, wenn auch hier vermehrt auf die Billig-Tarife zurückgegriffen wird und die Netzauslastung „plötzlich“ steigt.

Für die Zukunft ist es auf jeden Fall mehr als kritisch – LTE wird die Lage wohl frühestens mittelfristig entspannen können. Zu teuer (90 Flocken für 20 GB werden je nach Geschwindigkeit schnell fällig) sind die Tarife und bei Gesprächen muss noch zurück ins UMTS-Netz gewechselt werden, da die Verzögerung bei Gesprächen über das LTE-Netz noch viel zu groß ist (meist mehrere Sekunden).

Mein Problem mit der Lage ist klar – allerdings würde ich sogar unterstellen, dass die Lage nicht unbedingt unabsichtlich so ist, wie sie ist. Die Provider sehen sich aktuell bedroht, nicht ganz zu Unrecht. Einnahmen über SMS brechen weg dank WhatsApp, ChatOn und den guten alten E-Mails, die jeder überall mit seinem Smartphone empfangen kann und würden es die Leitungen hergeben, wäre auch die klassische Telefonie  vielleicht bald dank VoIP gefährdet, erste Versuche von Google und Apple gehen bereits in die Richtung – scheitern aber am langsamen Netz. Dann jedenfalls wäre man „nur“ noch ein Internetprovider, wie soll man dann noch am Kunden bei dem herrschenden Preisdruck etwas verdienen? Also schafft man künstlich eine Knappheit der Ressource Internet und kann hoffentlich bald dann verschiedene Geschwindigkeitspakete zu unterschiedlichen Tarifen anbieten. Blöde Kiste das, aber kann man wohl kaum ändern, die Politik schaut schließlich in Ruhe zu… so, genug gemeckert – eure Meinung zu den Anbietern?


Über den Autor: Lars

Socke voll Popcorn, seit drei Jahren auf Android unterwegs. Eigentlich angehender Jurist, Medienrecht und so. Auch zu finden bei Twitter und Google+

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