Cyberkriminalität: Opfer schützen sich nach Angriff auch nicht besser

13. November 2015 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_bsiDas Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) führte im Oktober in Zusammenarbeit mit der Polizei eine Umfrage zum Thema Cyberkriminalität durch. Befragt wurden 1724 Internetnutzer. Positiv fällt auf, dass sich die meisten der Befragten tatsächlich vor drohenden Gefahren schützen, sei es durch aktuelle Antivirusprogramme oder auch durch die Aktualität des Systems. Etwas mehr als 70 Prozent setzen sogar auf sichere Passwörter, also solche, wie sie von BSI und anderen Stellen empfohlen werden. Knapp 90 Prozent der Befragten achten sogar auf eine sichere Verbindung (https), wenn die Übertragung persönlicher Daten im Spiel ist. Ebenso viele installieren verfügbare Systemupdates sofort.

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Vorbei ist es mit dem Schutz allerdings, wenn es um öffentliche WLANs geht. Nur jeder zweite kümmert sich um einen Schutz bei Nutzung dieser, beispielsweise über ein VPN, obwohl gerade hier persönliche Daten relativ leicht abgegriffen werden können. Während rund ein Drittel der befragten Personen angibt, schon einmal Opfer von Interkriminalität gewesen zu sein, können 744 der 1724 Teilnehmer nicht einmal sagen, ob sie schon einmal Opfer wurden. Gleichzeitig sehen sich nur rund die Hälfte derjenigen, die schon einmal Opfer wurden, dazu genötigt, die Sicherheitsmaßnahmen danach zu erhöhen.

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Immerhin finden auch über 80 Prozent der Befragten Tipps zum Verhalten beim Erkennen von Straftaten im Internet nützlich. Allerdings wendeten sich auch nur 15,6 Prozent der Opfer von Internetkriminalität an die Polizei. Eine Umfrage mit Licht und Schatten also. Positiv finde ich ja tatsächlich, dass sich überhaupt so viele schützen. Manchmal hat man ja doch eher das Gefühl, dass dem nicht so wäre. Aber die Umfrage zeigt auch, dass man gar nicht genug aufklären kann und auch ruhig immer wieder Hinweise auf Schutzmaßnahmen in jeglicher Form angebracht sind.

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Michael Hange, Präsident des BSI zur Umfrage:

“Die Ergebnisse der Umfrage zeigen uns, dass IT-Sicherheit und die Sicherheit der eigenen Daten für die Nutzer zunehmend wichtiger werden. Antivirenprogramme oder ein automatisches Update-Management sind fest bei den Nutzern etabliert, andere Schutzmaßnahmen wie der Internetzugriff ohne Administratorrechte oder die verschlüsselte E-Mail-Kommunikation werden eher selten umgesetzt. Hier können wir ansetzen, um das Schutzniveau im Internet weiter anzuheben.“

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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