Cyanogen Mods: Apps direkter im System verankern und vernetzen

23. Februar 2016 Kategorie: Android, Mobile, Software & Co, geschrieben von: André Westphal

cyanogen mods logoCyanogen hat mit perfektem Timing zum MWC 2016 sein neues Projekt mit dem Namen „Mods“ vorgestellt. Dahinter verbergen sich im Grunde Erweiterungsmodule für das Betriebssystem Cyanogen OS, welche sich wesentlich direkter in das System einklinken und anders als traditionelle Apps funktionieren. So ist eine Kernfunktion, dass die Mods quasi über spezielle APIs ihre Funktionen miteinander teilen können. Auch recht spannend ist in diesem Bezug, dass das Gros der ersten dieser Erweiterungsmodule von Microsoft stammt, die mit Windows Phone / Windows 10 Mobile eigentlich ein eigenes Betriebssystem für mobile Endgeräte am Start haben.

Die Mods funktionieren allerdings nur mit Cyanogens eigenem Android-Ableger Cyanogen OS. Erklären lässt sich die Funktionsweise so: Beispielsweise kann sich der Messenger Skype von Microsoft direkt mit der Telefonie-App vernetzen. Parallel erlaubt die mächtige Sprachsteuerung Cortana die Bedienung von Kernfunktionen des Systems. Auf diese Weise lassen sich verschiedene Anwendungen wie Kalender, Messenger aber auch beispielsweise die Kamerafunktionen enger miteinander verbinden. Cyanogen spricht recht begeistert selbst von einer anstehenden „Post-App“-Ära.

skype mod

Als erste Mods hat Cyanogen in Zusammenarbeit mit Microsoft die bereits angedeuteten Skype und Cortana Mods sowie die OneNote Mod, Truecaller Mod und Hyperlapse Mod präsentiert. Ihre Premiere werden die Mods mit der anstehenden Veröffentlichung des Cyanogen OS 13 feiern. Ein Teil der Microsoft-Mods soll dann direkt ins System integriert sein. Hier zeigt sich dann auch das Motiv der Redmonder, die ganz offen ihre eigenen Dienste weiter pushen möchten. Wenn das allein durch Windows 10 Mobile aufgrund der geringen Marktanteile nicht gelingt, sucht man eben nach neuen Lösungen. Vielleicht erkennt man hier sogar bereits erste Anzeichen eines Abschieds von Windows 10 Mobile. Stattdessen könnte Microsoft mit der derart tiefen Integration seiner Dienste in das Cyanogen OS 13 hier seine Chance wähnen dem regulären Android verstärkt Paroli zu bieten.

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Hersteller wird Cyanogen mit „Platform DevelopmentKits“ (PDK) versorgen. Mit Cyanogen OS 13 versehene Geräte dürften die Partner dann als „Mod Ready“ bewerben. Offen ist aber noch, ob jeder beliebige Entwickler dann Mods entwickeln und einbinden kann bzw. wie Endanwender nachträglich neue Mods ins System integrieren werden. Die Idee klingt ansonsten sinnvoll: Wenn Apps sich Funktionen miteinander teilen können bzw. die Installation einer App quasi dem System insgesamt neue Features hinzufügt, entstehen neue Synergien. Nun bin ich jedoch gespannt, wie stark die Mods ab dem Cyanogen OS 13 genutzt werden. Außerdem kann ich mir hier leider auch zusätzliche Sicherheitsrisiken vorstellen.


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Über den Autor: André Westphal

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