Danalock ausprobiert: Smart Home beginnt an der Haustür

26. Dezember 2015 Kategorie: Smart Home, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_danalockSmart Home – ein Thema, das uns die nächsten Jahre mehr und mehr beschäftigen wird. Alles soll vernetzt sein, der Anwender daraus auch tatsächlich einen Nutzen ziehen. Als Hausbesitzer ist dies natürlich noch einmal interessanter, immerhin kann man in den eigenen vier Wänden ganz anders agieren als beispielsweise in einer Mietwohnung. Mich hat Smart Home bisher ziemlich kalt gelassen. Ich hatte einmal vernetzte Lampen und Steckdosen ausprobiert, funktionierte nicht, weg damit. Der Nutzen muss für mich schon vorher erkennbar sein, sonst hat es ein Gerät schwer, bei mir Einzug zu erhalten.

Das Danalock zeigt mir so einen Nutzen. Kein Schlüssel mehr, die Haustür einfach mit dem Smartphone aufsperren. Klingt super, zumal es sich um eine Lösung handelt, die entweder rein über Bluetooth betrieben werden kann, aber die sich auch via Z-Wave in ein vorhandenes Smart Home-Szenario einbinden lässt. Vom Preis her gesehen sicher nicht die günstigste Lösung, aber so etwas kauft man ja auch nicht alle paar Monate neu.

Danalock_02

Vor der Nutzung kommt der Einbau, für mich eine riesige Hürde. Das liegt daran, dass sich meine Hände bei Heimwerker-Tätigkeiten schnell in zwei linke Hände mit großen Zehen statt Fingern verwandeln. Nicht gerade beste Voraussetzungen, aber es soll ja sehr einfach sein, das Schloss einzubauen. Tricky ist hier schon einmal, dass man den kompletten Schließzylinder wechseln muss. Es gibt auch eine Variante, die ein vorhandenes Schloss nutzt, hier musste aber gebaut werden.

Im Lieferumfang befinden sich neben dem Danalock-Hauptgerät vier Schließzylinder (unterschiedliche Längen, man benutzt nur einen, der Rest ist quasi für die Tonne), 5 Schlüssel, verschiedene Befestigungsplatten, benötigte Schrauben und Kleinteile und zum Glück eine Anleitung. Diese ist überraschend gut aufgebaut, sodass man diese auch als Schlosslaie versteht. Wem die bebilderte Anleitung nicht ausreicht, findet auch entsprechende Einbauvideos bei YouTube.

Theoretisch also kein Problem, das Schloss an die Tür zu bringen. Ich behaupte: Kennt sich jemand ein bisschen mit Schlössern und Türen aus, erledigt er den Einbau in 20 Minuten – die Zeit benötigte ich schon fast, um herauszufinden, wie man die Zierblende von der Tür bekommt (weitere 20 Minuten später fiel mir dann auch auf, dass ich diese gar nicht hätte abmontieren müssen).

Danalock_01

Nachdem ich unnötigerweise praktisch die ganze Tür auseinandergenommen hatte, ging es an den Einbau. Der Schließzylinder wird wie ein normaler eingebaut, wichtig ist hier lediglich, dass der befestigte Stab auf der Innenseite ist, weil auf diesen wird das Danalock dann montiert. Ist der Zylinder einmal in der Tür, wird das Danalock nur noch aufgesteckt, mit zwei Schrauben festgezogen und fertig.

Beim Einbau bei mir musste ich für die Befestigung des Danalocks zwei Schrauben kürzen. Ich erzähle an dieser Stelle nicht, dass dies bei mir zu größeren Problemen führte. Nicht wegen des Schrauben Kürzens an sich, sondern hier kommt wieder meine Handwerklichkeit ins Spiel. Wo kein Handwerker, da auch kein Werkzeug, so verzögerte sich dann die Finalisierung des Einbaus auf den nächsten Tag. Kannste Dir nicht ausdenken.

Wichtig für alle, die sich eventuell für eine solche Methode interessieren: Die Tür muss leichtgängig sein. Muss man die Tür heranziehen oder anderweitig manipulieren, damit diese leicht sperrt, kann man nicht auf ein solches System setzen, da die Kraft des Motors dann einfach nicht ausreicht. Unbedingt vorher bewusst ausprobieren, oftmals ist das Aufsperren der Haustüre ja so automatisiert, dass man selbst gar nicht mehr merkt, dass man eben mehr macht als nur den Schlüssel zu drehen.

danalock_app

Ist das Danalock einmal angebracht, kann es dort verweilen (es sei denn, es ist ein Testgerät und darf alsbald wieder abgebaut werden, geht das Ganze wieder von vorne los…). Für den durchschnitssbegabten Handwerker sicher ein Klacks, dann geht es aber zur Einrichtung. Das Schloss muss ja auch wissen, wie lange es drehen muss bis die Tür auf oder zu ist.

In der App (verfügbar für Android und iOS) wird das Schloss bei erstmaliger Einrichtung sofort gefunden und man kann seinen Schlüssel erstellen. Ist die Einrichtung abgeschlossen, kann nicht einfach der nächste mit Danalock-App kommen und das Schloss neu einrichten, es wird schlichtweg nicht mehr erkannt (weil eben schon eingerichtet). Also Account anlegen und dann geht es mit der Justierung los.

Die Justierung kann automatisch oder manuell erfolgen. Ich hatte es zweimal automatisch probiert. Sah an sich auch gut aus, die Tür schloss aber nicht mehr korrekt. Also manuelle Justierung, Danalock drehen bis Schloss komplett auf, in der App bestätigen. Danach manuell Tür mittels Danalock verschließen, wieder in der App bestätigen. Zur Überprüfung kann man dann die Justierung auch noch einem Testlauf unterziehen.

Das ist der wichtigste Schritt der Einrichtung, das Schloss kann nun bereits mittels Smartphone geschlossen und entsperrt werden. In der App kann nun noch das Verhalten des Schlosses festgelegt werden. So kann man den Zeitraum bis zum automatischen Sperren festlegen oder auch, wie schnell das Danalock drehen soll.

Da man selten der einzige ist, der ein Schloss an der Haustür entsperren möchte, kann man natürlich auch andere Benutzer einladen. Diese können in drei Stufen eingebunden werden. Sie haben jederzeit Zugriff auf das Schloss, nur zu festgelegten Zeiten oder einmalig als Gast. Zusätzlich kann man sich in allen Fällen auch noch benachrichtigen lassen, wenn ein anderer das Schloss entsperrt.

Um einen anderen einzuladen, legt man eben fest, welche Rechte die Person haben soll und sendet dann einen Einladungslink via SMS oder E-Mail. Der Empfänger installiert die App, erstellt sich gegebenenfalls einen Account und kann dann direkt loslegen. Echt super gelöst, einfacher geht es schlichtweg nicht.

Aktuell steht als Beta eine Auto-Unlock-Funktion zur Verfügung. Diese kann die Haustür automatisch entsperren, wenn sich ein passendes Smartphone in der Nähe befindet. Das funktionierte auch, das Schloss ist dann in der Tat schon offen, wenn man vor der Tür steht. Ob dies allerdings trotz Beta bereits zuverlässig funktioniert, kann ich anhand des kurzen Testzeitraums nicht sagen.

Was etwas schade ist, Benachrichtigungen und Protokolle erhält nur derjenige, der das Schloss eingerichtet hat. Zumindest entdeckte ich in der App keinen Punkt, an dem man dies auch für andere Nutzer einstellen könnte. Aber sowohl Protokollierung als auch die Benachrichtigungen funktionierten problemlos.

Der Entsperrvorgang selbst ist auch auf schnellster Stufe des Danalock relativ langsam. Also definitiv langsamer als einen Schlüssel zu verwenden. Was sich natürlich relativiert, wenn man die Auto-Unlock-Funktion verwendet, da dann die Tür bereits offen ist, wenn man kommt. Auch beim Sperrvorgang ist das weniger tragisch, man muss ja nicht daneben stehen und abwarten bis das Schloss seine Arbeit verrichtet hat. Dennoch, etwas schneller könnte es ruhig sein.

 

 

Möglich ist mit der von mir getesteten Danalock-Version (es gibt verschiedene) auch die Einbindung in ein Z-Wave Smart Home Netzwerk. Hatte ich ursprünglich vor gleich mitzutesten, wurde aber leider nichts daraus. Hier könnte man dann auch das Schloss aus der Ferne entriegeln oder mit anderen Komponenten des Smart Home verknüpfen. Eine sehr spannende Sache, die ich mir nächstes Jahr genauer anschauen werde – vielleicht sogar in Verbindung mit einem Danalock.

Was man natürlich auch erwähnen muss: Das Schloss der Tür lässt sich von außen auch ganz normal mit einem Schlüssel aufsperren. Es soll ja auch Fälle geben, in denen Leute einen Schlüssel benötigen, aber kein passendes Smartphone haben. Und sei es für die Ferienzeit, wenn der liebe Nachbar zum Blumen gießen kommt. Alle technischen Informationen findet Ihr auch direkt auf der deutschen Seite des Danalock.

Fazit

Insgesamt ist das Danalock eine angenehme Sache. Nichts, das man unbedingt bräuchte, aber durchaus etwas, das man gerne nutzt. Nachdem sogar ich die Anbringung geschafft habe, sollte eigentlich keiner Probleme haben, das Schloss zu befestigen. Die Steuerungsmöglichkeiten per App sind praktisch und wenn der automatische Unlock bei Annäherung auf Dauer zuverlässig funktioniert, lässt sich auch das Fehlen einer Entsperr-Möglichkeit per Smartwatch verkraften.

Die dazugehörige App könnte zwar einen Feinschliff vertragen, aber sie funktioniert und ist logisch aufgebaut. Das ist bei solchen Geschichten meiner Meinung nach wichtiger als eine perfekte optische Präsentation der App. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Einladung anderer, die reibungslos und ohne großen Aufwand funktioniert hat.

Der Preis für so ein Schloss ist natürlich nicht ohne. 249 Euro kostet die von mir getestete Version des Danalocks bei Amazon. Geht man aber davon aus, dass man mit so einer Investition ein paar Jahre hinkommt, relativiert sich das natürlich. Ich wäre nach dem Test durchaus bereit, diese Summe in die Hand zu nehmen. Auf den Geschmack gekommen bin ich nämlich. Obwohl es wirklich schwierig ist, hier einen Vorteil gegenüber des Aufschließens per Schlüssel zu finden. Diesen muss man wohl erst dann nicht mehr lange suchen, wenn man das Schloss komplett in ein Smart Home einbindet und so automatisiert weitere Aktionen durchführen lässt.

Übrigens, zum Thema Sicherheitsbedenken. Ja, die darf man durchaus haben, bei allem, was irgendwie vernetzt ist. An der Haustür mache ich mir da keine großen Sorgen. Eine Tür zu überwinden ist für einen Einbrecher wohl das geringste Problem, da spielt die Kontrolle des Schlosses eine eher untergeordnete Rolle. Da das Schloss auf der Innenseite angebracht wird und von außen auch nicht als Danalock erkennbar ist, sehe ich da ehrlich gesagt kein Problem.


 

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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